DTM Finale live auf ProSieben und Joyn
DTM und Formel 1: Rennfahrerkarriere kostet Millionen - schon Kartfahren ist exorbitant teuer
Aktualisiert:
von Oliver Jensenran racing DTM
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Videoclip • 05:14 Min
Motorsport ist teuer. Wer eines Tages in der DTM oder sogar in der Formel 1 fahren möchte, muss viel Geld mitbringen. ran zeigt, wie teuer eine Rennfahrerkarriere wirklich ist.
Die DTM steuert auf ihr Saisonfinale in Hockenheim (9. bis 11. Oktober, live auf Joyn und ProSieben) zu. Für viele Nachwuchsfahrer gehört die Rennserie zu den großen Zielen im GT3-Sport. Doch Talent allein reicht häufig nicht aus, um dort anzukommen: Schon der Weg ins Cockpit kostet viel Geld - und selbst ein DTM-Platz garantiert kein Einkommen.
"Es ist nicht so, dass du in der DTM unbedingt Geld verdienst", sagt der DTM-Pilot Timo Glock. "Zum Teil ist es so, dass die Fahrer Sponsorengeld mitbringen müssen, weil es viele Privatteams gibt und sich die Hersteller relativ stark rausgezogen haben. Es gibt nur noch wenige Fahrer, die dementsprechend Geld verdienen. Die Teams brauchen Sponsoren. Und es hilft natürlich, wenn der Fahrer die gleich mitbringt."
Renfahrerkarriere: Die Kosten in DTM, Formel 1 und Co.
Weg bis in die Formel 1 insgesamt etwa 15 Mio. Euro
DTM ca. 1,5–1,8 Mio. Euro Einsatzkosten pro Auto/Saison
Formel 2 ca. 3,5–4 Mio. Euro pro Saison
Formel 3 ca. 2–3 Mio. Euro pro Saison
Formel 4 bis zu 1 Mio. Euro pro Saison
Kartsport: ca. 150.000–300.000 Euro pro Jahr
Wichtig: Die DTM-Zahl bezeichnet die Einsatzkosten eines Teams pro Fahrzeug und nicht automatisch die Summe, die ein Fahrer persönlich aufbringen muss.
DTM: Millionenbeträge an Kosten pro Saison
Der DTM-Boss Thomas Voss hat in einem aktuellen Interview mit dem österreichischen Motorsport-Magazin "Vollgas" verraten, wie viel Geld eine DTM-Saison verschlingt. "Für eine DTM-Saison bewegen sich die Einsatzkosten ungefähr zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Euro pro Auto. Wie dieser Betrag finanziert wird, ist bei jedem Team anders: über eigene Partner, Fahrerbeiträge, Herstellerunterstützung oder eine Kombination dieser Möglichkeiten."
Bedeutet also: Es kann sein, dass der Fahrer einen Teil der Einsatzkosten selber tragen muss - ob nun über Sponsoren oder eigene finanzielle Mittel.
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Rennfahrerkarriere? Ohne Finanzförderung schwierig
Bereits der Weg dorthin über den Kartsport, der ADAC GT Masters und eventuell weitere Rennserien verschlingt hohe Geldbeträge. Gewisse Förderungen sollen diesen Weg erleichtern. Der ADAC hat mit der ADAC Stiftung Sport eine Organisation zur Förderung aufgebaut.
Gemeinsam mit dem Deutschen Motor Sport Bund wurde zudem das Motorsport Team Germany gegründet. Darüber werden rund 30 Rennfahrer aus bis zu zehn Automobil- und Motorraddisziplinen unterstützt.
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DTM-Piloten Wiebelhaus und Kalender vom ADAC gefördert
"Die DTM-Fahrer Finn Wiebelhaus oder Tom Kalender haben diese Förderung durchlaufen", sagt Voss, der dem ADAC angehört. "Wir begleiten die Talente in der Regel drei bis fünf Jahre auf ihrem Weg von den höchsten nationalen Meisterschaften in den internationalen Sport."
Dies sei notwendig, damit nicht junge Talente durch das Raster fallen, nur weil sie nicht über ausreichend Geld verfügen: "Langfristig wollen wir wieder deutsche Fahrer für die DTM, die Formel 1 oder die MotoGP entwickeln. Natürlich fällt nicht jeden Tag ein Michael Schumacher oder Gerhard Berger vom Himmel. Aber erfolgreiche Vorbilder sind entscheidend, um die nächste Generation zu begeistern."
Klar ist aber auch, dass die Förderungen alleine nicht ausreichen, um die verschiedenen Rennserien zu durchlaufen und eines Tages vielleicht in einer Top-Serie zu landen.
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Rennfahrer werden: Teurer Beginn im Kartsport und Formel 4
Die Karriere von jungen Motorsport-Talenten beginnt oft im Kartsport. Je nach Rennserie kostet dies im Jahr 150.000 bis 300.000 Euro. Daraufhin folgt zum Beispiel der Aufstieg in die Formel 4. Dies verschlingt oftmals ein Jahresbudget von rund einer Million Euro.
Nicht nur viele aktuelle Formel-1-Piloten, sondern auch zahlreiche DTM-Fahrer wie Wiebelhaus, Kalender oder der aktuelle WM-Führende Thomas Preining waren früher in der Formel 4 aktiv, ehe sie ihren Fokus auf den GT-Sport gelegt haben. Der Weg in Richtung Formel 1 wäre nämlich um ein Vielfaches teurer.
"Zur Formel 1 sagt grundsätzlich niemand Nein. Doch davon waren wir weit entfernt", sagt Preining in Anspielung an die Kosten. "Ob es vom Können her gereicht hätte oder nicht, ist noch einmal ein ganz anderes Thema. Für eine Formel-1-Karriere muss einfach unglaublich viel zusammenpassen. Der Weg dorthin war für uns damals aber schlicht nicht möglich."
DTM-Pilot Thomas Preining wäre auch gerne in der Formel 1 gefahren, doch der Weg wäre zu teuer gewesen
Bild: Alexander Trienitz
Weg in die Formel 1 kostet 15 Millionen Euro
Tatsächlich steigen die Kosten rapide an, wenn man nach der Formel 4 in die nächsthöheren Formel-Serien wechselt und sich für die Formel 1 empfehlen möchte. Der frühere Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher hat dies in einer Gesprächsrunde von "Sky Sport" vorgerechnet.
"In der Formel 3 sind es locker zwei Millionen Euro im Jahr. Manche geben sogar drei Millionen Euro aus, wenn die sich ein eigenes Testauto kaufen und irgendwo in der Welt Tests fahren. Und in der Formel 2 ist man zwischen 3,5 und vier Millionen Euro los, wenn man bei einem guten Team fährt.“ Schumacher schätzt, dass der komplette Weg in die Formel 1 rund 15 Millionen Euro kostet.
Der Weg in die DTM dürfte deutlich günstiger sein, weil ein Auto in der ADAC GT Masters erheblich weniger kostet. Ein siebenstelliger Betrag könnte allerdings auch hier einzukalkulieren sein, bis jemand den Weg von Kart bis zur DTM vollbracht hat.
Das große Problem für junge Rennfahrer: Erst in der Formel 1, der DTM oder anderen populären Rennserien wie der Langstrecken-Meisterschaft wird Geld verdient - wenn überhaupt. Bis dahin wird nur gezahlt. Und niemand kann vorhersagen, ob sich der Weg am Ende rentieren wird.
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