DTM 2026
DTM-Finale in Hockenheim: David Schumacher über Thomas Preinings Schwäche und die Macht der Psyche
Veröffentlicht:
von Andreas Reinersran racing DTM
DTM: Maro Engel bitter enttäuscht: „Zu viele Fehler gemacht!“
Videoclip • 01:44 Min
Am Wochenende soll in Hockenheim der DTM-Meister 2026 feststehen. Über dem Finale hängt aber ein Einspruch, der alles verschieben kann. ran-Experte David Schumacher spricht über die Stärken und Schwächen der drei Titelkandidaten, über den Faktor Kopf und über das Szenario, das er für eine Katastrophe hält.
Das Interview führte Andreas Reiners
Sechs Fahrer, zwei Rennen, ein Champion: Thomas Preining geht mit 197 Zählern als Führender in das DTM-Finale in Hockenheim (9. bis 11. Oktober, live im kostenlosen Stream). Maro Engel hat 174 Punkte, Marco Wittmann 173, ein weiteres Trio folgt mit lediglich rechnerischen Chancen.
Preining stand zuletzt sechsmal in Folge auf dem Podium, das hat in der GT3-Ära der DTM vor ihm keiner geschafft. Und ausgerechnet in Hockenheim hat der Porsche-Fahrer drei seiner zehn DTM-Siege geholt.
Trotzdem ist nichts entschieden. Über dem Wochenende hängt zudem der offene Einspruch des Grasser-Teams gegen die Disqualifikation von Oschersleben. Fällt er zugunsten der Lamborghini-Mannschaft aus, verlieren Engel und Preining Punkte, und es ist möglich, dass am Sonntagabend kein Champion feststeht.
David Schumacher hat die Saison als ran-Experte begleitet. Im ran-Interview erklärt er, was Preining stark macht und wo er angreifbar ist, warum er den mentalen Anteil eines Rennfahrers bei 80 Prozent sieht und wie sehr ihn die politischen Debatten dieses Jahres stören.
Die nächsten Livestreams
Bald verfügbarHeute, 19:45 Uhr • Fussball
U23-Länderspiel der Frauen: Schottland - Deutschland
135 Min
Bald verfügbarHeute, 19:45 Uhr • Fussball
U23-Länderspiel der Frauen: Schottland - Deutschland
135 Min
Bald verfügbarHeute, 22:10 Uhr • WWE
WWE NXT im Stream
105 Min
Bald verfügbarHeute, 22:10 Uhr • WWE
WWE NXT im Stream
105 Min
David Schumacher: Das zeichnet Thomas Preining aus
ran: David Schumacher, Thomas Preining geht als Führender ins Finale. Was spricht dafür, dass er am Sonntag auch Champion ist?
David Schumacher: Da gibt es so viele Variablen, dass man das nicht vorhersagen kann. Wie viel Performance kriegt man aus dem Auto raus? Wie ist die BoP-Einstufung? Wie performt der Fahrer unter Druck? Auch das Wetter kann am Final-Wochenende noch eine wichtige Rolle spielen, gerade wenn Regen vorhergesagt ist. Wir hatten schon viele Rennen, bei denen es anders gekommen ist, als die meisten gedacht haben. Da würde ich mich auf gar keinen Fall festlegen.
ran: Fakt ist: Er stand zuletzt sechsmal in Folge auf dem Podium. Das hat in der GT3-Ära der DTM vor ihm keiner geschafft. Wie viel ist so ein Lauf wert?
DTM Saisonfinale 2026: Kommender Champion schon an Spitze? Power Ranking vor Hockenheimring
Schumacher: Extrem viel. Einmal für die Psyche: Du fährst immer gute Ergebnisse ein, du stehst immer auf dem Treppchen, das Team ist happy. Das macht etwas mit einem. Das andere ist: In der DTM ist nicht wichtig, dass du am Ende fünf Siege hast und dazu acht Ausfälle. Lieber konstant in den Top fünf, Top zehn, um einfach Punkte zu sammeln. Das hat er mit seinem Team unheimlich gut gemacht. Das gibt ihm einen klaren Kopf, und er kommt mit einem gut vorbereiteten Team nach Hockenheim.
ran: Drei seiner zehn DTM-Siege hat er in Hockenheim gefeiert, bei seinem Titelgewinn 2023 gewann er dort beide Rennen. Spielt so etwas eine Rolle?
Schumacher: Man geht auf jeden Fall mit gutem Gewissen auf die Strecke. Ich denke, dass ihm die Strecke sehr liegt und dass sie ihm gefällt. Das hilft natürlich. Ob es am Ende ausschlaggebend ist, sei dahingestellt. Aber mental hilft es, wenn man auf einer Strecke schon mehrfach erfolgreich war.
ran: Was zeichnet ihn sonst aus?
Schumacher: Der Ehrgeiz und der Biss. Wir kennen Thomas als jemanden, der sehr aggressiv fährt. Das kann auch in die Hose gehen, wie wir es letztes Jahr am Sachsenring gesehen haben. Und es kommt darauf an, mit wem er sich duelliert. Hat er einen Marco Wittmann vor sich, der lässt einem den nötigen Platz zum Überleben. Hat er einen Mirko Bortolotti vor sich, lässt der das nicht mit sich machen. Von außen würde ich sagen: Er ist jemand, der meistens mit der Brechstange durch möchte.
David Schumacher wird auch dieses Jahr in der DTM als TV-Experte fungieren
Bild: Alexander Trienitz
David Schumacher: "Der mentale Bereich macht 80 Prozent eines Rennfahrers aus"
ran: Ist das die Schwäche, über die man ihn kriegen kann?
Schumacher: Es kommt darauf an, wie er seine Karten spielt. Solange Thomas in der Meisterschaft vorne liegt, ist es ihm egal, wenn zum Beispiel Wittmann hinter ihm Druck macht. Wenn beide ausfallen, ist er trotzdem Meister. Geknackt werden kann er trotzdem. Wie performt er am Wochenende, wie das Auto, wie das Team, wie laufen die Boxenstopps? Da kann viel passieren, auch mit einem guten Vorsprung.
ran: Maro Engel ist Zweiter. Zuletzt gab es Missgeschicke, die Kollision mit Lucas Auer zum Beispiel. Bleibt so etwas hängen?
Schumacher: Das kommt auf den Fahrer an. Ich würde Maro so einschätzen, dass er damit schon zu kämpfen hat, auch wenn er es wahrscheinlich nie zugeben würde. Aber mit seiner Erfahrung kann er es ausblenden. Er hat ja auch direkt eingestanden, dass es auf seinem Mist gewachsen ist.
ran: Und er fährt eine außerordentlich starke Saison…
Schumacher: Genau. Wenn Maro eine stabile Saison hat, ist er fast unhaltbar. Und die hat er: Er hat Bathurst gewonnen, er hat die Nordschleife gewonnen, er ist Champion der GT World Challenge Endurance geworden. Er hat dieses Jahr fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Das Einzige, was ihm fehlt, ist der DTM-Titel. Da wird er alles geben. Ich bin mal gespannt: Vergangenes Wochenende bei der GT World Challenge Endurance in Barcelona lief es nicht so gut, wie sie sich das vorgestellt haben. Ob das noch ein bisschen an ihm nagt oder ob er das ausblenden kann, muss man abwarten.
ran: Mein Eindruck ist, dass Fahrer diese psychische Komponente nach außen gerne kleinreden. Wie groß ist der Faktor Kopf bei einem Finale?
Schumacher: Sehr groß. Der mentale Bereich macht 80 Prozent eines Rennfahrers aus. Wenn du da stark bist, steht dir nichts im Weg. Bei den Titelkandidaten ist das ohnehin kein Problem, die haben alle schon Meisterschaften gewonnen. Aber Thomas Preining geht anders ran als Maro Engel. Maro hat noch nie eine DTM-Meisterschaft gewonnen, Thomas schon. Der geht lockerer an die Sache. Und Marco Wittmann? Sein letzter Titel ist zehn Jahre her. Der will das auch noch mal unbedingt schaffen. Ich glaube, dass Maro und Marco sich deutlich mehr Druck machen als Thomas.
ran: 23 Punkte Vorsprung wirken viel. Aber ein Ausfall, und schon ist Engel fast dran. Was spricht für ihn?
Schumacher: Es ist auf keinen Fall einfach, 23 Punkte aufzuholen. Mit viel Glück schafft er es. Aber wenn Thomas keine groben Fehler macht und nicht ausfällt, wird das sehr schwierig.
Thomas Preining hat den Titel vor Augen.
Bild: Alexander Trienitz
David Schumacher: Titelchancen für Trio unrealistisch
ran: Zwischen den beiden gab es schon Meinungsverschiedenheiten, das Verhältnis gilt nicht als das beste. Spielt so etwas auf der Strecke eine Rolle?
Schumacher: Maro ist ein sehr fairer Fahrer, der nicht mit der Brechstange rangeht, um jemanden abzuräumen. Egal, wie sehr er ihn mag oder nicht. Natürlich ist die Konkurrenz etwas höher, man will denjenigen, den man nicht unbedingt mag, mehr schlagen als andere. Hier geht es um eine Meisterschaft, und beide werden alles geben, aber mit fairen Mitteln. Dass Maro den Thomas mit Absicht abschießt: So schätze ich ihn nicht ein.
ran: Marco Wittmann liegt nur einen Zähler hinter Engel. Wie sehen Sie seine Ausgangsposition?
Schumacher: Er ist in Lauerstellung, hat wenig zu verlieren und nur zu gewinnen. Der BMW funktioniert in Hockenheim gut und hat dort wirklich gute Überholmöglichkeiten. Wir haben eine sehr lange Gerade, da hat der BMW gegenüber dem Porsche einen deutlichen Vorteil. Aber der Porsche ist unheimlich wendig. Es wird schwierig für ihn. Die Möglichkeit ist da, und alle drei werden mit allen Mitteln versuchen, das Ding zu entscheiden.
ran: Auer, Cairoli und Thiim liegen 45, 47 und 50 Punkte zurück. Kann man die noch mitrechnen?
Schumacher: Fast nicht mehr. In der Theorie geht alles, aber bei einem normal ablaufenden Wochenende haben die drei keine Chance mehr. Es sei denn, die ersten drei räumen sich im ersten Rennen gegenseitig ab und die anderen punkten gut. Ansonsten ist es unrealistisch.
ran: Zurückhaltung ist für die Verfolger keine Option. Wem liegt der Angriff mehr, Engel oder Wittmann?
Schumacher: Maro wird etwas aggressiver vorgehen als Marco. Wenn ich Thomas Preining wäre, würde ich das anders machen. Traumszenario: Maro startet auf eins, Marco auf zwei, er auf drei. Dann würde ich an seiner Stelle die zwei fahren lassen, mich mit meinem Vorsprung dahinter einreihen und das Ding safe auf P3 oder P4 nach Hause bringen. Nicht in den Fight mit einem direkten Konkurrenten einmischen, das kann schnell in die Hose gehen.
ran: Das geht so problemlos? Man kann als Rennfahrer auf Ergebnis fahren, statt mit dem Messer zwischen den Zähnen um Platz drei zu kämpfen?
Schumacher: Das geht. Manche wollen jedes Rennen gewinnen, was für den Meisterschaftskampf aber nicht immer hilfreich ist. Manchmal muss man einsehen: Statt mit Risiko auf P3 zu fahren, lasse ich P4 und P5 durch und beende das Rennen auf P5. Was man aber nicht vergessen darf: Je weiter du nach hinten rutschst, desto wahrscheinlicher wird es, dass irgendein Mist passiert und dir jemand in die Quere kommt. Du musst den Mittelweg finden. Das ist meist einfacher gesagt als getan.
ran: Kann Preining das überhaupt, auf Taktik fahren?
Schumacher: Ich denke, das hat er nach dem letzten Jahr gelernt, nach dem, was am Sachsenring passiert ist. Dieses Jahr war er dort um einiges ruhiger und hat sich nicht mit Biegen und Brechen durchgequetscht, sondern an die Meisterschaft gedacht. Da ist er gewachsen. Er sagt eher mal: Okay, ich bleibe auf P3 oder P4 und nehme die Punkte mit, statt etwas zu riskieren.
Mehr Videos

ran racing DTM
DTM – HIGHLIGHTS: Regenreifen oder Slicks? Youngster lässt alle Staub schlucken
Videoclip • 05:14 Min

ran racing DTM
DTM: Einer überstrahlt alle - Sachsenring mit vorentscheidendem Titel-Charakter?
Videoclip • 56 Sek

ran racing DTM
DTM: "Bestes Rennen meines Lebens!" Ben Dörr nach Sieg überglücklich
Videoclip • 01:41 Min
DTM in Hockenheim: Wem liegt die Strecke?
ran: Eine Rolle spielen auch die Teams. Wo sehen Sie Vorteile?
Schumacher: Ich glaube, dass alle Vorteile haben. Sie haben alle einen extrem starken Teamkollegen. Bei Thomas Preining ist es Ricardo Feller, der ihm auf jede mögliche Weise helfen wird, diesen Titel einzufahren. Marco Wittmann hat mit Kelvin van der Linde einen unheimlich starken Mann an der Seite, der ihm wahrscheinlich bis zum Umfallen hilft. Bei Maro Engel ist es genauso. Die haben alle sehr starke Unterstützung, sowohl von den Teamkollegen als auch von den Werken. Da sehe ich Chancengleichheit.
ran: Wo sehen Sie das Erfolgsgeheimnis von Manthey?
Schumacher: Nach dem Gemecker am Norisring hat es geholfen, dass sie bei der BOP etwas besser eingestuft wurden. Manthey ist eine unheimlich sortierte, extrem gute Mannschaft. Aber das sind Winward und Schubert genauso. Ein großes Geheimnis wird es nicht geben. Alle geben ihr Bestes, Manthey hat es zuletzt am besten umgesetzt.
ran: Hat ein Konzept in Hockenheim die Nase vorn?
Schumacher: Nicht unbedingt, wir haben drei sehr verschiedene Konzepte. Der Porsche ist extrem stark in den engen Kurven und in den Bremszonen, gerade der letzte Sektor wird seine Stärke sein. Der Mercedes ist aerodynamisch sehr stark und spielt das im ersten Sektor aus, auch in den schnellen Passagen im zweiten. Der BMW ist auf der Geraden extrem stark und hat auf den übrigen Abschnitten einen Mittelwert. Beim Qualifying wird Mercedes wahrscheinlich vorne sein, bei der Racecraft sind BMW und Porsche etwas stärker. Die müssen nur schauen, dass sie im letzten Sektor überholen.
ran: Wer ist Ihr persönlicher Titelfavorit?
Schumacher: Derjenige, der mir die geilste Show liefert.
ran: Über dem Finale schwebt der Einspruch des Grasser-Teams. Wie sehen Sie die Sache?
Schumacher: Das spielt natürlich auch Thomas Preining in die Karten, weil Maro Engel dann weniger Punkte bekommt. Als Teamchef hätte ich das nicht anders gemacht, weil es dieses Bulletin ja wirklich gab. Das Einzige: Das Bulletin ist von 2024. Einerseits ist es alt, andererseits steht es immer noch im Reglement. Ich habe wirklich keine Ahnung, was sie am Ende entscheiden werden. Schade ist, dass wir so lange darauf warten mussten.
Thomas Preining und Maro Engel.
Bild: Alexander Trienitz
DTM - Kein Champion: "Das wäre eine Katastrophe"
ran: Im schlimmsten Fall steht am Sonntagabend kein Champion fest. Was würde das für die Serie bedeuten?
Schumacher: Das wäre eine Katastrophe. Dann sind die ganzen Feierlichkeiten weg, dann sind die Donuts weg, alles, worauf sich die Fans freuen. Dann ist es nur noch eine politische Entscheidung, die irgendwann fällt und festlegt, wer Meister ist. Ändern können wir es nicht mehr. Wir müssen hoffen, dass vielleicht noch vor dem Rennwochenende eine Entscheidung kommt. Oder dass es keine enge Titelentscheidung wird.
ran: Musste Grasser den Einspruch durchziehen? Sportlich bringt er dem Team ja eigentlich nicht mehr so viel.
Schumacher: Doch, sportlich bringt er unheimlich viel. Es geht um den ersten Sieg des Temerario, und das ist ein Riesenerfolg für Team und Hersteller. Wenn du mit einem ganz neuen Produkt in die Serie kommst und innerhalb weniger Monate den ersten Rennsieg feierst, ist das eine tolle Errungenschaft. Die will sich das Team nicht nehmen lassen. Ich hätte nichts anderes gemacht.
ran: Welches Fazit ziehen Sie vor dem Finale: Wie steht die Serie da?
Schumacher: Der Status ist noch immer sehr hoch, gerade was die Fahrer und die Qualität der Rennen angeht. Dazugekommen ist in diesem Jahr aber der politische Faktor, und der wird immer präsenter. Das tut weder den Medien noch den Zuschauern noch den Fahrern gut. Wenn sich Fahrer in die Medien stellen und anfangen zu meckern, das sei alles Politik und die wollen nicht, dass wir gewinnen – das braucht niemand.
ran: Hatte das Einfluss?
Schumacher: Glaube ich schon. Wenn ein Fahrer sagt, wir werden hier behindert, hast du viel Gequatsche im Hintergrund. Dann müssen der ADAC und alle Beteiligten schauen, dass sie das geradebügeln. Das hat man in Oschersleben gut gesehen, als der Porsche nach einem schwachen Wochenende auf einmal unheimlich stark war.
ran: Das Thema BoP sorgt immer wieder für Diskussionen. Ohne geht es aber nicht…
Schumacher: Ich finde sie unheimlich wichtig. Wenn jeder machen könnte, was er will, hätten wir einen Hersteller, der das Sechsfache an Budget freigeben kann. Dann haben wir ein Wettrüsten, nicht mit einer Million, sondern mit mehreren Millionen. Das haben wir aus der Class-One-Zeit gelernt, dass wir das nicht mehr haben wollen. Es werden bei der BoP aber immer nur die Nachteile diskutiert, das ist das Problem.
ran: Halten Sie die politischen Spielchen für gefährlich?
Schumacher: Politische Spielchen helfen im Sport in keiner Weise, die tun der DTM und dem Sport nicht gut. Sobald der Eindruck entsteht, dass politisch entschieden und eingegriffen wird, nimmt das einer Serie den Wert. Das müssen wir unterbinden und den Leuten klarmachen, dass im Hintergrund nicht die Werke mit Millionenbeträgen die Politik auf ihre Seite ziehen. Das ist dieses Jahr ein bisschen außer Kontrolle geraten. Da finde ich, dass man sich als Fahrer und vielleicht auch als Hersteller ein bisschen zusammenreißen und in den sauren Apfel beißen muss, dass man das nicht unbedingt in den Medien teilt, auch wenn es sehr interessant ist. Die Gespräche über diese Themen müssen stattfinden, aber sachlich.
ran: Was müsste sich ändern?
Schumacher: Man könnte sagen: Wir stellen euch ein Auto zur Verfügung, ihr setzt irgendeinen Fahrer hinein, der nichts mit einem Werk zu tun hat, ihr fahrt unser Auto auf der und der Strecke und messt aus, was angepasst werden muss, um die Rundenzeiten so ähnlich wie möglich zu bekommen und Chancengleichheit zu entwickeln. Wenn du aber manche Hersteller hast, die im freien Training mit 15 Kilo Sprit fahren, und andere, die mit 80 Kilo fahren, ist es für die Jungs natürlich schwierig, das perfekt einzuschätzen. Da müsste man eine Regelung finden, dass man sein volles Potenzial schon im freien Training zeigen kann, damit die einen besseren Überblick haben, was sie da eigentlich einstufen.
Die ständigen Nachfragen, dieses Reinhaken, dieses Salz in die Wunde streuen. Das kann man als Rennfahrer nicht leiden, und das wird so bleiben.
Schumacher: "Es gibt Fragen, bei denen man in Weißglut gerät"
ran: Sie waren wieder ran-Experte in dieser Saison. Was bringt Ihnen der Job?
Schumacher: Die Nähe zu den Medien, die man als Rennfahrer eher weniger hat. Du lernst die Leute hinter den Kulissen kennen. So, wie ich die Medien gekannt habe, waren sie immer anstrengend und nervig. Du wolltest eigentlich nur Rennen fahren und Ruhe im Hintergrund haben. Mittlerweile lernt man das zu schätzen und weiß, wie viel Arbeit da reinfließt.
ran: Was hat genervt?
Schumacher: Die ständigen Nachfragen, dieses Reinhaken, dieses Salz in die Wunde streuen. Das kann man als Rennfahrer nicht leiden, und das wird so bleiben. Am Ende ist das Ziel der Medien aber, eine interessante Story für die Zuschauer und Leser zu machen. Das muss man verstehen. Trotzdem gibt es Fragen, bei denen man in Weißglut gerät.
ran: Nehmen Sie als Experte jetzt mehr Rücksicht auf die Fahrer?
Schumacher: Ich versuche, Einblicke zu geben und Fragen zu stellen, die für den Zuschauer interessant sind. Aber nicht, dem Fahrer Sachen zu entlocken, die er nicht preisgeben möchte, oder ihm Wörter in den Mund zu legen. So etwas finde ich ganz schrecklich in den Medien. Es gibt explizite Journalisten einer bestimmten Medienanstalt, die das sehr gerne machen. Ich möchte nicht sagen, wen ich meine, aber die meisten deutschen Leser werden es wissen. Die gestalten Interviews so, wie sie sie gerne hätten, und nicht so, wie etwas gesagt wurde. Da werden Sachen aus dem Zusammenhang gerissen, die eine Katastrophe sind.
Mehr News

Formel 1
DTM und Formel 1: So teuer ist Motorsport für den Fahrer

DTM
DTM: Wie wird Thomas Preining am Hockenheimring Champion? Alle Szenarien im Überblick

DTM
DTM-Finale 2026 live: Qualifying und Rennen am Hockenheimring im Free-TV, Ticker und im Joyn-Livestream

DTM
Das große DTM-Power-Ranking zum Saisonfinale

DTM
Touchdown Hockenheim: Patriots beim DTM-Finale auf der Rennstrecke

DTM
DTM 2026 live: alle Infos zu den Terminen, Piloten & Übertragungen im kostenlosen Joyn-Stream


















