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Formel 1: Regel-Chaos in Silverstone: FIA vergibt präzedenzlose Strafe für Carlos Sainz
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von Anne Malinran Mehr Sport
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Während des Großen Preises von Silverstone ereignete sich in der Formel 1 ein kurioser Zwischenfall: In Runde 50 führte Carlos Sainz kurzzeitig das Rennen an, obwohl er eigentlich auf Rang zwölf lag.
Im Nachgang des Großen Preises von Silverstone verkündete die FIA, dass Carlos Sainz als erster Fahrer überhaupt eine Ein-Runden-Strafe bekommt. Auf seine Rennplatzierung wurde also einfach eine weitere Runde aufgerechnet.
Zwar verlor Sainz, der als Zwölfter über die Ziellinie fuhr, durch die Strafe keine Punkte, doch die Situation, die zu dieser Strafe führte, ist durchaus kurios.
Formel 1: Regel-Chaos während des Saftey-Cars
Die Ausgangslage in Runde 48 ist folgende: Carlos Sainz wurde bereits überrundet. Spitzenreiter Charles Leclerc fuhr am Ende seiner 48. Runde in die Box und kam auch wieder genau vor Carlos Sainz zurück auf die Strecke.
In Runde 49 zählt Sainz also weiter als überrundetes Auto, und Williams entscheidet sich, am Ende dieser Runde den Spanier ebenfalls an die Box zu holen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Rennen immer noch durch das Safety Car unterbrochen und das Fahrerfeld dementsprechend recht langsam unterwegs.
Sainz fuhr also am Ende der Runde Richtung Boxengasse, in der ein Tempolimit von 80 km/h herrscht. Bernd Mayländer hatte im Safety Car allerdings die Anweisung bekommen, möglichst langsam zu fahren, damit das Rennen noch einmal starten könnte.
Dazu kommt, dass in Silverstone nach dem Boxeneingang auf der Strecke noch einmal eine Kurve kommt, bevor es auf die Zielgerade zugeht. Die Einfahrt in die Boxengasse ist hingegen eindeutig kürzer und direkter. Zusammen haben diese Faktoren dazu geführt, dass Sainz die Ziellinie, die es theoretisch auch innerhalb der Box gibt, vor Charles Leclerc erreichte.
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Formel 1: FIA vergibt neue Strafe
Obwohl Sainz nach seinem Boxenstopp auf der Rennstrecke natürlich wieder hinter Leclerc fuhr, zählte der Rennwagen mit der Nummer 55 ganz offiziell nicht mehr als eines der überrundeten Autos, da Sainz die Ziellinie in Runde 50 vor Leclerc erreicht hatte.
Noch in derselben Runde durften alle überrundeten Rennwagen dann das Safety-Car überholen, um sich am Ende des Fahrerfeldes einzuordnen. Offensichtlich war auch Sainz überrundet worden, aber ganz theoretisch galt er in dieser Runde nicht mehr als überrundet.
Dementsprechend wurde Sainz von der Rennleitung auch nicht erlaubt, sich selbst zu entrunden. Zwar hieß es im Urteil der Rennkommissare später: „Die Rennkommissare stellten fest, dass das Auto mit der Startnummer 55 nach Abschluss seines Boxenstopps erneut ein überrundetes Auto war, als es wieder auf die Strecke fuhr."
Sainz hatte fälschlicherweise trotzdem das Safety Car überholt und war somit rein theoretisch sogar das erste Auto über der Ziellinie.
Da er aber gemäß Artikel B5.13.4c des FIA-F1-Reglements dazu nicht berechtigt war, sprach die FIA später eine Ein-Runden-Strafe aus, um diesen ganz theoretischen Fehler zu beheben. „Angesichts des außergewöhnlichen Streckenverlaufs bei dieser Veranstaltung können die Rennkommissare nachvollziehen, wie die Abfolge der Ereignisse zur Verwirrung im Team beigetragen haben könnte," räumte die Rennkommission im Abschlussbericht ein.
Trotzdem habe Williams zwei Fehler begangen. Zum einen habe das Team „versäumt, zu erkennen, dass Wagen 55 am maßgeblichen Bezugspunkt gemäß Artikel B5.13.4 c) kein überrundeter Wagen war" und zum anderen sei übersehen worden, „dass Wagen 55 nicht in der Meldung der Rennleitung aufgeführt war, in der die Wagen genannt wurden, die das Safety Car überholen durften."
Diese Kombination an Faktoren brachte die FIA dazu, Sainz einfach eine theoretische Strafrunde aufzubrummen. Somit fällt der Spanier auf Rang 17.
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