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Formel 1: Warum die ADUO nach hinten los geht
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von Anne Malin:newstime
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Die 2026er-Saison hat viele Regeländerungen mit sich gebracht: Die ADUO könnte jetzt noch einmal vieles verändern. Oder eben auch nicht.
Seit dem Großen Preis von Monaco sind die Additional Development and Upgrade Opportunities (ADUO) in aller Munde.
Das neue Ausgleichskonzept der FIA soll die Leistungsdifferenz zwischen den Teams minimieren und neuen Herstellern den Weg in die Königsklasse erleichtern, doch die Idee scheint bis jetzt eher nach hinten losgegangen zu sein.
Formel 1: Was genau ist ADUO?
Um die Leistungsdifferenzen zwischen den Herstellern kleiner zu halten, überwacht die FIA in festgelegten Bewertungszeiträumen die Leistungsfähigkeit aller Motoren.
Mit Hilfe eines eigenen Performance-Index, der sich aus verschiedenen Parametern wie dem Drehmoment an der Antriebswelle, der Motordrehzahl, der MGU-K-Leistung sowie deren Einfluss auf die Rundenzeit zusammensetzt, sollen die Unterschiede zwischen den Motoren gemessen werden.
Alle Hersteller, die im Messzeitraum zwei Prozentpunkte hinter dem besten Motor liegen, bekommen dann finanziellen und technischen Spielraum zugesprochen, um nachzubessern. In der Theorie soll damit die totale Dominanz eines Herstellers verhindert und die Formel 1 spannend gehalten werden.
Am Rande des Großen Preises von Monaco präsentierte die FIA die Ergebnisse des ersten Bewertungszeitraums, der von Anfang der Saison bis zum Grand Prix von Kanada andauerte.
Das Ergebnis: Red Bull hat den besten Motor. Mercedes sowie alle anderen Hersteller dürfen nachbessern.
ADUO: Der Grundsatzfehler im FIA-Konzept
Es gibt wohl wenige Stimmen in der Motorsportwelt, die nach den ersten fünf Rennen behauptet hätten, dass Mercedes einen Bonus nötig hat.
Dass Mercedes sich trotzdem für das höhere Budget und das extra Update qualifiziert hat, liegt daran, dass die ADUO-Parameter nur den Verbrennermotor berücksichtigen.
Obwohl die Boliden 2026 nahezu gleichermaßen vom Elektro- und Verbrennermotor abhängig sind, wird bei ADUO nur die "Internal Combustion Engine" (ICE) bewertet. Andere externe Faktoren wie Aerodynamik oder Kühlung spielen ebenfalls keine Rolle. Folglich wirken die ADUO-Ergebnisse verzerrt im Vergleich zur Realität auf der Strecke.
Tatsächlich können die vergebenen Upgrade-Token aber auch für Komponenten wie die Batterie und die MGU-K, die Rekuperationskomponente, verwendet werden.
FIA-Formelsportdirektor Nikolas Tombazis erklärt, dass sich alle Teams und Hersteller im Frühjahr 2025 auf diese Regelungen geeinigt hätten. Die Priorität sei gewesen, die Messung so einfach wie möglich zu halten.
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Formel 1: Red Bull fordert Überprüfung an
Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies forderte nun trotzdem eine Überprüfung des neuen FIA-Instruments an. Sein Team darf als einziges nicht weiter nachrüsten, obwohl der RB22 kaum konkurrenzfähig ist.
"Wir möchten auf jeden Fall eine vertiefte Diskussion führen, weil wir kein einziges Datenbeispiel sehen, das darauf hindeutet, dass wir einen Vorteil gegenüber unseren Freunden bei Mercedes haben", kritisierte Mekies.
Für die Bullen könnte ADUO durchaus zum mittel- bis langfristigen Problem werden. Entscheidet sich Mercedes beispielsweise, den Token für Batterieverbesserungen zu nutzen oder ihn bis nach Ungarn aufzusparen, würde Red Bull am Ende des nächsten Überwachungszeitraums wieder an der Spitze der Tabelle stehen.
Am Rande des Red-Bull-Heimrennens in Spielberg betonte der Teamchef noch einmal: "Es hätte auch erhebliche Auswirkungen, sowohl für diese Saison als auch für die kommende. Der Unterschied für uns wäre enorm, je nachdem, auf welcher Seite dieser Bewertung wir letztlich stehen."
Die FIA stimmte dem Red-Bull-Antrag zu und überprüft die Messungen noch einmal. Wann mit einem Ergebnis dieser Untersuchung zu rechnen ist, bleibt unklar.
Audi F1 Team: Der erste Rennstall bringt bereits Upgrades
Während Aston Martin ein mögliches Upgrade auf die Sommerpause datierte, hatte Audi schon in Barcelona nachgerüstet. Die in Barcelona eingesetzten Audi-Aggregate erhielten keine grundlegenden Änderungen, sondern vor allem Upgrades, die auf eine bessere Fahrbarkeit abzielten.
"Seit Anfang der Saison wussten wir, dass unser Abstand zu den Topteams zum größten Teil auf die Power-Unit zurückzuführen ist. Es war also keine Überraschung", erklärte Teamchef Mattia Binotto. Der verbesserte Motor sei dementsprechend faktisch fertig gewesen und das Team habe nur auf die Freigabe gewartet.
Rein ergebnistechnisch hat das Upgrade bisher noch keine großen Verbesserungen gebracht, doch Binotto erklärte: "Wir hoffen auf einen großen Entwicklungsschritt, aber eher mittel- und langfristig." Zudem erklärte er ironischerweise zum Thema Verbrenner: "Da kannst du nicht so viel herausholen."
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Aston Martin: Kann ADUO den echten Sorgenfällen helfen?
Honda kündigte an, diese Saison nur einen Token nutzen zu wollen. Beim japanischen Hersteller wurde wenig überraschend ein so großes Defizit festgestellt, dass sogar zweifach nachgerüstet werden dürfte.
Hondas Trackside General Manager und Chefingenieur Shintaro Orihara stellte aber klar, dass dieses Jahr nur ein Token eingelöst wird. Zwar können die Upgrades nicht auf die Folgesaison übertragen werden, doch Orihara erklärte durch die Blume hindurch, dass in Sakura der Fokus auf einem komplett neuen Motor für die kommende Saison läge.
"Wir gehen ein großes Risiko ein, um unsere Performance zu verbessern", fügte Orihara hinzu. Der gegebene Verbesserungsspielraum durch ADUO scheint für die großen Sorgenkinder der Formel 1 wohl nicht zu reichen.
Auch interessant: "Lewis Hamilton wird in Stich gelassen" - die Pressestimmen zum Österreich-Grand-Prix
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