Olympia
Olympia in Deutschland: DOSB schickt München ins Rennen
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von ran.de, SIDSat.1 NRW
NRW oder München: Wer hat mehr Olympia-Potenzial?
Videoclip • 03:25 Min
Deutschland geht mit München ins internationale Rennen um Olympische und Paralympische Sommerspiele. Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich bei seiner Mitgliederversammlung für die bayerische Landeshauptstadt entschieden und damit gegen die Region Rhein-Ruhr.
Die Entscheidung ist gefallen: München wird sich im Namen Deutschlands um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele bewerben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) votierte bei seiner Mitgliederversammlung für die bayerische Landeshauptstadt und erteilte damit der Konkurrenz aus der Rhein-Ruhr-Region eine Absage.
Für München ist es der Höhepunkt eines monatelangen Werbefeldzugs. Schon beim Bürgerentscheid im vergangenen Herbst hatten sich 66,4 Prozent der Münchnerinnen und Münchner für eine Bewerbung ausgesprochen, einer der klarsten Bürgervoten in der Geschichte der Stadt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte danach angekündigt, den DOSB mit Argumenten für München zu "fluten". Offenbar mit Erfolg.
Auch die Region Rhein-Ruhr, angeführt von Köln, hatte zuvor ein starkes Votum vorzuweisen: Beim Bürgerentscheid in Nordrhein-Westfalen stimmten 66 Prozent der Teilnehmenden für eine Bewerbung der Region unter dem Titel "KölnRheinRuhr". NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte von einem "historischen Rückhalt" gesprochen. Am Ende reichte es dennoch nicht gegen München.
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Söder nach DOSB-Wahl: "Kurzer Moment der Freude"
Die Landeshauptstadt setzte sich gegen den einzig verbliebenen Konkurrenten mit 91:50 Stimmen durch. Berlin hatte seine Bewerbung am Donnerstag zurückgezogen. Bei der Abstimmung der DOSB-Mitglieder im Kurhaus von Baden-Baden hatten die 42 olympischen Sportverbände (126) die meisten Stimmen, auch die Mitglieder des DOSB-Präsidiums (10) und fünf persönliche Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes durften sich mit jeweils einer Stimme beteiligen.
Keine Stimme hatten dagegen der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und zahlreiche weitere nicht-olympische Verbände. Die Auswahl hatte im Vorfeld für Unmut gesorgt.
"Der Moment der Freude ist ganz kurz. Jetzt heißt es: hart arbeiten. Ich sehe das als eine der größten Chancen an", sagte CSU-Chef Söder, der an die Adresse der Bewerbung von Köln/Rhein-Ruhr ausrichtete: "Ihr habt uns ganz schön ins Schwitzen gebracht." Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause war nach dem "Krimi" einfach nur "unendlich" froh: "Wir freuen uns, dass wir jetzt richtig loslegen können, um Olympia nach Deutschland zu holen."
Der Moment der Freude ist ganz kurz. Jetzt heißt es: hart arbeiten. Ich sehe das als eine der größten Chancen an.
Olympia-Entscheidung erst weitaus später zu erwarten
Für die bayerische Landeshauptstadt spricht vor allem die bestehende Infrastruktur: Mit dem Olympiapark aus dem Jahr 1972 verfügt München bereits über zentrale Sportstätten, die für ein neues Konzept genutzt werden könnten. Söder hatte das Argument im Vorfeld immer wieder betont: "Wir müssen nicht alles neu machen, wir haben fast alles da."
Offen bleibt vorerst, auf welches Jahr sich die deutsche Bewerbung konkret fokussieren wird. Im Gespräch sind die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird über die endgültige Vergabe der Spiele erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, München tritt zunächst als deutscher Kandidat gegen internationale Konkurrenz an. Erwartet werden unter anderem Bewerbungen aus Indien, Katar oder Saudi-Arabien.
Zehn Milliarden Euro Kosten
Klar ist, dass die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen mit hohen Kosten verbunden wäre. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) rechnet mit zehn Milliarden Euro, davon fünf Milliarden für das Eventbudget, das durch Ticketverkäufe und IOC-Zuschüsse gedeckt sein soll, und fünf Milliarden Euro für notwendige Infrastrukturmaßnahmen.
"Wir werden mit dem Bund darüber reden, inwiefern er sich beteiligen wird", sagte Krause auf der Pressekonferenz nach der Wahl Münchens in Baden-Baden: "Klar ist: Wir werden ab Sonntag mit den Gesprächen beginnen müssen, wir können nicht mit den Planungen auf die Entscheidung des IOC warten, sondern müssen jetzt loslaufen."
Aus Berlin gab es am Wahltag die erhofften Signale für den Fall einer erfolgreichen Olympiakampagne. "Wir wollen die Spiele wieder nach Deutschland holen! Dafür gebe ich als Finanzminister eine Olympia-Garantie: Wir wollen und wir können uns Olympische Spiele in Deutschland leisten", sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wies auf die vier Säulen der Finanzierung hin: Sponsoren, die Stadt, das Land Bayern und der Bund. Söder sagte: "Alle Investitionen sind Investitionen, die wir irgendwann ohnehin tätigen müssen. Natürlich sind das Milliarden, aber durch die Zeitachse können wir das einplanen."
Neben Unterstützung bei der Finanzierung fordert Krause weitere Hilfe vom Bund, um im Fall einer erfolgreichen Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 die Maßnahmen rechtzeitig umzusetzen. "Wir sind auf den Bund angewiesen, dass wir Planungsverfahren deutlich beschleunigen. Das kann ein Vorbild werden für Großprojekte in ganz Deutschland", sagte Krause.
Söder gab sich zuversichtlich. "Wir stehen unter besonderer Beobachtung, deshalb wird es Deutschland hinkriegen", sagte er.
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