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Olympia-Bewerbung: DOSB hat mit Entscheidung für München große Chance verpasst! Ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Kai Esser

Sat.1 NRW

NRW oder München: Wer hat mehr Olympia-Potenzial?

Videoclip • 03:25 Min


Der DOSB hat München als Bewerberstadt für mögliche Olympische Spiele ins Rennen geschickt. Dies ist keine Fehlentscheidung - aber in jedem Fall eine große verpasste Chance. Ein Kommentar.

Die Entscheidung ist gefallen: München ist die Stadt, mit der sich der DOSB für zukünftige Olympische Spiele bewirbt.

Die Region RheinRuhr mit der Ankerstadt Köln geht damit leer aus. München diese Ehre zuteil werden lassen, ist wahrlich keine Fehlentscheidung.

In aktuellen Zeiten jedoch wäre der Zuschlag für RheinRuhr ein echtes Statement gewesen. Man hätte damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und gegen Spaltung in der Region setzen können.

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Olympia in NRW wäre größtes Gemeinschaftsprojekt der Geschichte geworden

Was am Ende wohl gegen die nordrhein-westfälische Bewerbung sprach, war der wenig zentralisierte Ort.

Aber warum eigentlich?

Was spricht dagegen, einer ganzen Region diese Mammutaufgabe zu übertragen und das Projekt auf mehrere Schultern zu verteilen? Fußball und Reitsport in Aachen, Hockey in Mönchengladbach, Basketball, Volleyball und weitere Hallensportarten in Düsseldorf, Schwimmwettbewerbe in der Arena auf Schalke. Die Variationsmöglichkeiten wären grenzenlos und beispiellos gewesen.

Man hätte mehrere Millionen Menschen mitnehmen können. Mehrere Millionen Menschen hätten Olympia direkt "vor der Haustür" gehabt. Stattdessen bekommt erneut München das Privileg, das bereits Standort für Champions-League-Finals, Leichtathletik-EMs und vieles mehr war.

Nicht zu vergessen die letzten Olympischen Spiele in Deutschland, 1972.

Das bedeutet vor allem auch, dass München den größten Pluspunkt hervorbringen kann: Erfahrung mit derartigen Großereignissen. Wenn eine deutsche Stadt weiß, wie man ein solches Event ausrichtet, dann München, daran gibt es keinen Zweifel.

Dennoch sind deutlich mehr Menschen nach der DOSB-Entscheidung enttäuscht als glücklich.

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DOSB-Entscheidung: Deutschland bietet deutlich mehr als nur München

Was bei der Entscheidung für München ebenfalls zu kurz kommt, ist der Blick auf das große Ganze. NRW ist eben nicht nur Köln oder Düsseldorf, sondern auch das Ruhrgebiet. Eine Region, die seit dem Ende von Kohle und Stahl seit Jahrzehnten um neue Perspektiven kämpft.

Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen: Städte, die selten im Rampenlicht stehen, hätten mit Olympia die Chance auf echte Aufmerksamkeit, Investitionen und Strukturwandel bekommen. Nicht nur für zwei Wochen, sondern als nachhaltiger Impuls.

Genau das ist die Stärke des NRW-Konzepts gewesen: Eine strukturstarke Gegend nimmt eine strukturschwächere an die Hand. Aachen, Düsseldorf und Köln als wirtschaftliche Zugpferde, das Ruhrgebiet als Nutznießer der Strahlkraft durch die olympischen Spiele.

Stattdessen bekommt München zum wiederholten Male die große Bühne. Eine Stadt, die ohnehin zu den wohlhabendsten und bekanntesten Standorten Deutschlands zählt und diese Werbung längst nicht mehr nötig hat.

Olympia in NRW wäre die Gelegenheit gewesen, ein Zeichen zu setzen, dass Deutschland eben nicht nur aus seinen Vorzeigestädten besteht.

München wird nichtsdestotrotz auch dieses Mal liefern. Nur bleibt die Frage, wie viele solcher verpassten Gelegenheiten sich ein Land noch leisten will, das eigentlich weiß, wo Unterstützung dringender gebraucht wird.

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