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Tour de France: Pogacar zum fünften Mal Tour-Sieger - Van der Poel siegt bei Herzschlagfinale in Paris

Veröffentlicht:

von SID

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Videoclip • 01:54 Min


Tadej Pogacar greift auch zum Tour-Abschluss in Paris nach einem Etappensieg. Letztlich setzt sich aber Mathieu van der Poel durch. Ein Deutscher landet weit vorne.

Mit fünf ausgestreckten Fingern feierte Tadej Pogacar schon auf der Ziellinie seinen historischen fünften Tour-Triumph, dann betrat der Radsport-Superstar im Gelben Trikot das Podest in Paris und lächelte zufrieden.

Dass er bei der wilden Etappenjagd am Sonntag auf den Champs-Élysées den Tagessieg seinem Klassiker-Rivalen Mathieu van der Poel überlassen musste, nahm Pogacar gelassen hin. Nach dem spektakulären Finale der 113. Tour hatte der Weltmeister schließlich genug Grund zum Jubeln: Mit nur 27 Jahren zählt der Slowene zu den Rekordsiegern der Frankreich-Rundfahrt.


"Es war ein unglaublicher Tag. Ich bin sprachlos, die Atmosphäre war fantastisch", sagte Pogacar nach der Fahrt durch die Menschenmassen auf den Pariser Straßen. Bei jeder seiner sieben Teilnahmen stand er am Ende auf dem Podest.

"So ein Drehbuch kann man eigentlich gar nicht schreiben. Jeder Sieg ist besonders. Das Wichtigste ist, dass man das, was man tut, genießt", sagte Pogacar, der dennoch froh war, "dass es vorbei ist".

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Pogacar siegt mit mehr als sechs Minuten Vorsprung

Die Bestmarke von fünf Tour-Triumphen teilt sich Pogacar mit den Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie Eddy Merckx (Belgien) und Miguel Indurain (Spanien). Die sieben Tour-Erfolge von Lance Armstrong sind wegen dessen Doping-Vergangenheit gestrichen worden..

Pogacar (UAE Emirates-XRG) beendete die Große Schleife mit 6:26 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Belgier Remco Evenepoel. Am Ort seines größten Einzelerfolgs bescherte der Doppel-Olympiasieger von Paris 2024 dem deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe die erneute Podestplatzierung, für die im Vorjahr Florian Lipowitz gesorgt hatte.

Der deutsche Hoffnungsträger war nach einem Sturz im Einzelzeitfahren der 16. Etappe ausgeschieden. Lipowitz' Nachfolger im Weißen Trikot und Gesamtdritter wurde Pogacars Teamkollege Isaac Del Toro (+9:42). "Das ist ein tolles Podium", sagte Pogacar.

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Van der Poel gewinnt verkürzte Etappe

Sein sechster Etappensieg bei der Tour 2026 war ihm auf der Zielgeraden entglitten. Jubeln durfte auf der auf 88,7 km verkürzten 21. Etappe stattdessen der Niederländer van der Poel (Niederlande) vor Jasper Philipsen (Belgien/beide Alpecin-Premier Tech) und Mads Pedersen (Dänemark/Lidl-Trek). Der deutsche Sprinter Max Kanter trauerte als Vierter der verpassten Chance hinterher. "Das ist bitter. Ich bin gerade ziemlich enttäuscht", sagte Kanter in der "ARD": "Ich werde weiter an mir arbeiten und hoffe, dass ich stärker zurückkommen kann."

Die letzte Etappe war von 133 km auf nur 88,7 km gekürzt worden. Das französische Innenministerium hatte am Samstag entschieden, einen Teil der ursprünglich für die Absicherung der Schlussetappe eingeplanten Sicherheitskräfte abzuziehen. Die Einheiten sollen stattdessen die Einsatzkräfte in den von den Bränden betroffenen Regionen Frankreichs unterstützen.

Der offizielle Start erfolgte daher an der Ziellinie in Paris - und Pogacar rollte auf einem Rad in gelber Sonderlackierung an. Für Pogacar begann die Tour d'Honneur. Der Topstar klatschte gelöst mit den anderen Trägern der Wertungstrikots ab, dann posierte er freihändig fahrend Arm in Arm mit seinen Teamkollegen um den Kölner Nils Politt für Fotos. "Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. Es war von Barcelona bis Paris eine Top-Tour", sagte Politt der "ARD" vor dem Start.

Van der Poel attackiert am Montmatre-Aufstieg

Nach zwei lockeren Runden auf den Champs-Élysées nahm das Peloton Tempo auf, ernst wurde es aber erst, als die Fahrer nach rund 40 Kilometern erstmals auf den Rundkurs am Montmartre einbogen. Es erwartete sie ein ohrenbetäubendes Spektakel: Wie schon im Vorjahr und bei den Olympischen Sommerspielen 2024 säumten Zuschauermassen die schmale Kopfsteinpflaster-Passage hinauf zur Basilika Sacré-Coeur.

Bei der zweiten von drei Überfahrten machte Pogacar ernst und lancierte mit einer kraftvollen Attacke ein Ausscheidungsfahren. Einzig Klassikerjäger van der Poel hielt das Hinterrad des Mannes in Gelb. In der Abfahrt schlossen Evenepoel und Mads Pedersen im Grünen Trikot aber wieder auf, auch das Hauptfeld kam noch einmal heran.

Ex-Weltmeister van der Poel attackierte seinerseits auf dem letzten Montmartre-Aufstieg, Pogacar folgte. Das Duo, das sich im Frühjahr bei Klassikern wie Mailand-Sanremo oder Paris-Roubaix harte Duelle geliefert hatte, kämpfte nach der Abfahrt im Verbund gegen die heraneilenden Verfolger. Der knappe Vorsprung schmolz. Pogacar ließ auf dem Schlusskilometer abreißen, van der Poel rettete den Sieg mit einem Tigersprung auf der Ziellinie.

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