Tennis
Alexander Zverev: Tennis-Ikone Boris Becker und Andrea Petkovic durchleuchten die zukünftige Nummer eins - fünf Schlüsselfaktoren für den Erfolg
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von Dominik Hager:newstime
Zverev wird erstmals Nummer eins der Tennis-Welt
Videoclip • 01:11 Min • Ab 12
Alexander Zverev steht vor dem Sprung an die ATP-Spitze. In ihrem Podcast diskutieren Boris Becker und Andrea Petkovic, was das deutsche Tennis-Ass so stark macht.
Alexander Zverev steht kurz davor, die Nummer eins der Tennis-Welt zu werden. Inzwischen geht es nur noch um den Zeitpunkt, an dem der Deutsche die aktuell verletzte Nummer eins, Jannik Sinner, entthront. Nach dem ATP-Turnier in Wien (2. November) könnte es schon so weit sein.
Die deutsche Tennis-Legende Boris Becker bezeichnete den Aufstieg von Zverev zur Nummer eins als "absolut verdient", obwohl der 29-Jährige in den direkten Duellen mit Sinner und Carlos Alcaraz immer wieder den Kürzeren zog.
Gemeinsam mit seiner Podcast-Partnerin Andrea Petkovic philosophierte Becker über die vielen Faktoren, die Zverev an die Spitze gebracht haben.
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Alexander Zverev: Körperlich trotz Diabetes-Erkrankung enorm fit
Zwar hat Alexander Zverev als Diabetiker mit einer ernsthaften Erkrankung zu erkämpfen, die ihn auch in manchen Spielen mal mehr und mal weniger beeinträchtigen kann, jedoch kann sich Zverev darüber hinaus meist voll auf seinen Körper verlassen.
"Die Diabetes-Erkrankung ist eigentlich ein erschwerender Faktor. Er redet nicht gerne darüber, deswegen wissen die Leute gar nicht wie schwer das ist, mit der Erkrankung sportlich so konstante Leistungen zu bringen. Aber das schafft er", zeigte sich Petkovic beeindruckt, ehe sie die große Stärke des fast zwei Meter großen Tennisprofis hervorhob.
"Er hat einen begnadeten orthopädischen Körper, der so lang, agil, muskulös und dynamisch, aber trotzdem nicht verletzungsanfällig ist. Das ist sehr selten bei langen Männern. Gerade die Hartplätze gehen auf die Knochen. Das hat er gottgegeben, aber auch dank Jazz Green, mit dem er seit er 17 Jahre alt ist zusammenarbeitet", beschrieb Petkovic.
Becker zeigte sich von der Verfassung des 29-Jährigen ebenfalls angetan. "Er ist körperlich der beste, der fitteste", machte er deutlich.
Alexander Zverev: Volle Unterstützung von der Familie und seinem Team
Zverev hatte im Laufe seiner Karriere zwar immer wieder prominente Trainer wie Toni Nadal an seiner Seite, kehrte jedoch letztlich immer wieder zu seiner Familie zurück und wird derzeit von seinem Vater trainiert.
"Sein Vater ist so mit die wichtigste Person in seinem sportlichen Leben", erklärte Becker. Doch auch sein Bruder Micha Zverev spiele eine besondere Rolle. "Er hat ja seine Karriere auch deswegen beendet und begleitet ihn bei jedem großen Turnier", verdeutlichte der einstige Wimbledon-Sieger.
Doch auch der von Petkovic angesprochene Jazz Green und sein Physiotherapeut seien wichtige Personen. "Sie sind bei allen wichtigen Turnieren an seiner Seite", machte Becker klar. Zwischen Zverev und seinem Team besteht ein enorm enges Vertrauensverhältnis.
Alexander Zverev gehört zu den fleißigsten Spielern der Tour
Alexander Zverev ist ein absoluter Vollprofi und ordnet dem sportlichen Erfolg alles unter. "Er lebt Tennis, er fühlt Tennis, er ist Tennis, er macht nichts anderes. Er wirft sein ganzes Leben dem Sport unter und das muss man eben auch machen. Es gibt wenige andere Spieler, die so klar sind, dass nichts anderes zählt als der Leistungssport. Das muss man ihm hoch anrechnen", verdeutlichte Becker.
Daher höre man auch wenig von seinem Privatleben und anderen Hobbys. "Es geht immer um das nächste Turnier", führte die deutsche Tennis-Ikone weiter aus. Zverev habe sich mit seinem konsequenten Training "alles wirklich erarbeitet, ihm ist nichts zugeflogen".
Petkovic sieht das ähnlich. "Es wurde immer ein wenig unterschlagen, was er für eine Willenskraft hat. Wenn er mal ein schlechtes Match spielt oder nicht zufrieden ist, ist er neben Jannik Sinner der einzige Spieler, der nach dem Match nochmal auf den Trainingsplatz geht", führte die deutsche Ex-Spielerin aus. Entscheidend sei, dass Zverev nach Niederlagen "nicht den Kopf in den Sand steckt und sich in sein Zimmer einsperrt, sondern aktiv versucht, eine Niederlage zu überwinden, indem er nochmal auf den Platz geht".
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Alexander Zverev hat an mentaler Stärke gewonnen
Immer wieder wurde Zverev nachgesagt, in entscheidenden Momenten, seine Qualitäten nicht zur Geltung bringen zu können. Genau das hat sich geändert, was auch seine zwei Grand-Slam-Siege beweisen. "Es hat lange gedauert, bis er verstanden hat, dass er die Qualitäten hat, zu einer Nummer eins werden zu können. Deswegen hat er es auch erst mit 29 geschafft. Er hat oft an sich gezweifelt. Er wirkt von außen immer so selbstsicher, aber im Kern war das nicht immer so.
Zverev habe es in 2026 "erfolgreich widerlegt", dass er eine Art Looser sei, der keine großen Matches gewinnen könne. Inzwischen habe er eine "gewisse Nervenstärke und persönliche Reife" erlangt.
Alexander Zverev hat seinen Spielstil optimiert
Zverev war zwar schon immer gut für schnelle Aufschläge und kräftige Grundlinienschläge, jedoch hat er sein Spiel über die Jahre optimiert. "Wir haben viel über seine Spielanpassung gesprochen, über das aggressivere Spielweise und die bessere Vorhand", erläuterte Petkovic.
Besonders eklatant seien jedoch seine Verbesserungen beim Service. Vor fünf, sechs Jahren habe er laut Petkovic "noch gar nicht servieren können und 16 Doppelfehler gemacht". Nun könne er mit "220 km/h aufschlagen und eine Quote von 70 bis 80 Prozent" verzeichnen.
Becker sieht im Aufschlag eine besondere Waffe. "Es ist der einzige Schlag, der nicht vom Gegner abhängig ist. Du kannst selbst entscheiden, wohin und wie hart du aufschlägst. Sascha hat das perfektioniert. Gerade beim zweiten Aufschlag. Vor fünf, sechs Jahren hatte er mehr Doppelfehler als Asse. Ich habe echt den Kopf geschüttelt, aber auch das ist vorbei", erläuterte er.
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