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NFL: Acht Teams noch ungeschlagen – aber nicht alle sind auch Titelkandidaten
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Acht Teams sind in der NFL noch ungeschlagen, aber nicht bei allen steckt auch drin, was aktuell draufsteht. ran entlarvt die Pretender und kürt die Contender.
Nach zwei NFL-Spieltagen (und einem Thursday Night Game zum Auftakt von Woche 3) gibt es genau acht Teams, die mit einer makellosen Bilanz von zwei Siegen und ohne Niederlage in die Saison gestartet sind.
Was auf den ersten Blick wie der perfekte Start aussieht, ist aber nicht bei allen Mannschaften gleich aussagekräftig. Ob die 2-0-Bilanz sie zu Titelkandidaten macht, hängt nämlich nicht nur von Siegen und Niederlagen ab, sondern auch von der Tagesform der Gegner, von Verletzungen und durchaus auch vom Glück, einen leichten Auftaktspielplan zu haben.
Welche Teams könnten unantastbar durch die Saison marschieren und um die Vince Lombardi Trophy kämpfen – und wen holt schon bald die erste Niederlage zurück auf den Kunstrasen der Tatsachen?
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Cincinnati Bengals: Joey B endlich mit D-fense
Zweite Saison in Serie mit einem 2-0-Start für die Bengals. Wie es 2025 danach weiterging, ist schnell erzählt: Quarterback Joe Burrow verletzte sich am zweiten Spieltag, verpasste die folgenden neun Spiele und konnte trotz eines berauschenden Comebacks gegen die Ravens den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen.
2026 ist aber alles anders. Burrow ist gesund – und plötzlich hat er auch seriösen Support auf Seiten der Defensive. Gegen die Tampa Bay Buccaneers erzwang die Verteidigung vier Ballverluste, gegen die Houston Texans ließ sie keinen Touchdown zu.
Wenn jetzt noch Ja’Marr Chase komplett zündet und – das ist das größere Wenn – wenn Burrow eine komplette Saison lang gesund bleibt wie in nur 50 Prozent seiner NFL-Spielzeiten bisher, dann sind die Bengals ganz klar ein Contender.
Las Vegas Raiders: Noch nicht all-in
Die Raiders hier? Sind wir ehrlich, spätestens für den zweiten Spieltag hatten wir ihnen die erste Niederlage angedichtet. Gegen ein Miami, das tief im Rebuild steckt, kann man zum Saisonstart mal gewinnen, aber gegen Los Angeles Chargers, die nach einem schwer enttäuschenden Auftaktwochenende Wiedergutmachung betreiben mussten?
Die Gegner von Las Vegas haben bislang noch kein Spiel gewonnen – und trotzdem ist der positive Saisonstart der Raiders eine Überraschung. Neu-Cheftrainer Klint Kubiak ist eigentlich Offensiv-Guru, aber das Highlight bisher war die Vegas-Defensive mit fünf Ballgewinnen und acht Sacks.
Ashton Jeanty sieht hinter einer reparierten Offensive Line endlich aus wie der Running Back, für den ihn im Draft 2025 alle hielten und Quarterback Kirk Cousins tut ohne Schlüsselspieler Brock Bowers genug, um Nummer-eins-Pick Fernando Mendoza weiter zum Edel-Zuschauer zu machen. Reicht das am Ende auch für die Spitzenteams, die sich reihenweise im Kalender der Raiders tummeln? Höchstwahrscheinlich nicht.
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Buffalo Bills: Endlich ihr Jahr?
Neuer Trainer, neues Stadion, neuer Anlauf auf den Super Bowl? 2025 sah aus wie die große Chance der Bills, um ohne Duell gegen Chiefs oder Bengals endlich das Endspiel zu erreichen. Aber dann stolperten Josh Allen und Co. wieder einmal in der Divisional Round, nur diesmal eben über die Denver Broncos – und das kostete Sean McDermott den Job als Head Coach.
Josh Allen erzählte von Gewissensbissen gegenüber seinem alten Cheftrainer, weil er sich als Spieler schuldig für dessen Entlassung fühlte – und spielt deshalb 2026 wieder, als müsste er der ganzen Football-Welt etwas beweisen. Allen ist schon jetzt auf MVP-Kurs und die Offense unter Neu-Coach Joe Brady so potent wie keine andere in der Liga.
Die Bills sind der klarste Contender früh in dieser Saison. Offensiv brennen sie ein Feuerwerk ab, das auch kleinere Sorgenfalten in der Defense locker kaschiert. Nur blöd, dass auch die Bengals und Chiefs dieses Jahr wieder mitmischen.
San Francisco 49ers: Sanka-cisco 49ers
Es scheint, als sei die eigene Verletzungsbilanz in dieser Saison bisher der größte Herausforderer der 49ers. Die Liste der Ausfälle ist so lang, dass Head Coach Kyle Shanahan quasi Triage betreiben muss, weil er auf seiner Injured Reserve List nur acht Spieler als Rückkehrer unter der Saison designieren kann, er aber mehr Kandidaten hätte.
Sportlich läuft’s trotzdem: Mit den aufgrund schlechter Reiseplanung müden Rams machten die Niners in Melbourne kurzen Prozess, und die Dolphins waren am zweiten Spieltag nur eine Randnotiz. Auf dem Papier ist das ein beeindruckender Saisonstart, angeführt vom fehlerfreien Quarterback Brock Purdy.
Größtes Fragezeichen bleibt, ob der dezimierte Kader auch gegen nicht gejetlaggte Rams und defensiv unberechenbare Seahawks performt. Aber bis dahin sind die 49ers eindeutig Contender, denn sie beweisen seit Jahren, dass sie die Opferrolle nicht nötig haben, wenn sie auf dem Spielfeld stehen.
Seattle Seahawks: The Dark Side Returns
Seit zwölf Spielen ungeschlagen – und das, obwohl sich Quarterback Sam Darnold bereits früh beim Saisonauftakt verletzte und seither von Backup Drew Lock mehr als ordentlich vertreten wird. Klar, ein Jaxon Smith-Njigba in herausragender Form und eine Defensive auf Vorjahresniveau machen es ihm einfach, das Spiel nicht an sich reißen zu müssen.
Der echte Härtetest für die Verteidigung lässt allerdings noch auf sich warten. Von Drake Maye gab’s am ersten Spieltag drei großzügige Geschenke und der Hype um ihr eigenes Team war wohl selbst den Cardinals so unheimlich, dass sie ihn mit einem schwachen Auftritt in Woche zwei relativierten.
Die Selbstverständlichkeit, mit der Lock von Darnold übernahm und auch gegen eine starke Patriots-Defense fehlerlos dirigierte, ist die eines Super Bowl Champions. Doch die Härtetests warten auch dieses Jahr in der eigenen Division gegen die 49ers und die Rams. Noch deutet nichts darauf hin, dass Seattle sich vor den Playoff-Gegnern der vergangenen Saison verstecken muss, aber bis dahin gibt’s den Contender-Stempel nur mit Fußnote.
Minnesota Vikings: Mindestens defensiv gut
Wer seine ersten beiden Saisonspiele direkt gegen (höher gerankte) Division-Konkurrenten gewinnt und sich in beste Ausgangslage bringt, kann unmöglich nur Pretender sein, oder? Es hängt wohl vieles von der Quarterback-Situation ab.
Carson Wentz verwaltet das Spiel einer biederen Vikings-Offensive seit dem frühen Ausfall von Kyler Murray im ersten Saisonspiel, ohne das ganz große Risiko zu suchen. Muss er aber auch nicht, denn er hat eine Top-Defensive im Rücken. Nur ob das gegen die Spitzenteams der Liga reicht, ist ungewiss.
Sicher ist nur: An der Verteidigung von Defense-Mastermind Brian Flores wird’s nicht scheitern. Die Bears erzielten beim Saisonauftakt fast 60 Punkte gegen die Panthers – eine Woche später gegen Minnesota aber nur noch 3. Wenn die Vikings sich erfolgreich durch den dankbaren Spielplan der kommenden vier Wochen pflügen (Tampa Bay, Miami, New Orleans und Indianapolis), müssen sie zu den Playoff-Kandidaten gezählt werden. Bis dahin machen die Fragezeichen in der Offensive sie zum Pretender.
Philadelphia Eagles: Flug mit Turbulenzen
Die zwei dankbaren Gegner zum Saisonauftakt kamen Philly entgegen. Zwei hauchdünne Siege gegen nur die Commanders und nur die Titans sind aber alles, was die Eagles zum jetzigen Zeitpunkt benötigen, um sich irgendwie ins Titelrennen reinzuwurschteln.
An Talent fehlt es in Philadelphia nicht, aber ein neuer Receiver-Mix, ein neuer Offensive Coordinator, Formschwankungen bei Quarterback Jalen Hurts sowie Verletzungssorgen um Saquon Barkley und Dallas Goedert sorgen dann schon mal dafür, das Spiele für den Favoriten nicht zum Selbstläufer werden.
Für den Moment haben die Eagles den Vertrauensvorschuss eines Playoff-Dauerbrenners und die Qualität eines Contenders. Aber sobald es nicht mehr gegen die Chicago Bears und deren dritten Quarterback geht wie am dritten Spieltag, wird sich zeigen, ob der Super Bowl Champion der Saison 2024 dieses Jahr wirklich Reiseflughöhe erreichen kann.
Kansas City Chiefs: Die Auferstehung (Taylor’s Version)
Mit Patrick Mahomes’ Kreuzband-Verletzung endete für die Chiefs eine Saison 2025 zum Vergessen. Doch pünktlich zum Kickoff 2026 meldete sich der Quarterback fit zurück – um mit neuer Unterstützung in der Offensive wieder anzugreifen.
Super-Bowl-MVP Kenneth Walker III von den Seahawks hat seine Form konserviert und läuft in den ersten beiden NFL-Wochen alles in Grund und Boden. Kansas City hat endlich wieder ein Laufspiel, um seinen Spielmacher zu entlasten. Und Travis Kelce fühlt sich zur großen Freude von Ehefrau Taylor Swift mit 36 Jahren wie ein 22-Jähriger.
Ein klarer Sieg über Vorjahres-Halbfinalist Denver Broncos und ein Overtime-Erfolg gegen tapfer kämpfende Colts: Das sieht zum Leid von 31 NFL-Teams wieder mehr nach den alten Chiefs aus und keinesfalls nach einem Zufallsprodukt. Mit dieser Offense, die jeden Shootout mitgehen kann, muss Kansas City auch vor defensiven Schwächephasen keine Angst haben.
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