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NFL: Green Bay Packers implodieren gegen Underdog Atlanta Falcons - O-Line bringt Quarterback Jordan Love zur Verzweiflung

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

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NFL: Michael Penix Jr. im Beastmode! Keine Chance für Packers

Videoclip • 02:59 Min


Die Green Bay Packers gehen zum Auftakt von Week 3 der NFL-Saison gegen die Atlanta Falcons unter. Die Probleme sind vielschichtig. Dass sich in dieser Saison noch viel verbessert, erscheint äußert fraglich. Eine Analyse.

War es bloß Enttäuschung? Oder doch schon so etwas wie Resignation? "Wir müssen herausfinden, was wir gut machen. Aber im Moment weiß ich nicht, was wir in der Offensive gut machen", zog Matt LaFleur, Head Coach der Green Bay Packers, ein ernüchterndes Fazit nach dem Heim-Debakel gegen die Atlanta Falcons.

Mit 14:35 verloren die Packers gegen einen Gegner, der nach zwei Wochen nicht NFL-tauglich wirkte. Ein Gegner, der in diesen zwei Spielen zuvor insgesamt kein einziges Mal (!) auch nur die Redzone erreichte. Und der im hohen Norden von Wisconsin plötzlich aussah wie ein Playoff-Anwärter. Die Fans im Lambeau Field quittierten die Leistung ihres Teams folglich mit gewaltigen Buhrufen.

Dass die Falcons wieder auf Quarterback Michael Penix Jr. zurückgreifen konnten, mag Atlanta sicherlich geholfen haben. Im Vergleich zu den verheerenden Auftritten mit Cooper Rush war das eine ganz andere Mannschaft, bei der die Top-Stars Bijan Robinson und Drake London wieder zündeten. Aber die Packers ließen es auch zu. Und fanden offensiv keine Antworten, um mitzuhalten.

Dass die Offense trotz eines Quarterbacks wie Jordan Love und Wide Receivern wie Matthew Golden und Christian Watson solche großen Probleme offenbart, hat verschiedene Gründe. Der Quarterback hat daran den geringsten Anteil, denn dass die Packers überhaupt Punkte erzielen, liegt einzig an Love und seiner individuellen Qualität.

Denn Unterstützung erhält er quasi gar keine. Die Offensive Line, die eigentlich die Grundlage für ein funktionierendes Spiel liefern sollte, ist bei den Packers die große Schwachstelle. Gegen die Falcons ließ die O-Line allein 15 Quick Pressures zu. Love stand also 15-mal nach spätestens 2,5 Sekunden unter Druck. Ein Horrorwert, mit dem kaum ein Quarterback vernünftig arbeiten kann.

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Offensive Line der Packers ist massiv ersatzgeschwächt

Ursächlich hierfür sind massive Verletzungsprobleme in der Offensive Line. Right Tackle Zach Bako-Bewele verletzte sich beim knappen Sieg über die New York Jets schwer, ein Patellasehnenriss beendete seine Saison vorzeitig. Zudem fiel Guard Aaron Banks mit einer Zehenverletzung aus, außerdem rückte Rookie Jager Burton in die Startformation - ein gelernter Center, der nun als Left Guard aushelfen musste.

Ein gefundenes Fressen für jede Defense, selbst für jene verletzungsgeplagte Front der Falcons. Zwölf Quarterback Hits sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Dabei muss Atlanta ohne seine beiden nominell besten Pass Rusher Jalon Walker und James Pearce auskommen.

Insgesamt stand Love gegen die Falcons bei 44,44 Prozent seiner Dropbacks unter Druck, obwohl die Falcons kaum blitzten. Nur in 16,67 Prozent der Fälle schickte Atlanta einen zusätzlichen Rusher. Heißt im Umkehrschluss: Schon mit dem Standard aus vier Rushern - ohne die beiden Top-Stars - waren die Packers heillos überfordert.

Die Probleme der Offensive Line zeigen sich aber nicht nur im Pass Blocking, sondern auch im Laufspiel der Packers. Unfassbare 17 (!) Rushing Yards standen gegen die Falcons letztlich im Boxscore, ein absurd schlechter Wert. Hier hilft der Ausfall von Josh Jacobs nicht, der weiter auf der Commissioner's Exempt List steht. Doch sein Fehlen ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit.

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Green Bay Packers: Kritik an Matt LaFleur wächst

Für Verletzungen sowie das Verhalten seines Running Backs kann LaFleur nichts. Doch als offensiver Playcaller ist es seine Aufgabe, Lösungen für die Probleme zu finden und die Offense zumindest funktional zu machen. Das gelingt dem 46-Jährigen aber nicht, weshalb auch er immer stärker unter Druck gerät.

Denn die Krise der Packers ist keine kurzfristige Momentaufnahme der ersten Wochen der neuen Saison. Schon die vergangene Spielzeit endete mit einer Niederlagenserie. Das Playoff-Aus gegen die Chicago Bears mit eingerechnet, verlor Green Bay saisonübergreifend sieben der vergangenen acht Spiele. Der einzige Sieg war jener nach Overtime gegen die Jets in der Vorwoche.

Das Playcalling von LaFleur wurde in dieser Zeit immer wieder kritisiert. Dennoch bekam der Head Coach in der vergangenen Offseason einen neuen Vertrag. Eine Entscheidung, die bereits zum damaligen Zeitpunkt nicht uneingeschränkt positiv gesehen wurde. Und jetzt erst recht nicht.

Bitter für die Packers: Aussicht auf Besserung in der Offense gibt es für den weiteren Saisonverlauf nicht. Neue Offensive Linemen kann sich LaFleur nicht backen, die Rückkehr von Jacobs ist nach wie vor offen. Und der Coach selbst wirkt immer ratloser.

Zwar scheint Golden inzwischen in der NFL angekommen zu sein und der lange verletzte Tight End Tucker Kraft dürfte immer mehr an seine 100 Prozent kommen. Das reine Hoffen auf die individuelle Qualität der Playmaker im Passspiel, ohne funktionierende Basis, ist aber ein wenig ratsames Rezept. Gegen schwache Teams mag das reichen - obwohl auch die Falcons nicht unbedingt als stark galten.

Packers-Defense ohne Parsons ein zahnloser Tiger

Und was ist mit der Defense? Der neue Defensive Coordinator Jonathan Gannon hat sich im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Der Zusammenbruch in Woche eins gegen Backup-QB Carson Wentz und die Minnesota Vikings war haarsträubend, gegen die Falcons war es nicht besser.

Die verletzungsbedingte Abwesenheit von Defense-Star Micah Parsons, dessen Comeback in der "Frozen Tundra" sehnlichst erwartet wird, kann dabei nur bedingt als Ausrede dienen. Zwar verfügt der Pass Rusher über Qualität, die den Packers fehlt. Doch darauf hätte man sich in der Offseason besser vorbereiten können. Denn dass der Defensive End aufgrund seines Kreuzbandrisses noch bis in die Saison hinein ausfallen würde, war absehbar.

In der aktuellen Besetzung ist der Pass Rush in Green Bay ein zahnloser Tiger. Gegen Atlanta blitzte Gannon zwar häufig (32 Prozent), konnte Penix Jr. damit aber nur selten in Gefahr bringen. Gerade einmal bei 20 Prozent der Dropbacks stand der Falcons-Quarterback unter Druck - weil dieser es aber auch gut schaffte, den Ball schnell loszuwerden.

Noch verheerender aber ist der Umstand, dass sich die Packers von den Falcons förmlich haben überrennen lassen. Die beiden Kneel-Downs von Penix am Ende herausgerechnet, lief Atlanta 39-mal für 244 Yards und drei Touchdowns. Das ergibt mehr als sechs Yards pro Laufversuch im Schnitt. Star-Running-Back Robinson machte das beste Spiel seiner bisherigen Saison.

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Packers mit schwierigem Programm in kommenden Wochen

Somit konnten die Falcons das Spiel am Boden kontrollieren, Penix Jr. musste die Offense bei seiner Rückkehr nicht tragen. Ein paar Big Plays Richtung Receiver London genügten für ihn bereits. Dabei wäre für die Packers genau das der Schlüssel zum Erfolg gewesen: das Laufspiel weitgehend unterbinden und Rückkehrer Penix zu Fehlern zwingen. Doch falls das der Plan war, ging er gehörig schief.

Zumindest könnte es auf der defensiven Seite einen gehörigen Sprung geben, sobald Parsons zurückkommt. Doch ob und wie schnell der Starspieler wieder zu seiner alten Form findet, bleibt abzuwarten. Bis dahin ist auch die Defense der Packers eine Unit, die im unteren Segment der Liga anzusiedeln ist.

Und das macht die Aussichten für Packers-Fans in den kommenden Wochen nicht gerade rosig. In Woche vier wartet die nächste Aufgabe bei ebenfalls schwach gestarteten Tampa Bay Buccaneers. Danach folgen zwei schwierige Heimspiele gegen die Chicago Bears und die Dallas Cowboys, ehe es zu den Detroit Lions geht.

Gut möglich, dass der Playoff-Zug danach bereits abgefahren ist. Sollten noch mehr derartige Offenbarungseide wie gegen die Falcons folgen, könnte es auch für LaFleur ungemütlich werden.

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