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NFL: Lamar Jackson erneut verletzt: Baltimore Ravens müssen jetzt umdenken - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Maximilian Stegmaier-Länge

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Videoclip • 01:19 Min


Lamar Jackson fällt mit seiner Daumenverletzung erneut lange aus und die Baltimore Ravens brechen ohne ihn ein. Das Problem ist nicht der Superstar, sondern die totale Abhängigkeit von ihm. Baltimore braucht endlich einen Plan B. Ein Kommentar.

Fans der Baltimore Ravens hatten die Rückkehr von Star-Quarterback Lamar Jackson sehnlichst herbeigefiebert - aber doch nicht so.

Genau einen Spielzug dauerte das Comeback des zweifachen NFL-MVPs, dann war direkt wieder Feierabend.

Daumen kaputt, Operation nötig, Injured Reserve wahrscheinlich. Vielleicht ist die Saison des 29-Jährigen damit schon vorbei. Und ziemlich sicher auch die der Ravens.

"Wie viel Pech kann man haben?", möchte der neutrale Fan rufen - aber ist es noch Pech, wenn es zur Gewohnheit wird?

Lamar Jackson hat Baltimore fast jeden großen Moment der vergangenen acht Jahre geschenkt. Aber ein Team, das nur funktioniert, wenn ein einzelner Spieler gesund ist, funktioniert eben zu oft nicht.

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Lamar Jackson verletzt: Verfügbarkeit ist die beste Fähigkeit

Fällt Jackson nun tatsächlich bis Saisonende aus, hat er 16 der letzten 34 Spiele verpasst. Fast jedes zweite Spiel. 2021 war es der Knöchel, 2022 das Knie, 2025 Oberschenkel und Rücken, in diesem Jahr erst wieder der Knöchel und jetzt der Daumen.

Zusammengefasst: In vier der letzten sechs Saisons musste Baltimore miterleben, wie sein Star-Quarterback nur an der Seitenlinie stand. Wer jetzt noch überrascht tut, hat schlicht nicht aufgepasst.

Und: Besser wird's nicht. Jackson wird im Januar 30, und sein Spiel lebt von der Beweglichkeit wie bei kaum einem anderen Quarterback. Das ist keine halbgare Stammtisch-Expertise, sondern das sagt er selbst: Kann er sich nicht so bewegen wie gewohnt, kann er seinem Team nicht helfen. Schon nach seiner Rückkehr 2025 war er nicht der Alte. Am Ende verspielte Baltimore am letzten Spieltag die Division und die Playoffs.

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Baltimore Ravens: Ohne Lamar Jackson geht nichts

Das eigentliche Problem trägt aber nicht die Nummer 8. Es ist die totale Abhängigkeit Baltimores von seinem Spielmacher. Mit Jackson stehen die Ravens in dieser Saison bei 3-1, ohne ihn bei 1-3. Mit ihm gelangen 14 Touchdowns in 14 Vierteln, ohne ihn sechs in 19. Selbst Derrick Henry wirkt ohne seinen Quarterback wie ein ganz normaler Running Back.

Neu ist das nicht - und ungewöhnlich schon gar nicht bei der wichtigsten Position dieser Sportart. 2021 gingen die Ravens ohne Jackson 1-4 und verpassten die Playoffs. Und ihr letztes Playoff-Spiel ohne ihn haben sie in der Saison 2014 gewonnen. Das war fast drei Jahre bevor er überhaupt gedraftet wurde.

Und der Plan B? Nach Tyler Huntleys Zehenverletzung ist Undrafted Rookie Joe Fagnano der einzige einsatzfähige Quarterback im Kader. Das ist kein Pech, das ist ein Managementfehler. Wer seit Jahren weiß, dass sein Star regelmäßig ausfällt, und trotzdem keinen adäquaten Ersatz aufbaut, hat sich schlichtweg willentlich für diese Abhängigkeit entschieden.

Lamar Jackson verpasste in der Saison 2026 bereits drei von acht Spielen verletzungsbedingt.

Bild: Icon Sportswire


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Lamar Jacksons Vertrag: Die Zeitbombe tickt

Dazu kommt das liebe Geld. 2027 steht Jackson mit gigantischen 84,3 Millionen US-Dollar in den Büchern und die Ravens liegen laut Prognose derzeit 46 Millionen US-Dollar über dem Limit.

Den Franchise Tag schließt sein Vertrag aus, auch ein Trade geht nicht ohne ausdrückliche Zustimmung. Eine Verlängerung ist eineinhalb Jahre vor Ende des Arbeitspapiers in weite Ferne gerückt - verhandelt wird derzeit offenbar gar nicht.

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Selbst ein gesunder Jackson spielt in einem Kader, der Jahr für Jahr teurer und schwächer wird. Alternde Großverdiener im Roster wie Cornerback Marlon Humphrey, Linebacker Roquan Smith und Tight End Mark Andrews, dazu eine Offensive Line, die seit zwei Jahren wackelt.

Ein weiterer Mega-Deal würde diesen Kader endgültig aushöhlen. Unter Experten sind über 300 Millionen US-Dollar im Gespräch, vielleicht der erste Vertrag mit 70 Millionen pro Jahr.

Und das Titelfenster? Das ist wohl schon im AFC Championship Game 2023 zugefallen. Seitdem kamen ein Aus in der Divisional Round, verpasste Playoffs und jetzt diese Katastrophen-Saison.

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Ravens müssen sich jetzt umorientieren

Natürlich ist Jackson ein Ausnahmekönner. Zwei MVP-Titel, dreimal First-Team All-Pro, der beste mobile Quarterback aller Zeiten. Einen gleichwertigen Ersatz zu finden, ist nahezu unmöglich.

Wer an die Buffalo Bills denkt, wo zwischen Jim Kelly und Josh Allen 22 desaströse Jahre lagen, bekommt Angstschweiß. Und Gänsehaut, wenn er an Allens Langlebigkeit (seit Ende seiner und Lamar Jacksons Rookie-Saison 2018 verpasste er nur ein einziges Spiel) denkt.

Kein GM will der sein, der das größte Talent der Franchise-Geschichte aus der Stadt vertrieben hat.

Aber gerade weil Jackson so gut ist, ist sein Wert jetzt noch hoch. Wollen die Ravens nach 2027 nicht verlängern, müssen sie ihn traden, solange es noch etwas angemessenes als Gegenwert gibt. Wartet Baltimore bis zur Free Agency 2028, geht Jackson ohne Gegenwert. Dann ist er 31, und seine Verletzungsakte verschwindet mit keinem Vertrag.

Umorientieren bedeutet nicht, den zweimaligen MVP morgen vor die Tür zu setzen. Es bedeutet: 2027 muss ein Nachfolger aufgebaut werden. Die Trade-Option bleibt bis zur Deadline in der Hinterhand. Dass die Ravens sofort die nächste Musterlösung auf der wichtigsten Position im American Football finden würden, darf ohnehin bezweifelt werden.

Aber sie sollten zumindest anfangen, es zu versuchen.

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