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NFL: Marlin Klein liefert in der Preseason ab - das sind seine Chancen bei den Houston Texans

Aktualisiert:

von Raman Rooprail

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NFL-Highlights: Raiders at Texans

Videoclip • 05:48 Min


Marlin Klein überzeugt in der Preseason auch im zweiten Spiel für die Houston Texans. Doch wie genau wird der Tight End bisher eingesetzt? ran zeigt, ob Klein auch in der Regular Season Chancen auf Spielzeit hat.

Als Marlin Klein im April von den Houston Texans in der zweiten Runde gedraftet wurde, ordneten viele Experten den Pick als "Reach" ein – also ein etwas verfrühter Pick gemessen am Talent des Spielers.

Nach zwei Spielen in der Preseason hat Klein bisher die Kritiker verstummen lassen. Der Tight End war fester Bestandteil der Rotation und hat in beiden Spielen 31 Yards erzielt, womit er der beste Receiver des Teams war. Nach einem spektakulären Catch bei seinem NFL-Debüt gelangen ihm bei seinem zweiten Auftritt sogar drei Receptions.

Wie genau steht es aber um Kleins Chancen, auch in der Regular Season Spielzeit zu sammeln? ran blickt auf die Konkurrenzsituation um den deutschen Tight End.

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Marlin Klein kämpft um Job des zweiten Tight Ends

Klar ist wohl: Routinier Dalton Schultz hat seinen Job als Starting-Tight-End in Houston erstmal sicher. Schultz war in der Preseason bisher nicht im Einsatz, was seinen Status im Grunde genommen in Stein meißelt.

Dahinter ist aber alles offen. Im offiziellen Depth Chart des Teams befinden sich Foster Moreau, Cade Stover und Brevin Jordan zwar vor Klein, doch blickt man genauer auf die Preseason-Spiele, herrscht hinter Schultz ein offener Kampf.

Nachdem Klein im ersten Spiel die klare Nummer eins unter den Backups war, wurde die Spielzeit unter Moreau, Stover und dem Deutschen aufgeteilt. Jordan fehlt aktuell noch wegen einer langwierigen Verletzung.

Klein war beim Drive mit den Starten bei 4 von 10 Snaps auf dem Feld, seine Kollegen jeweils sechsmal. Was allerdings positiv auffiel: Klein lief genau wie Moreau zwei Routen bei seinen Snaps, Stover bekam sogar nur eine. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Texans Klein als Receiving-Tight-End sehen und bei klaren Passing-Situationen ihm den Vorrang geben.

Kleins Catches kamen jedoch nicht mit den Startern, sondern erst, als Davis Mills C.J. Stroud ersetzte. Moreau, der zwei Bälle für 23 Yards fing, bekam ein Zuspiel des nominellen Starting-Quarterbacks der Texans.

Alle drei Starter wurden aber in verschiedenen Paketen eingesetzt. Egal, ob nur ein Tight End auf dem Feld stand oder sogar drei – Houston testete die Tight Ends flexibel. Wahrscheinlich wird das finale Preseason-Spiel in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei den Carolina Panthers klarmachen, wie die Hackordnung wirklich ist.

Vom Kölner Talent in die US‑Football-Maschinerie

Aber wie begann eigentlich der Weg des deutschen in die beste Football-Liga der Welt? Klein wuchs in Köln auf, seine ersten Schritte im Football machte er im Nachwuchsteam der Cologne Crocodiles. Schon früh fiel er mit Größe und Athletik auf, noch wichtiger: Er wollte mehr, als nur in der GFL-Jugend aufzufallen.

Über internationale Kontakte und Björn Werners Förderprogramm Gridiron Imports öffnete sich ihm die Tür an eine US‑High School. "Er hat mir die Chance gegeben, mein Leben zu ändern", dankte Klein seinem Mentor Werner in der Pressekonferenz nach dem Draft.

Klein wechselte an die Rabun Gap-Nacoochee School in Georgia – sportlich wie kulturell ein kompletter Neustart. Dort lernte Klein das US‑System von Grund auf kennen, trainierte und spielte auf einem völlig neuem Niveau.

"Mit gerade einmal 15 Jahren bin ich ganz allein nach Georgia gezogen, um dort ein Internat zu besuchen. Ich sprach kein Wort Englisch. Ich wusste nicht wirklich, worum es beim Football ging", erinnert sich Klein: "Man sagte mir nur, ich solle schnell in Richtung Endzone laufen, und man würde mir den Ball zuwerfen."

Scouts wurden aufmerksam, aus "dem Deutschen" wurde in den Recruiting-Datenbanken ein ernsthaftes Tight-End-Prospect. Als sich mehrere Colleges meldeten, entschied er sich für den maximalen Prüfstein: die University of Michigan.

Lehrjahre und Durchbruch in Michigan

In Ann Arbor stieg Klein in ein Programm ein, das für physische Offense und hohe Ansprüche an Tight Ends bekannt ist. Aber zunächst hieß es: Geduld.

Hinter erfahrener Konkurrenz sammelte er Snaps in Special Teams, bekam einzelne Einsätze in der Offense und arbeitete im Schatten an Technik, Körper und Playbook.

2023 gehörte er zum Kader, der die nationale College-Meisterschaft gewann – ein Titel, der seinen Namen noch nicht auf die großen Schlagzeilen hob, ihm aber Erfahrung auf höchster Bühne gab.

Schritt für Schritt wuchs seine Rolle: 2024 tauchte er regelmäßiger im Passing Game auf, 2025 ging er schließlich als Nummer‑1‑Tight‑End in die Saison und wurde von den Teamkollegen zum Kapitän gewählt – im Haifischbecken eines Top‑Programms fast die noch größere Auszeichnung als jede Statistik.

Klein verkörperte dabei den Prototyp des modernen Allrounders: Er blockte im Run Game, half in der Pass Protection, fing Bälle vor allem in der kurzen und mittleren Distanz. Nicht die Highlight-Plays, sondern Verlässlichkeit und Vielseitigkeit waren seine Stärken – genau das Profil, das viele NFL‑Coaches in tief besetzten Kadern suchen.

Houston Texans: Weichenstellung schon vor dem Draft

Beim Combine bestätigte er das Bild: gute Größe, kräftiger Frame, überzeugende Athletik.

Dennoch galt Klein bei den meisten Beobachtern nicht unbedingt als Mann für die ersten beiden Draft-Runden. Seine College-Zahlen waren solide, aber nicht dominant.

Wichtiger war sein Wert hinter den Zahlen: das Gesamtpaket aus Körper, Athletik, Blocking-Power und Charakter.

Eine Kombination, die Head Coach DeMeco Ryans von den Houston Texans anscheinend besonders überzeugen konnte.

Wie Klein nach dem Draft verriet, waren es auch die Texans, mit denen er sein erstes offizielles Gespräch im Rahmen des Combines hatte.

Noch am Morgen des Draft-Tages schickte er eine Nachricht an James Ferentz, den Tight Ends Coach der Texans: "Let's work. Bring me home."

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Marlin Klein: "Ich wollte von Anfang an nach Houston kommen"

Houston bastelt an einer flexiblen Offense um den noch immer jungen Franchise‑Quarterback C.J. Stroud. So investierten die Texans früh in Line und Defense – und holten mit Klein nun einen Tight End, der die Rolle des physischen Allrounders ausfüllen soll.

Und auch für Klein seien die Texans das perfekte Match: "Ich wollte von Anfang an nach Houston kommen. Das kann meine Verlobte bestätigen. Das kann meine Familie bestätigen", sagte er nach dem Draft. "Es ist ein toughes, athletisches Footballteam. Das ist genau die Art von Team, in dem ich spielen möchte."

Kurzfristig dürfte er als Nummer zwei hinter einem etablierten Starter in die Rotation rutschen, mittelfristig sehen viele Analysen in ihm einen Kandidaten für eine größere Rolle.

"Sie bekommen einen schnellen und körperlich starken Footballspieler, der zu allem bereit ist", sagte Klein: "Mir ist es egal, ob ich Running Back, Wide Receiver, Defensive End, Safety oder in den Special Teams spiele. Ich will einfach nur spielen und dem Team zum Sieg verhelfen."

Klein-Ansage: "Ich will mir einen Namen in der NFL erarbeiten"

Für Football‑Deutschland ist Kleins Draft‑Moment mehr als nur eine Einzelgeschichte. Der Junge mit dem One‑Way‑Ticket hat sein Ziel erreicht – zumindest das erste Etappenziel.

Wie weit Marlin Klein in Houston tatsächlich kommt, wird sich erst zeigen. Dass seine Einstellung NFL-würdig ist, bewies Klein aber mit einer Ansage nach dem Draft: "Ich habe immer daran geglaubt, dass ich auf diesem Level mithalten kann. Mit den Texans hat ein Team an mich geglaubt – und ich werde alles dafür tun, dieses Vertrauen zurückzuzahlen. Ich komme nicht hierher, um nur ein Teil des Kaders zu sein. Ich will impacten, ich will Spiele mitentscheiden, den größtmöglichen Erfolg haben und ich will mir einen Namen in der NFL erarbeiten."

Egal, wie seine Karriere verläuft: Kleins Aufstieg hat gezeigt, wie eine konsequent geplante Karriere im American Football auch aus deutschen Strukturen heraus funktionieren kann.

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