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NFL - NFC North im Division-Check: Die offenste Division der NFL?

Veröffentlicht:

von Raman Rooprail

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NFL: Patrick Mahomes feiert im Backstreet-Boys-Look

Videoclip • 01:04 Min


Bevor die NFL in ihre neue Saison startet, nimmt ran alle acht Divisions genau unter die Lupe. Heute im Fokus: die NFC North.

Nahezu jede Division hat ein Team, das vor der Saison bereits weiß, dass es mit den Playoffs wohl nichts zu tun haben wird. Die NFC North bildet aber die Ausnahme zur Regel.

Das haben die Minnesota Vikings, Green Bay Packers, Detroit Lions und Chicago Bears schon in der vergangenen Spielzeit bewiesen - alle Teams hatten eine positive Bilanz. Können die Mannschaften das wiederholen?

ran blickt auf die vier Franchises der NFC North.

Chicago Bears

Letzte Saison: 11-6, Niederlage in der Divisional Round gegen die Los Angeles Rams

Wichtige Neuzugänge: Coby Bryant (Safety), Garrett Bradbury (Center), Devin Bush (Linebacker)

Wichtige Abgänge: DJ Moore (Wide Receiver), Drew Dalman (Center), Kevin Byard (Safety)

Head Coach: Ben Johnson (seit 2025)

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Analyse: Offense

Ben Johnson hat die jahrelang lahme Offense der Bears ordentlich umgekrempelt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Caleb Williams in seiner zweiten Saison einen ordentlichen Sprung machte. Das heißt allerdings nicht, dass alles perfekt war. Gerade seine magere Quote von 58 Prozent angekommener Pässe beunruhigte viele Bears-Fans Woche für Woche.

Daraus wird allerdings auch Johnson lernen, der Williams mehr leichte Completions entwerfen muss. Die Waffen dafür hat er, auch wenn Chicago D.J. Moore zu den Buffalo Bills geschickt hat. Colston Loveland etablierte sich spät in seiner Rookie-Saison zu einer absoluten Waffe, auch Luther Burden zeigte starke Ansätze. Bis zu seiner Fußverletzung sorgte zudem Rome Odunze für Furore.

Ein wichtiger Teil des Systems sind darüber hinaus D'Andre Swift und Kyle Monangai, die ein schlagfertiges Running-Back-Duo bilden. In der vergangenen Saison erleichterte den beiden eine starke Offensive Line das Leben. Nach dem überraschenden Karriereende von Drew Dalman ist abzuwarten, ob Garrett Bradburry die Lücke schließen kann.

Analyse: Defense

Defensiv ist in Chicago mehr passiert, gerade die Secondary wurde nach den Abgängen von Nahshon Wright, Kevin Byard, Chauncey Gardner-Johnson und Jaquan Brisker ordentlich durcheinandergewirbelt.

Besonders bitter: Coby Bryant, der für viel Geld als Byard-Ersatz gekommen ist, wird einen Großteil der Saison verletzungsbedingt verpassen. Jaylon Johnson ist zwar ein starker Cornerback, dahinter wird es bei den Bears aber schnell dünn.

Sollte sich der Pass Rush nicht verbessern, könnte Chicago in einige Shootouts verwickelt werden. Die Defensive Line um Montez Sweat und Dayo Odeyingbo hat als Einheit zwar Qualität, 2025 resultierten daraus aber nur 35 Sacks (Platz 22).

Fazit

Johnson kündigte in der Saisonvorbereitung an, dass er den Punkterekord der Denver Broncos aus der Saison 2013 knacken möchte (38,9 Punkte pro Spiel). Klar ist: Eine starke Offensive wird Chicago definitiv brauchen, um wieder die NFC North zu gewinnen.

Denn die Defensive, die in der vergangenen Saison trotz 23 Interceptions (Platz 1) fast 25 Punkte pro Spiel zuließ (Platz 23), könnte unter Umständen gerade zu Saisonbeginn zur Schießbude der Liga werden.

Das Potenzial dafür hätte die Offense aber definitiv - gerade wenn Williams in die Riege der Top-Quarterbacks aufsteigt.

ran-Tipp: 10-7, Platz 3 in der NFC North

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Detroit Lions

Letzte Saison: 9-8, keine Playoff-Teilnahme

Wichtige Neuzugänge: Chuck Clark (Safety), D.J. Wonnum (Defensive End)

Wichtige Abgänge: David Montgomery (Running Back), Taylor Decker (Offensive Tackle), Alex Anzalone (Linebacker)

Head Coach: Dan Campbell (seit 2021)

Analyse: Offense

Seit Jahren läuft die Lions-Offense wie eine gut geölte Maschine. Jared Goff hat sich zu einem der stabilsten Quarterbacks der Liga entwickelt, der zwar nicht die Qualität eines Elite-Spielmachers hat, dafür aber konstant abliefert.

Um ihn herum hat Goff eine solide Offensive Line, die zuletzt zwar etwas schwächer wurde, mit jungen, hoch gedrafteten Spielern aber das Potenzial besitzt, wieder eine Top-10-Einheit zu werden. David Montgomery wurde zwar ziehen gelassen, mit Jahmyr Gibbs hat Detroit aber ohnehin den bestbezahlten Running Back der Liga, der bei jedem Spielzug durchbrechen kann und auch als Receiver glänzt.

Apropos Receiver: Auch diese Gruppe kann sich sehen lassen. Amon Ra-St. Brown ist seit Jahren einer der besten Passempfänger der Liga, der konstant über die Mitte des Feldes seine Duelle gewinnt. Jameson Williams ist als blitschneller Big-Play-Receiver die perfekte Ergänzung zum Deutschen. Mit Sam LaPorta hat Goff zudem auch auf der Tight-End-Position eine verlässliche Anspielstation.

Analyse: Defense

Dass Detroit in der vergangenen Saison die Playoffs verpasste, lag vor allem auch an den vielen Verletzungen in der zweiten Saisonhälfte. Die Lions haben in der Offseason darauf reagiert und sich breiter aufgestellt.

Das war auch wichtig, denn schon jetzt bangt Detroit um einige Starter. Die beiden Safetys Kerby Joseph und Brian Branch verpassten die gesamte Vorbereitung verletzt, dafür wird Neuzugang Chuck Clark zunächst mehr Einsatzzeit bekommen.

Die Front ist davon aber nicht betroffen: Die Defensive Line um Aidan Hutchinson ist gut besetzt, Levi Onwuzurike kehrt nach einer langen Verletzungspause zurück. Außerdem hat Detroit mit Jack Campbell einen starken mittleren Linebacker, der mit Reichweite und Spielintelligenz glänzt.

Fazit

Für die Lions ist wie in den vergangenen Jahren viel möglich. Die Offense sollte wieder oft an der 30-Punkte-Marke kratzen. Defensiv hofft das Team von Dan Campbell erstmal, dass es halbwegs gesund durch die Spielzeit kommt.

Sind die Stars alle fit, hat Detroit über alle Mannschaftsteile Spieler, die eine Partie entscheiden können.

ran-Tipp: 11-6, Platz 1 in der NFC North

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Green Bay Packers

Letzte Saison: 9-7-1, Niederlage in der Wild Card Round gegen die Chicago Bears

Wichtige Neuzugänge: Javon Hargrave (Defensive Tackle), Zaire Franklin (Linebacker), Benjamin St-Juste (Cornerback)

Wichtige Abgänge: Romeo Doubs (Wide Receiver), Rashan Gary (Defensive End), Quay Walker (Linebacker)

Head Coach: Matt LaFleur (seit 2019)

Analyse: Offense

Jordan Love geht in seine vierte Saison als Starter, er kam in den vergangenen beiden Jahren aber nicht an seine erste Spielzeit ran. Das lag vor allem aber auch daran, dass Head Coach Matt LaFleur vermehrt auf das Laufspiel um Josh Jacobs setzte. Es wirkte fast schon so, als würde LaFleur Love nicht so vertrauen, wie ein Playcaller seinem Quarterback vertrauen sollte.

Individuell steigerte sich Love aber gerade in puncto Turnover-Anfälligkeit in der vergangenen Saison: Sechs Interceptions waren der beste Wert seiner Karriere. Viel wird aber wohl auch daran hängen, wie sich die Offensive Line präsentiert. Die Einheit ist nach den Abgängen von Rasheed Walker und Elgton Jenkins im Umbruch, könnte daher gerade zu Beginn der Saison Schwierigkeiten bekommen.

Genug Waffen im Passspiel hätte Love, um variabel zu agieren. Christian Watson ist nach vielen Verletzungen endlich komplett fit und konnte mal wieder eine gesamte Vorbereitung ohne Probleme mitmachen. Der prototypische X-Receiver, der gerade in der Red Zone und bei tiefen Bällen eine Waffe sein kann, wird von Matthew Golden und Jayden Reed perfekt ergänzt.

Zudem wurde auch der dynamische Tight End Tucker Kraft, der sich während der Saison das Kreuzband riss, rechtzeitig fit. An seiner Seite steht mit Jonnu Smith ein ehemaliger Pro-Bowl-Tight-End neu im Kader.

Analyse: Defense

Die Packers-Defense startete die Saison nach dem Trade um Micah Parsons auf absolutem Top-Niveau. Infolge von zahlreichen Verletzungen verlor Green Bay hinten raus aber seine große Stärke.

Parsons wird wohl das erste Drittel der Saison verpassen, dafür kehrt aber immerhin Devonte Wyatt nach seiner Knöchelverletzung zurück. Darüber hinaus haben die Packers aus den Fehlern der vergangenen Spielzeit gelernt und die Line auch in der Tiefe verstärkt. Javon Hargrave wird neben Wyatt starten, zudem wurde unter anderem Chris McClellan in der dritten Draft-Runde geholt.

In der Mitte der Defense ist Zaire Franklin neu. Die Tackling-Maschine kam per Trade von den Indianapolis Colts und sollte schnell einer der Wortführer im Team werden.

Das Defensive Backfield hat wie die anderen Mannschaftsteile das Potenzial, positiv zu überraschen. Benjamin St-Juste und Zweitrundenpick Brandon Cisse geben den Cornerbacks Tiefe, Keisean Nixon und Carrington Valentine sollten die Saison beginnen. Die Safetys Evan Williams und Xavier McKinney runden eine insgesamt gute Einheit ab.

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Fazit

Die Packers haben auch in der kommenden Saison einen auf dem Papier schlagkräftigen Kader. Die Offense um Love kann in jedem Spiel 25 oder mehr Punkte auflegen, die Defense sollte gerade nach Parsons' Rückkehr wieder dominieren können.

Der Division-Sieg ist definitiv im Bereich des Möglichen, für einen tiefen Playoff-Lauf muss sich Green Bay aber auch selbst treu bleiben - und nicht wie bei der Playoff-Niederlage 2025 gegen die Bears im vierten Viertel das eigene Spiel einstellen.

Wenn LaFleur daraus die richtigen Schlüsse zieht, ist für die Packers auch der ganz große Wurf nicht auszuschließen.

ran-Tipp: 11-6, Platz 2 in der NFC North

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Minnesota Vikings

Letzte Saison: 9-8, keine Playoff-Teilnahme

Wichtige Neuzugänge: Kyler Murray (Quarterback), Jauan Jennings (Wide Receiver), James Pierre (Cornerback)

Wichtige Abgänge: Javon Hargrave (Defensive Tackle), Jonathan Grenaard (Defensive End), Harrison Smith (Safety), Ryan Kelly (Center)

Head Coach: Kevin O'Connell (Seit 2022)

Analyse: Offense

Noch bevor es in die Preseason ging, entschied sich Head Coach Kevin O'Connell für Kyler Murray als seinen neuen Starting-Quarterback. Nachdem J.J. McCarthy in der vergangenen Saison über weite Strecken katastrophale Leistungen zeigte, soll der Ex-Cardinals-Star eine ansonsten homogene Offense anführen.

Mit Justin Jefferson, Jordan Addison und Jauan Jennings steht ihm dabei vielleicht sogar das beste Wide-Receiver-Trio der gesamten NFL zur Verfügung. Jefferson und Addison litten 2025 unter McCarthys Leistungen. Jennings, der aus San Francisco kam, wäre bei vielen Mannschaften wohl die klare Nummer zwei.

Auch die O-Line sollte Murray und dem Laufspiel um Jordan Mason und Aaron Jones genug Platz verschaffen - wenn sie denn gesund bleibt. In der vergangenen Saison war das das große Problem, als nur Guard Will Fries über 800 Snaps absolvierte.

Nachdem Star-Tackle Christian Darrisaw seinen Kreuzbandriss von 2024 endgültig hinter sich gelassen hat, bleibt nur die Frage, ob der zurück getretene Center Ryan Kelly adäquat ersetzt werden kann. Blake Brendel kennt den Job bereits aus der vergangenen Saison und machte es da ordentlich.

Analyse: Defense

Die Vikings-Defense lebt von Brian Flores' exotischen Formationen, mit denen fast keine Offense zurechtkommt. Der Defensive Coordinator kaschiert sein Spielsystem bestmöglich und macht es so Quarterbacks sehr schwierig, den Spielzug der Defense zu lesen.

Die Abgänge von Franchise-Legende Harrison Smith, Javon Hargrave und allen voran Jonathan Greenard schwächen das Team zwar, dafür verstärkte sich Minnesota zumindest im Draft mit Erstrundenpick Caleb Banks, der Hargrave sofort gleichwertig ersetzen könnte.

In der Secondary wird vor allem spannend werden, wer in die großen Fußstapfen von Smith tritt. Der Safety überzeugte über 14 Jahre nicht nur mit seinem Spiel, er war auch der klare Wort- und Anführer der Defense. Theo Jackson soll zumindest den spielerischen Part übernehmen.

Fazit

Kann Kyler Murray die schlechte Saison der Vikings vergessen machen und das Potenzial der Offense voll ausschöpfen? Diese Frage kann natürlich nicht abschließend beantwortet werden, es wäre aber zu einfach, wenn man glauben würde, dass Murray nach persönlich ebenfalls schwierigen Jahren in Minnesota seine Renaissance erlebt.

Die Defense könnte einen Schritt zurück machen, die zahlreichen Verluste sollen von jungen, weniger etablierten Spielern aufgefangen werden. Flores' System ist stark, ob es aber auch auf so viel Klasse verzichten kann, ist zumindest fraglich.

ran-Tipp: 9-8, Platz 4 in der NFC North

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