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NFL - AFC North im Division-Check: Zweikampf zwischen den Superstar-Quarterbacks?
Veröffentlicht:
von Raman RooprailNFL
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Videoclip • 01:04 Min
Bevor die NFL in ihre neue Saison startet, nimmt ran alle acht Divisions genau unter die Lupe. Heute im Fokus: die AFC North.
Die AFC North ist traditionell sehr umkämpft. Klar ist wahrscheinlich nur, dass die Cleveland Browns mit dem Division-Titel nicht viel zu tun haben werden.
Die Frage, die sich aber stellt: Kann Aaron Rodgers mit den Pittsburgh Steelers den Baltimore Ravens und den Cincinnati Bengals gefährlich werden, wenn die Superstar-Quarterbacks Lamar Jackson und Joe Burrow fit bleiben?
ran blickt auf die vier Franchises der AFC North.
Baltimore Ravens
Letzte Saison: 8-9, keine Playoff-Teilnahme
Wichtige Neuzugänge: Trey Hendrickson (Defensive End), John Simpson (Guard)
Wichtige Abgänge: Tyler Linderbaum (Center), Isaiah Likely (Tight End), Alohi Gilman (Safety)
Head Coach: Jesse Minter (seit 2026)
Analyse: Offense
Die Baltimore Ravens unter Lamar Jackson haben seit Jahren nur ein Ziel: den Einzug in den Super Bowl. Im vergangenen Jahr reichte es infolge einer verletzungsgeplagten Saison für Jackson aber nicht mal für die Playoffs.
Auch wenn der zweimalige MVP in der vergangenen Spielzeit zu kämpfen hatte, gehört er immer noch zu einem der besten Quarterbacks der Liga und hält Baltimore gesund quasi im Alleingang im Contender-Kreis. An seiner Seite steht auch in dieser Saison Derrick Henry, der auch im betagten Runnick-Back-Alter von 32 Jahren einer der gefürchtesten Läufer der Liga ist.
Entscheidend für die beiden wird aber wohl sein, wie viel Unterstützung sie von ihrer Offensive Line bekommen. Gerade in der Mitte gab es immer wieder heftige Aussetzer, zu allem Überfluss hat jetzt auch noch Star-Center Tyler Linderbaum das Team verlassen. Dafür haben die Ravens immerhin John Simpson und in der ersten Runde des Drafts Vega Ioane geholt. Die beiden Guards werden zwar starten, Linderbaum können sie aber nicht ersetzen. In diese großen Fußstapfen wird Neuzugang Ethan Pocic treten müssen.
Im Receiver-Corps wurde Zay Flowers mit einem langfristigen Deal ausgestattet, er soll in der neuen Offense von Declan Doyle noch mehr Bälle bekommen. Außerdem verpflichtete Baltimore im Draft mit Ja'Kobi Lane und Elijah Sarratt zwei spannende Receiver. Vor allem Lane konnte im Training Camp und in der Preseason überzeugen, er könnte schnell hinter Flowers Routinier Rashod Bateman verdrängen. Durch die Abgänge der Tight Ends Isaiah Likely und Charlie Kolar könnten Doyle vermehrt auf Sets mit drei Wide Receivern setzen.
Analyse: Defense
Nach 18 Jahren ist John Harbaugh bei den Ravens Geschichte, das defensive Mastermind Jesse Minter ist der neue starke Mann in Baltimore - und der will auf seiner Seite des Balls einiges umkrempeln.
Vor allem der Pass Rush war 2025 ein großes Problem. Baltimore belegte bei den Sacks nur Platz 28, die Defensive Line konnte kaum Druck erzeugen. Das sollte sich unter Minter ändern. Der neue Head Coach ist nicht nur für seine diversen Blitz-Pakete bekannt, die Ravens bilden darüber hinaus auch eine deutlich stärkere Defensive Line.
Nnamdi Madubuike kehrt nach einer langwierigen Nackenverletzung zurück, außerdem ist mit Trey Hendrickson einer der konstantesten Pass Rusher neu im Team. Dazu ist Calais Campbell zurück, der auch mit 39 Jahren noch für Druck sorgen kann und auch stark gegen den Lauf verteidigt.
Die Ravens werden zudem hoffen, dass Linebacker Roquan Smith unter Minter wieder zu alter Stärke findet. 2022 und 2023 wurde Smith noch ins erste All-Pro-Team gewählt, seither hat er etwas nachgelassen - auch wenn er 2025 wieder vermehrt seine Klasse aufblitzen ließ.
Im Backfield wird Allzweckwaffe Kyle Hamilton wieder die Fäden ziehen. Der flexibel einsetzbare Safety könnte unter dem kreativem Minter für gegnerische Offenses zu einem noch größeren Albtraum werden. Baltimore wird aber auch einen wiedererstarkten Marlon Humphrey benötigen. Der 30-Jährige zeigte im vergangenen Jahr zu viele Schwächen.
Fazit
Wenn Lamar Jackson gesund bleibt, ist mit den Ravens wie immer zu rechnen. Wie weit es geht, wird aber die rundum erneuerte Offensive Line bestimmen. Wenn Baltimore wirklich um den Super Bowl spielen will, muss sie vor allem innen konstant halten.
Defensiv spricht vieles dafür, dass Minter schon in seiner ersten Saison der Einheit seinen Stempel aufdrücken wird. Baltimores Pass Rush sollte sich um 180 Grad wenden, alleine das wird reichen, dass die Ravens auch wieder Spiele mit der Defense gewinnen werden.
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Cincinnati Bengals
Letzte Saison: 6-11, keine Playoff-Teilnahme
Wichtige Neuzugänge: Dexter Lawrence (Defensive Tackle), Boye Mafe (Defensive End), Bryan Cook (Safety)
Wichtige Abgänge: Trey Hendrickson (Defensive End), Noah Fant (Tight End)
Head Coach: Zac Taylor (seit 2019)
Analyse: Offense
Bleibt Joe Burrow fit, haben die Cincinnati Bengals eine der stärksten Offenses der Liga. Das Problem? Burrow hat in drei von sechs Spielzeiten nicht mehr als zehn Spiele absolvieren können, zuletzt sogar zwei Mal in drei Jahren.
Generell ist die Offense seit Jahren gespickt mit Stars. Allen voran Wide Receiver Ja'Marr Chase glänzt mit seiner Explosivität in allen Bereichen des Feldes, Tee Higgins ist zudem wohl die beste Nummer zwei der Liga. Außerdem glänzt Running Back Chase Brown als Receiver und als Läufer.
Das Frustrierende bei den Bengals: Das ist alles nichts Neues. Die Skill-Position-Gruppe um Burrow ist seit Jahren eine der besten der Liga, nichtsdestotrotz stand Cincy 2022 das letzte Mal in den Playoffs.
Das liegt vor allem an der schwachen O-Line, in die die Bengals - warum auch immer - keine großen Ressourcen stecken wollen. Vor allem die Tackles Orlando Brown Jr. und Amarius Mims müssen sich steigern, nachdem sie 2025 gemeinsam 13 Sacks und 81 Pressures zuließen.
Analyse: Defense
Neben der O-Line war die Defense der Hauptgrund für die Bengals-Durststrecke. 2024 spielte Burrow sogar alle 17 Spiele - und trotzdem reichte es nicht für die Postseason. Die Defense war schlicht und ergreifend auf fast allen Positionen qualitativ zu mies besetzt. Das änderte sich auch 2025 nicht, als Cincy in fast allen Metriken unter den schlechtesten Teams der Liga stand.
Immerhin haben die Bengals daraus gelernt und hier in der Offseason ordentlich Kapital investiert. Dexter Lawrence kam per Trade von den New York Giants und wird den Anker der Defensive Line bilden. Außerdem wurde Boye Mafe vom Super-Bowl-Sieger Seattle Seahawks verpflichtet. Auch Routinier Jonathan Allen ist neu. Auch wenn Trey Hendrickson verloren wurde, sollte die Line einen deutlichen Sprung nach vorne machen.
Ob es diesen auch von den Linebackern geben wird? Barrett Carter und Demetrius Knight Jr. erlebten beide ein Rookie-Jahr zum Vergessen. Hier kann es also nur besser werden.
Die Secondary hat mit Bryan Cook einen vielversprechenden Neuzugang erhalten. Gemeinsam mit dem guten DJ Turner II und dem soliden Dax Hill sollten auch die Defensive Backs besser werden - auch weil sie allesamt von der erneuerten Defensive Line profitieren sollten.
Fazit
Auch wenn die Offensive Line nach wie vor etwas Bauchschmerzen bereitet, werden Joe Burrow und Co. wie so oft eine produktive Offense auf die Beine stellen.
Entscheidend für die Bengals-Saison wird der Umbruch in der Defense sein. Wie sehr hat sich Cincy hier wirklich verbessert? Finden sich die vielen Neuzugänge schnell ein und funktionieren im neuen Umfeld auch gemeinsam? Falls ja, könnte der erste tiefe Playoff-Lauf seit 2022 gelingen.
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Cleveland Browns
Letzte Saison: 5-12, keine Playoff-Teilnahme
Wichtige Neuzugänge: Jared Verse (Edge), Tytus Howard (Offensive Tackle), Zion Johnson (Guard)
Wichtige Abgänge: Myles Garrett (Defensive End), David Njoku (Tight End), Joel Bitonio (Guard)
Head Coach: Todd Monken (seit 2026)
Analyse: Offense
Lange hat der neue Head Coach Todd Monken sich nicht in die Karten schauen lassen, mittlerweile ist die Katze aber aus dem Sack: Deshaun Watson kehrt als Starter wieder auf die große NFL-Bühne zurück. Aber wie viel man vom einstigen Star-Quarterback noch erwarten kann, ist eine große Wundertüte.
Watsons Zeit in Cleveland war eine rasante Talfahrt. Nach seinem Skandal wegen angeblicher sexueller Belästigung bei zahlreichen Masseurinnen und der damit einhergehenden Sperre von elf Spielen merkte man dem Quarterback den Rost von knapp zwei Jahren ohne NFL-Spiel an. Und abschütteln konnte Watson diesen nie, ehe er sich im Oktober 2024 die Achillessehne riss und im Reha-Prozess 2025 die angeschlagene Achillessehne erneut beschädigte.
Watson hat eine junge Truppe mit viel Talent an seiner Seite - es fehlt der ganzen Offense aber an gestandener Qualität. Tight End Harold Fannin spielte eine überzeugende Rookie-Saison und bekommt nach David Njokus Abgang noch mehr Verantwortung.
Die Rookie-Receiver KC Concepcion und Denzel Boston müssen sich in der NFL erstmal beweisen, Runnng Back Quinshon Judkins deutete in seiner ersten Saison zwar sein Talent an, blieb aber auch oft wegen seiner schwachen Offensive Line früh hängen. Die wurde zur neuen Saison zwar generalüberholt, inwiefern das aber gerade zu Saisonbeginn fruchten wird, ist fraglich.
Analyse: Defense
Die Defense war 2025 das klare Prunkstück der Browns, mit Myles Garrett hat Cleveland aber einen der besten Spieler der NFL zu den Los Angeles Rams verschifft. Dafür kam zwar der talentierte Jared Verse, doch Garrett kann natürlich nicht von einem Spieler ersetzt werden.
Dazu haben die Browns ihren erfolgreichen Coordinator Jim Schwartz verloren. Die Einheit sollte insgesamt also einen klaren Schritt zurück machen, auch wenn Spieler wie Mason Graham oder Alex Wright ebenfalls starke Saisons spielten.
Immerhin: Das Linebacker-Trio um Carson Schwesinger, Easton Mascarenas-Arnold und Quincy Williams ergänzt sich gut und ist sowohl gegen den Pass als auch gegen den Lauf stark. Zudem haben die Browns mit Denzel Ward einen der besten Cornerbacks der Liga, der von Tyson Campbell, Ronnie Hickman Jr. und Grant Delpit viel Unterstützung bekommt.
Fazit
Die Browns kehren noch immer die Scherben des unfassbaren Watson-Trades auf. Dass dieser seine alte Form aus Houston jemals wieder erreichen kann, ist schlicht unrealistisch. Selbst wenn Shedeur Sanders irgendwann starten sollte, macht das die Browns-Offense nicht besser. Der Fokus sollte dementsprechend auf die Entwicklung ihrer jungen, hohen Draftpicks liegen.
Die Defense ist zwar immer noch gut, ohne Garrett wird sie aber einen klaren Rückschritt machen. Nichtsdestotrotz wird die Einheit rund um Ward das ein oder andere Spiel an sich reißen - mehr ist aber nicht drin.
ran-Tipp: 3-14, Platz 4 in der AFC North
Pittsburgh Steelers
Letzte Saison: 10-7, Niederlage in der Wild Card Round gegen die Houston Texans
Wichtige Neuzugänge: Michael Pittman Jr. (Wide Receiver), Jamal Dean (Cornerback), Rico Dowdle (Running Back)
Wichtige Abgänge: Kenneth Gainwell (Running Back), Isaac Seumalo (Guard), Chuck Clark (Safety)
Head Coach: Mike McCarthy (Seit 2026)
Analyse: Offense
Aaron Rodgers geht in sein letztes Rodeo. Wie viel hat er dabei noch im Tank? Wahrscheinlich etwa das, was er auch 2025 hatte. Der einstige Superstar kann im Kurzpassspiel immer noch glänzen und gegnerische Defenses schnell lesen. Hat er aber mal keine saubere Pocket, fehlt ihm mittlerweile die Mobilität. Immerhin bekommt er in seiner letzten Saison Mike McCarthy als neuen Head Coach an die Seite gestellt, mit dem er bei Green Bay von 2006 bis 2018 zusammenarbeitete.
Die Offensive Line war in der vergangenen Saison schon solide, 2026 könnte sie mit Erstrunden-Tackle Max Iheanachor sogar überraschen. Broderick Jones' Nackenverletzung eröffnet einen neuen Platz in der Line, den der Rookie sich schnappen könnte. Mit Rodgers' schnellem Spielstil liegt ohnehin weniger Druck auf der O-Line.
Bei den Skill-Position-Spielern hat Pittsburgh Kenneth Gainwell verloren, der in der vergangenen Saison intern sogar zum Team-MVP ernannt wurde. Dafür kam Rico Dowdle. Außerdem bekommt D.K. Metcalf mit Michael Pittman einen erfahrenen Receiver-Kollegen an die Seite gestellt, was das Passspiel definitiv variabler machen wird.
Analyse: Defense
Pittsburgh stellt die teuerste Defense der NFL, was aber auch heißt: Die Einheit ist mittlerweile relativ alt. T.J. Watt, Cameron Heyward und Co. haben zwar nach wie vor viel Qualität, doch der Zahn der Zeit nagt auch an den Defense-Stars.
Nichtsdestotrotz können die Steelers nach wie vor jede Offense vor große Probleme stellen. Nach 19 Jahren unter Mike Tomlin wird es aber spannend zu beobachten sein, welche Veränderungen Defensive Coordinator Patrick Graham vornehmen wird.
Qualität steht ihm nicht nur in der Defensive Line zur Verfügung: Joey Porter Jr. und Neuzugang Jamel Dean bilden ein starkes Cornerback-Duo, Jalen Ramsey hat die Umschulung zum Safety gemeistert - auch wenn er nicht mehr die Athletik alter Zeiten vorweisen kann. Zudem hat Deshon Elliott in Nickel-Formationen eine starke Reichweite als Free Safety.
Fazit
Die Steelers haben zwar Qualität im Kader, bleiben mit Aaron Rodgers aber ein bisschen limitiert. Der 42-Jährige kann noch immer eine Offense dirigieren und ist ein klarer Starter in dieser Liga, kann aber bei weitem keine Spiele mehr im Alleingang gewinnen.
Wollen die Steelers erfolgreich sein, brauchen sie einen fehlerfreien Rodgers gepaart mit einer giftigen Defense, die das Turnover-Duell konstant gewinnt. Das ist im besten Fall zwar möglich, erfordert aber auch Spielglück.
ran-Tipp: 9-8, Platz 3 in der AFC North
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