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NFL: Super-Bowl-Team Philadelphia Eagles sind im Selbstzerstörungsmodus - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Oliver Jensen

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Videoclip • 01:05 Min


Die Philadelphia Eagles visieren laut General Manager Howie Roseman den Super Bowl an. Der Trade von Cam Jurgens lässt allerdings genau das Gegenteil vermuten.

Es ist gerade einmal 20 Monate her, als die Philadelphia Eagles auf der größtmöglichen Bühne eine Machtdemonstration hinlegten.

Im Super Bowl LIX wurden die Kansas City Chiefs regelrecht deklassiert. Es war die dritte Super-Bowl-Teilnahme und der zweite Titel innerhalb von acht Jahren. Und der Beginn einer großen Dynastie? Im Gegenteil!

Die Erfolgsära der Eagles scheint vorbei zu sein. Das Team zerbröselt. Oder man könnte auch sagen: General Manager Howie Roseman befindet sich mit den Eagles im Selbstzerstörungsmodus. Anders lässt sich seine Strategie kaum erklären.

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Trade von Cam Jurgens macht Philadelphia schwächer

Völlig überraschend haben die Eagles mit Cam Jurgens ihren Starting-Center zu den Baltimore Ravens getradet. Jurgens war 2022 in der 2. Runde von den Eagles gedraftet worden und trat kurz darauf die Nachfolge von Franchise-Legende Jason Kelce an. Er gehört zu den besten Spielern seiner Position und wurde in den vergangenen zwei Jahren in den Pro Bowl gewählt.

Fans und Experten sind verwirrt. Kaum jemand kann nachvollziehen, was die Verantwortlichen der Eagles mit diesem Trade bezwecken wollen. Das Problem ist nämlich: Philadelphia verliert dadurch innerhalb kürzester Zeit den dritten Stammspieler der Offensive Line.

Right Tackle Lane Johnson hatte überraschend Anfang der Woche seine Karriere mit sofortiger Wirkung beendet, Left Guard Landon Dickerson ist verletzt.

Normalerweise macht eine Franchise so etwas, wenn sie die Saison abschenkt und ein "Tanking" betreiben möchte. Die Eagles bekamen für Jurgens unter anderem ein Zweitrunden-Pick für 2028.

Doch mit Jalen Hurts, Saquon Barkley (trotz Oberschenkel-Verletzung bald wieder fit) und Co. befindet man sich nicht im Tanking-Modus. Schon gar nicht, wenn die Saison erst kürzlich begonnen hat und man bei einer Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen steht.

Die Eagles sollten nach dem Maximum streben. Es macht keinen Sinn, die Offensive Line bewusst zu schwächen und ihr die Grundlage für den Erfolg zu nehmen.

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Eagles-Strategie wirft Fragen auf

Der frühere NFL-Tackle und heutige TV-Analyst Terron Armstead hat eine klare Meinung. "Für die Eagles ist die Saison vorbei", sagte er bei "CBS". "Man tradet nicht seinen Pro-Bowl-Center am selben Tag, an dem man seinen überragenden Tackle verliert, wenn man nicht vorhat, etwas grundlegend anders zu machen."

Tatsächlich würde nur ein Rebuild solche Entscheidungen erklären. So unverständlich und verrückt ein Rebuild in Philadelphia auch wäre: Es wäre zumindest ein Plan! Die aktuellen Aussagen von GM Roseman lassen allerdings befürchten, dass völlige Planlosigkeit in "Philly" herrscht.

Man wolle in diesem Jahr "das letzte Spiel" - gemeint ist der Super Bowl - gewinnen, stellte er klar. Warum er dann einen der besten Center der NFL abgibt?

Man müsse perspektivisch denken, würde Geld sparen und könne mit dem Draft-Kapital für die Zukunft planen, lautete die Erklärung. Zudem hätte man die Möglichkeit, nun Drew Kendall - der 24-Jährige wurde beim NFL Draft 2025 in der 5. Runde ausgewählt - mehr Spielpraxis zu geben.

Die Erfolgsaussicht der Eagles dürfte dadurch nicht gerade steigen.

Jalen Hurts blickt mit den Philadelphia Eagles möglicherweise einem schwierigen Saisonverlauf entgegen

Bild: Icon Sportswire


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Eagles haben viele Schwachstellen

Die Eagles haben ohnehin schon genug Probleme. Bei der 20:24-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die Los Angeles Rams brachte Hurts nur 12 von 27 Pässen für 93 Yards an den Mann und wurde vier Mal gesackt.

Die Zwischenbilanz ist dürftig: Mit einem Raumgewinn von durchschnittlich 269,8 Yards stellt Philadelphia die viertschwächste Offense der NFL. Das Passspiel ist mit 160,8 Yards sogar das zweitschwächste. Zwölf zugelassene Sacks sind der geteilte vierthöchste Wert der Liga. Und jetzt ist die Offensive Line noch schwächer als zuvor.

Die Fans in Philadelphia - die nicht gerade für ihre Geduld bekannt sind - zeigten bereits ihren Unmut. Es gab Pfiffe im Lincoln Financial Field, als Philadelphia die Heim-Niederlage gegen die Rams kassierte.

Es waren vermutlich nicht die letzten Pfiffe.

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