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NFL Week 1: Die größten Gewinner und Verlierer des Saisonstarts

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

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NFL-Highlights: Broncos at Chiefs

Videoclip • 06:01 Min


Ein Rekordauftritt, ein bemerkenswertes Comeback und deutsche Erfolgserlebnisse: Der NFL-Auftakt liefert reichlich Gesprächsstoff. Andere müssen nach Week 1 bereits unangenehme Fragen beantworten.

Der erste NFL-Spieltag 2026 hat gezeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen können. In Chicago passen große Ankündigungen und große Leistungen zusammen. In Green Bay bleibt die Führung bis zum Schluss eine unsichere Angelegenheit.

Auch die Konkurrenz um die besten Einzelleistungen war groß. Trevor Lawrence warf beim 34:10 der Jacksonville Jaguars gegen die Cleveland Browns vier Touchdown-Pässe, blieb ohne Interception und erreichte ein Passer Rating von 150,6.

Patrick Mahomes meldete sich nach seiner schweren Knieverletzung erfolgreich zurück. Derrick Henry setzte seinen Angriff auf die Rekordbücher fort. Für Matt LaFleur und Myles Garrett wurde der Auftakt dagegen zur Enttäuschung.

ran blickt auf die jeweils fünf größten Gewinner und Verlierer des Auftakts.

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Gewinner: Die Bears-Offense nimmt Ben Johnson beim Wort

Ben Johnson will die punktestärkste Offense der NFL-Geschichte aufbauen. Diesen Anspruch hatte der Head Coach vor der Saison gegenüber "The Athletic" formuliert. Zum Auftakt ließ seine Mannschaft den großen Worten Taten folgen.

Die Chicago Bears gewannen bei den Carolina Panthers mit 59:37. Noch nie hatte die Franchise in einem Saisonauftakt so viele Punkte erzielt. Dazu kamen 552 Yards Raumgewinn und acht offensive Touchdowns. Ein historischer Start, auch wenn die eigene Defense reichlich Arbeit übrig ließ.

Caleb Williams warf für 269 Yards und zwei Touchdowns, erlief weitere 65 Yards und zwei Scores. D'Andre Swift brachte es auf 124 Rushing Yards und drei Touchdowns, Kyle Monangai auf 100 Yards und einen Touchdown. Chicago war auf mehreren Wegen kaum zu stoppen.

Als Carolina im dritten Viertel zum 31:31 ausglich, antworteten die Bears mit drei Touchdown-Drives in Folge. Genau darin lag die Stärke dieses Auftritts: Johnsons Offense konnte das Tempo noch einmal erhöhen, als das Spiel auf der Kippe stand.

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Gewinner: Derrick Henry dominiert mit 32 Jahren

32 Jahre alt und weiterhin eine Zumutung für jede Defense: Derrick Henry eröffnete die Saison mit 144 Rushing Yards und drei Touchdowns beim 41:23 der Baltimore Ravens gegen die Indianapolis Colts. Bei 24 Läufen holte er im Schnitt sechs Yards.

Damit steht Henry bei 125 Rushing Touchdowns in der Regular Season. Er überholte Marcus Allen und belegt in der ewigen NFL-Rangliste allein den dritten Platz. Der nächste große Meilenstein einer ohnehin außergewöhnlichen Karriere.

Noch beeindruckender ist seine Konstanz bei dominanten Auftritten. Henry absolvierte bereits sein 26. Regular-Season-Spiel mit mindestens 100 Rushing Yards und mindestens zwei Rushing Touchdowns. Damit ließ er Jim Brown und LaDainian Tomlinson hinter sich und hält den Rekord allein.

Bei Running Backs wird jenseits der 30 häufig über nachlassende Explosivität und schrumpfende Rollen gesprochen. Henry lieferte zum Auftakt die nächste Erinnerung daran, dass er anders ist.

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Gewinner: John Harbaugh gibt den Giants neues Leben

Die New York Giants gewinnen gegen die Dallas Cowboys und haben dabei auch noch eine ansehnliche Offense zu bieten. John Harbaugh hätte sich seinen Einstand als Head Coach kaum besser ausmalen können. Das 28:20 machte Lust auf mehr.

Besonders überzeugte Jaxson Dart. Der Quarterback brachte 23 seiner 29 Pässe für 230 Yards und drei Touchdowns an, blieb ohne Interception und steuerte 54 Rushing Yards bei. Dart gab der Offense Sicherheit und setzte auch als Läufer Akzente.

Dazu funktionierte eine Personalentscheidung des neuen Trainers sofort. Der aus Baltimore gekommene Isaiah Likely fing acht Pässe für 78 Yards und zwei Touchdowns. Cam Skattebo meldete sich mit 81 Rushing Yards und einem Touchdown zurück.

New York konnte Drives verlängern, den Ball bewegen und seine wichtigsten Offensivspieler in Szene setzen. Ein Auftaktsieg macht noch keinen Titelkandidaten. Für Harbaugh ist er aber ein überzeugender erster Beleg, wie seine Giants spielen können.

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Gewinner: Die Deutschen setzen gleich Ausrufezeichen

Ein entscheidender Touchdown, ein erster NFL-Catch und ein Stammplatz auf einer Schlüsselposition: Amon-Ra St. Brown, Marlin Klein und Brandon Coleman lieferten zum Auftakt gleich mehrere Gründe für einen genaueren Blick.

St. Brown fing beim 31:30 der Detroit Lions gegen die New Orleans Saints zehn Pässe für 67 Yards und zwei Touchdowns. Sein zweiter Touchdown brachte Detroit in der Verlängerung in Führung. Den Sieg sicherte anschließend die Defense, als sie nach dem nächsten Saints-Touchdown eine Two-Point Conversion verhinderte.

Klein verbuchte bei der 31:36-Niederlage der Houston Texans gegen die Buffalo Bills seinen ersten Catch in der Regular Season. Der Tight End holte mit einem Zuspiel von C.J. Stroud 16 Yards heraus. Außerdem hatte er am ersten Texans-Touchdown entscheidenden Anteil, als er den eigentlich gestoppten David Montgomery in die Endzone drückte. Bei lediglich neun offensiven Snaps war das eine erste Kostprobe seines Potenzials.

Coleman stand beim 22:24 der Washington Commanders gegen die Philadelphia Eagles in sämtlichen 70 offensiven Spielzügen als Left Tackle auf dem Feld. Die Offensive Line ließ insgesamt nur einen Sack gegen Jayden Daniels zu. Coleman bestätigte trotz der Niederlage seine Rolle als Stammspieler auf einer wichtigen Position.

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Gewinner: Neues Chiefs-Duo rasiert

Patrick Mahomes ist zurück. Und Kenneth Walker sorgt gleich dafür, dass sein Quarterback nicht alles allein erledigen muss. Beim 31:10 der Kansas City Chiefs gegen die Denver Broncos ergänzten sich Rückkehrer und Neuzugang hervorragend.

Mahomes warf in seinem ersten Pflichtspiel nach der schweren Knieverletzung zwei Touchdown-Pässe und lief selbst über 15 Yards in die Endzone. Seine 184 Passing Yards und eine Interception waren keine makellose Bilanz. Der Auftritt machte aber Mut: Mahomes' schwere Verletzung liegt hinter ihm, er hat seine Leichtfüßigkeit nicht verloren.

Die herausragenden Statistiken lieferte dagegen Walker: 173 Rushing Yards, dazu 18 Receiving Yards und insgesamt zwei Touchdowns. Besonders spektakulär war sein 60-Yard-Touchdown bei einem vierten Versuch und einem fehlenden Yard.

Mit seinen 191 Yards aus Lauf- und Passspiel sammelte Walker sogar mehr Raumgewinn als die gesamte Broncos-Offense mit 176 Netto-Yards. Ein solches Laufspiel entlastet Mahomes enorm. Für Kansas City war dieser Abend deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn.

Verlierer: Die Chargers bleiben offensiv erschreckend harmlos

Mit Justin Herbert auf Quarterback und Jim Harbaugh an der Seitenlinie darf der Anspruch der Los Angeles Chargers höher liegen. Das 14:26 zu Hause gegen die Arizona Cardinals war ein ernüchternder Start.

Los Angeles kam auf lediglich 268 Netto-Yards. Der erste Auftritt unter Offensive Coordinator Mike McDaniel brachte sieben Punkte pro Halbzeit. Nur zwei von acht dritten Versuchen führten zu einem neuen First Down. Bei allen drei ausgespielten vierten Versuchen scheiterten die Chargers.

Im Schlussviertel häuften sich die Fehler. Ein geblockter Punt verschaffte Arizona den Ball kurz vor der Endzone, später folgte Herberts Interception. Die Cardinals konnten sich absetzen, während Los Angeles seine Möglichkeiten verspielte.

Die Niederlage lässt sich deshalb nicht auf einen einzelnen Aussetzer reduzieren. Die Offense hielt ihre Drives zu selten am Leben, und die Special Teams verschärften die Probleme. Harbaughs Mannschaft hatte zum Auftakt in entscheidenden Bereichen zu wenig anzubieten.

Verlierer: Die Panthers-Defense macht 37 Punkte wertlos

37 eigene Punkte sollten eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Nachmittag sein. Die Carolina Panthers erzielten damit sogar die viertmeisten Punkte aller Teams an diesem Spieltag. Trotzdem verloren sie mit 22 Punkten Unterschied.

Beim 37:59 gegen die Chicago Bears ließ die Defense 552 Yards Raumgewinn und acht Touchdowns zu. Besonders verheerend war die Laufverteidigung: Chicago erarbeitete sich am Boden 291 Yards und erzielte sechs Rushing Touchdowns.

Bryce Young hielt Carolina mit 361 Passing Yards, drei Touchdown-Pässen und einem eigenen Rushing Touchdown lange im Spiel. Selbst das 31:31 im dritten Viertel brachte jedoch keine Stabilität. Die Defense ließ anschließend drei Touchdown-Drives nacheinander zu.

Eine gegnerische Offense darf einen guten Tag haben. Wer aber eine solche eigene Punkteausbeute benötigt, um überhaupt Anschluss zu halten, hat ein grundlegendes Problem. Für Carolinas Verteidigung war Week 1 ein Debakel, das auch ein starker Quarterback-Auftritt nicht auffangen konnte.

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Verlierer: Für Myles Garrett und die Rams kommt alles zusammen

Der Start bei den Los Angeles Rams wurde für Myles Garrett zur doppelten Enttäuschung. Beim 7:27 gegen die San Francisco 49ers blieb der Star-Verteidiger ohne einen einzigen registrierten Tackle. Dies passierte ihm das erst zum vierten Mal in seiner NFL-Karriere.

Garrett spielte allerdings mit Knieproblemen. Seine Leistung lässt sich deshalb nicht losgelöst von seinem körperlichen Zustand bewerten. Nach dem Spiel räumte er ein, weit von seinem gewohnten Niveau entfernt gewesen zu sein.

Head Coach Sean McVay bestätigte am Montag eine anstehende Knieoperation und die geplante Versetzung auf die Injured-Reserve-Liste. Damit wird Garrett mindestens vier weitere Spiele verpassen. Einen verlässlichen Termin für seine Rückkehr nannte McVay ausdrücklich nicht.

Für die Rams bedeutet das: Der prominent verpflichtete Pass Rusher konnte dem Auftakt nicht seinen Stempel aufdrücken und steht vorerst auch für die Korrektur nicht zur Verfügung. Für Garrett selbst geht es zunächst um die eigene Genesung.

Verlierer: Drake Maye verliert im Schlussviertel die Kontrolle

Der Abend war vorbereitet für eine erfolgreiche Revanche. Die New England Patriots führten im Super-Bowl-Rematch gegen die Seattle Seahawks mit 10:0. Dann warf Drake Maye im letzten Viertel gleich drei Interceptions.

Aus dem Vorsprung wurde eine 10:13-Niederlage. Besonders bitter war der letzte Fehlpass: New England hatte sich in der Schlussminute bereits in Field-Goal-Reichweite gearbeitet und damit eine realistische Chance auf den Ausgleich.

Maye suchte trotzdem die Endzone. Dort fing Josh Jobe den Ball ab und beendete die Hoffnungen der Patriots. Der Versuch, den Sieg zu erzwingen, kostete New England auch die Möglichkeit, sich in die Verlängerung zu retten.

Seattles Defense verdient für ihre Ballgewinne Anerkennung. Maye muss sich dennoch vor allem seine Entscheidungen ankreiden lassen. Drei Interceptions in einem Viertel sind bei einer solchen Ausgangslage schlicht zu viel.

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Verlierer: Matt LaFleur bekommt die Packers wieder nicht ins Ziel

Die Green Bay Packers führten bei den Minnesota Vikings im dritten Viertel mit 22:10. Am Ende verloren sie mit 22:39. 29 unbeantwortete Punkte später blieb vor allem eine Frage: Wie konnte Green Bay dieses Spiel noch derart entgleiten?

Eine Schlüsselszene lieferte Matt LaFleur beim Stand von 22:17. Der Head Coach nahm nach einer Offside-Strafe gegen Minnesota ein erfolgreiches Field Goal zurück, um stattdessen einen vierten Versuch bei einem fehlenden Yard auszuspielen. Jordan Love wurde gestoppt, die drei Punkte waren weg.

Die Entscheidung für den vierten Versuch allein erklärt die Niederlage allerdings nicht. Später kamen Loves Ballverluste und defensive Strafen hinzu. Doch gerade in dieser Phase fehlte Green Bay die Kontrolle, während Minnesota mit Ersatzquarterback Carson Wentz immer stärker wurde.

Wieder gab eine Mannschaft von LaFleur einen deutlichen Vorsprung aus der Hand. Der Head Coach muss sich daran messen lassen, ob seine Offense auch unter wachsendem Druck funktionierende Antworten findet. In Minnesota gelang ihr nach der Pause nur noch ein Field Goal.

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