Fußball
2. Bundesliga - Erkenntnisse des Saisonstarts: Es gibt keine Favoriten
Veröffentlicht:
von Leopold Grünwald2. Bundesliga
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Die neue Saison in der 2. Bundesliga hat begonnen und beeindruckt direkt mit einem spektakulären ersten Spieltag. Die Lehren aus dem Auftakt.
Der erste Spieltag der 2. Bundesliga ist Geschichte und hatte mehr als nur ein paar Überraschungen parat. Die vermeintlichen Favoriten aus dem Kreis der Bundesliga-Absteiger der vergangenen Saison taten sich zum Start in die neue Saison ausnahmslos schwer.
Gleichzeitig zeigten einige Kellerkinder aus der abgelaufenen Spielzeit unerwartet starke Leistungen, die den Fans Hoffnung machen dürften.
Der Superstar der Liga spielt derweil (noch) in Franken. Die Erkenntnisse des Starts der 2. Bundesliga.
1. Es gibt keine Favoriten
Was war vor dem Start in die neue Saison nicht schon geschrieben und gewusst worden. Der VfL Wolfsburg? Angesichts der finanziellen Möglichkeiten und namhafter Neuzugänge wie Fabian Reese, Elvis Rexhbecaj oder Robert Glatzel quasi schon jetzt zurück in der Bundesliga. Hannover 96? Schlimmstenfalls nur knapp dahinter.
Dann begann das Geschehen auf dem Platz und schnell zeigte sich, was eigentlich jeder weiß, aber doch Jahr für Jahr aufs Neue entdeckt werden muss: Auf dem Papier hat noch nie jemand ein Spiel gewonnen oder den Aufstieg klar gemacht.
Wolfsburg kam mit sechs seiner hochgelobten Neuen in der Startelf zu einem 0:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern. Klar, die "Roten Teufel" hatten die jüngste Spielzeit zwar als Tabellensechster beendet, auf dem Transfermarkt aber nicht einmal ein Zehntel dessen ausgegeben, was Wolfsburg für neues Spielermaterial in die Hand genommen hatte.
Dass gleichzeitig Hannover trotz spielerischer Überlegenheit gegen Aufsteiger Energie Cottbus mit 1:3 verlor, während die weiteren Bundesliga-Absteiger, der FC St. Pauli und der 1. FC Heidenheim, ebenfalls große Probleme offenbarten, beweist die Ausgeglichenheit dieser Liga.
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2. Bleibt Zoma, steigt Nürnberg auf
Nach dem Wahnsinn von Heidenheim (4:3 gegen den VfL Osnabrück) und Magdeburg (1:6 gegen Eintracht Braunschweig) am Samstag schien das Überraschungspotential des Spieltags erschöpft, doch da setzte Mohamed Ali Zoma am Sonntag das nächste Ausrufezeichen.
Der Stürmer war beim 3:0 (2:0) des 1. FC Nürnberg gegen Dynamo Dresden für alle drei Tore der Franken verantwortlich und unterstrich noch einmal, warum sich aktuell diverse Vereine aus ganz Europa um den Italiener bemühen sollen.
Der 22-Jährige war aus dem Spiel heraus eiskalt vor dem Tor, traf einmal nach einem schönen Doppelpass mit Finn Becker. Bei seinem zweiten Streich stand er im Sechzehner goldrichtig und staubte ab.
Einzig beim Strafstoß in der zweiten Halbzeit zeigte er einen Moment der Schwäche, den er allerdings direkt ausbügelte und den Nachschuss versenkte. Die offensive Harmlosigkeit des FCN aus der vergangenen Saison ist damit Geschichte. Die Hoffnungen auf die Rückkehr in die Bundesliga sind dementsprechend gleichermaßen groß wie berechtigt - zumindest, wenn Zoma bleibt.
Der Rechtsfuß hat noch bis 2029 Vertrag am Valznerweiher. Kein Wunder also, dass der Club Zoma angesichts seiner Leistungen das gewaltige Preisschild von kolportierten 20 Millionen Euro verpasst hat.
Hoffnung auf einen Verbleib machte derweil nicht nur die Höhe der verlangten Ablösesumme, sondern auch FCN-Trainer Miroslav Klose. Er habe "nicht das Gefühl, dass er irgendwohin will", sagte der Weltmeister von 2014 über seinen Schützling.
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3. Vorbereitungsfokus auf der Offensive
So unterhaltsam das Torfestival vom Wochenende für den neutralen Zuschauer auch war, für die involvierten Torhüter und Abwehrspieler ist das Spektakel ein Armutszeugnis. 32 Treffer fielen in gerade einmal neun Partie. Im Schnitt sind das rund 3,55 Tore pro Partie - über 20 Prozent mehr als im Mittel der vergangenen Saison.
Nur dem 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern gelang es, die Null zu halten. Insbesondere die Defensivreihen des 1. FC Magdeburg, des VfL Osnabrück, von Hannover 96 und Dynamo Dresden zeigten sich nicht sattelfest.
Die Zahlen sprechen dafür, dass einige Trainer der 2. Bundesliga den Fokus in der Vorbereitung auf Torgefahr in der Offensive statt auf Abstimmung in der Hintermannschaft gelegt haben. Ob die Rechnung aufgeht, muss sich erst noch zeigen.
4. Magdeburg muss sich große Sorgen machen - Fürth nicht
Das 1:6 (0:4) des 1. FC Magdeburg auf eigenem Platz gegen Eintracht Braunschweig, das die Vorsaison noch einen Platz hinter den Magdeburgern auf Rang 15 beendet hatte, nur als Warnschuss zu bezeichnen, dürfte in die Kategorie schwere Untertreibung fallen.
26 Minuten brauchten die Gäste, um in Magdeburg die ersten drei Tore zu erzielen. Ein Horrorstart aus dem Bilderbuch, zumal der Platzverweis gegen Herbert Bockhorn erst in der 31. Minute folgte.
Der FCM muss schleunigst die richtigen Lehren aus der Pleite gegen die Niedersachsen ziehen, sonst könnten die Gegner in der kommenden Saison nicht mehr Kaiserslautern, Bochum und Karlsruhe heißen, sondern Ingolstadt, Regensburg und Aachen.
Ganz anders ist die Gemengelage bei der SpVgg Greuther Fürth. Die Unterfranken überzeugten beim 1:1 gegen den FC St. Pauli, auch wenn die Norddeutschen die bessere Spielanlage zeigten. Die Fans des Kleeblatts darf das Ergebnis gegen den Bundesliga-Absteiger nach dem XXL-Umbruch in Fürth mit 21 Abgängen durchaus positiv stimmen.
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