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Fragen und Antworten zum Löwen-Drama

1860 München muss zwangsabsteigen: In welcher Liga geht es weiter? Wer bleibt in der 3. Liga?

Aktualisiert:

von Luis Woppmann

ran Fußball Bundesliga

Bayern-Fans spotten nach 1860-Absturz: "Karma"

Videoclip • 02:07 Min


Durch den Zwangsabstieg von 1860 München steht der Traditionsverein vor einer unklaren Zukunft. ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

Es ist passiert.

Nach tagelangen Spekulationen ist die Frist für 1860 München abgelaufen, seine Liquidität beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachzuweisen.

Das Ergebnis: Der Verein konnte die benötigten 2,7 Millionen Euro nicht auftreiben und erhält deswegen keine Lizenz für die kommende Drittligaspielzeit.

Dadurch muss sich der Verein in der Planung für die nächste Saison komplett neu aufstellen. Aber was bedeutet der Zwangsabstieg für die Vereins- und Kaderstruktur? In welcher Liga wird 1860 nächste Saison spielen? Und wer darf jetzt in der 3. Liga bleiben.

ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Wieso hat 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga bekommen?

In der 3. Liga müssen alle Vereine im Zulassungsverfahren für die nächste Saison nachweisen, dass sie finanziell die komplette Saison stemmen können.

Vor einer Woche berichtete die "Süddeutsche Zeitung", dass Hasan Ismaik den Darlehensvertrag zum 21. Mai einseitig gekündigt hatte. Dadurch fehlten 1860 München 2,7 Millionen, welche sie bis zum 3. Mai beschaffen hätten müssen.

Ismaik bot dabei an, die geforderte Summe zu übernehmen, allerdings nur unter sieben Bedingungen. Der Verein schrieb später auf seiner Seite: "Da einzelne der damit verbundenen Forderungen aus grundlegenden juristischen und wirtschaftlichen Gründen für den TSV München von 1860 e. V. nicht als zustimmungsfähig angesehen werden konnten, ließ sich die vorgeschlagene Finanzierungslösung nicht realisieren."

Da sonst kein anderer Geldgeber gefunden werden konnte, erhielt der Verein keine Lizenz für die 3. deutsche Spielklasse.

1860 München: Wie hat sich die Geschäftsführung zum Zwangsabstieg geäußert?

Geschäftsführer Manfred Paula erklärte: "Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt."

Auch Gernot Mang, Präsident des Muttervereins TSV München von 1860 e. V. , zeigte sich enttäuscht: "Diese Entwicklung ist besonders enttäuschend, da sowohl die Geschäftsführung als auch die Vertreter des Muttervereins auf die Einhaltung der getroffenen Zusage vertraut haben. Wir haben uns als Vereinsvertreter immer kompromissbereit gezeigt, können uns aber nicht über satzungs- und verbandsrechtliche Vorgaben hinwegsetzen."

1860 München: Folgt nach dem Zwangsabstieg die Insolvenz und damit verbunden der Ismaik-Ausstieg?

Die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA arbeitet laut eigener Aussage derzeit eng mit Sachverständigen und Beratern aus den Bereichen Insolvenzrecht zusammen.

Ziel sei es demnach, "den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit unseren Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln."

Laut der "Bild" braucht der Verein rund eine Millionen Euro, um weiter zahlungsfähig zu bleiben. Eine Insolvenz scheint allerdings unwahrscheinlich, da Ismaik eine entsprechende Zahlungsunfähigkeit mit eigenen Investitionen verhindern könnte - bei einer Insolvenz wären seine Anteile nämlich wertlos. So einfach werden die Giesinger den Jordanier vermutlich nicht los.

Nach Zwangsabstieg: In welcher Liga wird 1860 München in der kommenden Saison spielen?

Durch den Abstieg aus dem Profifußball ist in der kommenden Saison nicht mehr der DFB oder die DFL, sondern der Bayerische Fußball-Verband (BFV) für die Einteilung der Löwen zuständig.

Jürgen Igelspacher, Geschäftsführer des BFV, hat gegenüber "BR24" bestätigt, dass 1860 München im nächsten Jahr in der Regionalliga Bayern antreten werde. Vermutlich wird die Liga daher von derzeit 18 auf künftig 20 Mannschaften aufgestockt.

Der Verband sei allerdings vor Bekanntwerden des Zwangsabstiegs nicht von den Sechzigern informiert worden.

Laut der "Bild" besitzen nur acht Spieler einen Vertrag für die Regionalliga - der Großteil des Kaders kann hingegen ablösefrei gehen. Trainer Markus Kauczinski wird demnach wohl auch nicht zu halten sein.

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Nach Zwangsabstieg von 1860 München: Welche Mannschaft spielt stattdessen in der 3. Liga?

Durch den Lizenz-Entzug rückt 1860 München an das Ende der diesjährigen 3.Liga-Tabelle. Laut Paragraph 55a Ziffer 3 der DFB-Spielordnung vermindert sich dadurch die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Klubs.

Nutznießer ist damit der TSV Havelse, welcher das Recht erhält, auch im nächsten Jahr in der dritten Liga zu bleiben. Im Vorfeld hatte es Spekulationen darüber gegeben, ob der Verein freiwillig auf dieses Recht verzichten würde.

Jetzt hat der Klub allerdings bekanntgegeben, auch im nächsten Jahr in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten zu wollen. Auf Instagram heißt es: "Der TSV Havelse hat für die 3. Liga, die Regionalliga Nord sowie die U19-Nachwuchsliga alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht und vollständig beim DFB bzw. NFV eingereicht und an den jeweiligen Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren teilgenommen."

Und weiter: "Das Ergebnis der jeweiligen Verfahren wird dem Verein nach Prüfung der eingereichten Unterlagen durch die zuständigen Verbände mitgeteilt. Als Heimspielstätte für die 3. Liga hat der TSV Havelse, wie bereits in der abgelaufenen Saison, auch für die Spielzeit 2026/27 das Eilenriedestadion benannt."

Sollte der Verein keine Lizenz erhalten, würde das Recht zum nächstbestplatzierten weitergereicht werden. Das wäre Erzgebirge Aue, welche ansonsten das erste Mal in ihrer Vereinsgeschichte in die Regionalliga absteigen würden.

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