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Borussia Dortmund: Niko Kovac ist mehr Mut zu wünschen - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

BVB: Fans zerlegen Kovac - und wenden sich an Klopp

Videoclip • 01:56 Min


Borussia Dortmund gibt eine 2:0-Führung zu Hause aus der Hand – und macht dennoch viel richtig. Niko Kovac ist jetzt vor allem Mut zu wünschen. Ein Kommentar.

Der BVB ist zurück! So oder so ähnlich könnte die Überschrift zum 2:2 gegen Werder Bremen lauten. An den ersten vier Spieltagen wirkte Borussia Dortmund fast schon überraschend souverän.

Gegen den Ball haben sie wenig zugelassen, vorn immer ausreichend Tore erzielt, um die Spiele zu gewinnen. Am Freitagabend sah es gegen Bremen dann wieder so aus, wie es zu oft in der Vergangenheit aussah.

Eine sehr zähe erste Halbzeit, dann eine sehr gute Phase mit zwei Toren und am Ende die herzliche Einladung an den Gegner, doch nochmal ins Spiel zurückzufinden. Punktverluste, die in der Vergangenheit den Saisonrhythmus immer wieder ge- und zerstört haben.

Punktverluste, die Dortmund von einer Spitzenmannschaft zu einer allenfalls guten Mannschaft degradiert haben. Und genau das ist jetzt wieder passiert. An einem Spieltag, an dem man richtig Druck auf den FC Bayern hätte aufbauen können, die in Augsburg ein schweres Auswärtsspiel haben.

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Niko Kovac macht beim BVB viel richtig

Aber: Ein bisschen anders war es diesmal schon. Nach sehr biederen und schwachen 45 Minuten hat Niko Kovac in der Kabine offensichtlich viel richtig gemacht. In der ersten Halbzeit agierte der BVB zu passiv, zu zurückhaltend.

Mit maximal drei gelernten Angreifern, wobei Beier als Flügelverteidiger agierte, überraschte es nicht, dass Dortmund vorn wenig hinbekam. Kovac passte in der Pause an, stellte ein bisschen um und plötzlich drückte der BVB die Gäste hinten rein – mit teilweise allen Feldspielern im Angriffsdrittel.

Das ist der Spirit, den der BVB braucht. Nicht Pragmatismus und Angst vor Kontern, sondern Mut und Lust auf Offensivfußball. Bremen hätte sich kaum beschweren können, hätte der BVB in der Schlussphase bereits mit 3:0 geführt.

Niko Kovac beim BVB

Bild: Kirchner-Media


Ausgerechnet die Dortmund-Abwehr patzt: Kovac sollte dennoch offensiver denken

Die Erkenntnis aus dem 2:2 sollte jetzt nicht sein, dass dieser Ansatz nach hinten losgegangen ist. Im Gegenteil: So gut wie in der zweiten Halbzeit war der BVB in der jüngeren Vergangenheit selten. So macht diese Mannschaft Spaß und so wird sie auch gegen tiefe Blöcke erfolgreich sein.

Am Ende blieb der Sieg ausgerechnet deshalb aus, weil zwei gestandene Abwehrspieler unsicher wurden. Nico Schlotterbeck leitete das erste Gegentor ein, Waldemar Anton ließ sich beim zweiten von Füllkrug überrumpeln.

Eigentlich war die Dreierkette zuletzt das Prunkstück von Kovac. Beide Gegentore fielen nicht, weil Dortmund besonders offensiv gespielt hätte. Sie fielen, weil zwei Menschen Fehler gemacht haben, die keine Taktik verhindern kann.

Kovac sagte nach dem Spiel, dass solche Momente der Grund dafür sind, dass er eher die mahnende Rolle einnimmt. Es ist zu befürchten, dass solche Momente auch dazu führen, dass er sich vor allem damit beschäftigt, wie er die Defensive noch stabiler macht.

Ihm und Borussia Dortmund wäre zu wünschen, dass er sich mehr Gedanken darüber macht, was von der 46. Minute bis zum 2:0 gut war. Diese Liste wird sehr lang. Und genau darauf sollte der BVB jetzt aufbauen. Voller Fokus auf das Offensivpotenzial.

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