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Fußball

Bundesliga und 2. Bundesliga: Setzt Spielball "Torfabrik" neue Maßstäbe?

Aktualisiert:

von Melanie Sigmunt

2. Bundesliga

2. Bundesliga: Ist das Rot? Die besten Momente aus der RefCam

Videoclip • 01:46 Min


Nach acht Jahren Derbystar stellt Adidas ab dieser Saison wieder den offiziellen Spielball der Bundesliga und 2. Bundesliga. Das Modell "Torfabrik" hält zumindest nach seinem ersten Einsatz im Unterhaus, was es verspricht.

Die 2. Bundesliga startete am vergangenen Wochenende in die neue Saison und Fans konnten bereits am ersten Spieltag ganze 31 Tore bestaunen.

Kann der neue Spielball zukünftig vielleicht für eine Flut an Toren sorgen und was macht das neue Modell so besonders? Was sagen die Protagonisten?

ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

Worin unterscheidet sich der neue Spielball vom alten?

Das neue Spielgerät von Adidas weist zwei große Besonderheiten gegenüber dem vergangenen Derbystar Brillant APS auf:

Während Derbystar beim Spielball der vergangenen Saison auf 32 handgenähte Panels setzte, verwendet der deutsche Sportartikelhersteller bei der "Torfabrik" zwölf thermisch geklebte, nahtlose Panels.

Außerdem besitzt das neue Adidas-Modell eine fein-strukturierte Grip-Oberfläche anstelle einer Brillant-APS-Struktur des vergangenen Spielballs von Derbystar.

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Was macht die "Torfabrik" so unberechenbar?

Die Struktur des neuen Adidas-Modells aus zwölf Panels kann aufgrund seiner besonderen Aerodynamik Einfluss auf die Flugbahn des Balls nehmen und diese unberechenbarer machen. Vergleicht man das Modell mit dem Spielgerät der WM 2010 in Südafrika, besitzt die "Torfabrik" vier Panels mehr als der damalige "Jabulani". Schon dessen Flugbahnen waren damals teils nur schwer einzuschätzen.

Ex-HSV-Profi Lewis Holtby deutete vor dem Zweitliga-Auftaktmatch zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC am ran-Mikrofon erste Herausforderungen für die Torhüter an: "Das soll ein Flummi sein. Ich sage mal: 'Viel Spaß, Torhüter!'"

Doch was macht ihn so gefährlich?

Was macht den Ball für Torhüter so gefährlich?

Vor allem das Gewicht und die Härte des Balles können den Torhütern das Leben schwerer als bisher machen, da die Bälle enorm an Geschwindigkeit zunehmen.

So teilte HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes seine ersten Erfahrungen bezüglich des Spielgeräts mit der "Sport Bild": "Der Adidas-Ball fühlt sich härter an und ist dadurch auch schneller als der von Derbystar. Als Torhüter hat man durch die schnellere Flugkurve etwas weniger Reaktionszeit."

Auch Nürnberg-Torwart Jan Reichert teilt Heuer Fernandes' Ansicht, wie er der "Bild" mitteilte: "Der Adidas-Ball ist an der Oberfläche einfach härter und hat dadurch ein ganz anderes Flugverhalten. Man kann ihn viel stärker schießen, er bekommt viel mehr Speed. Je nachdem, wie der Treffpunkt ist, flattert er auch ein bisschen."

Paderborns Torwarttrainer Nico Burchert äußerte sich in der Zeitung "Neue Westfälische" zum neuen Spielgerät: "Mit dem neuen Ball wird es für die Torhüter schon ein wenig schwieriger. Wir haben das Gefühl, dass er vom Griff her ein bisschen anspruchsvoller und auch einen Tick schneller ist."

Paderborns Keeper Nahuel Noll betont darüber hinaus, dass der aktuelle Ball "zudem auf jeden Fall etwas schwerer" ist als der bisherige.

Laut Torhüter Tim Schreiber von Dynamo Dresden sei der neue Adidas-Ball auch "nicht mehr so stabil in der Luft, wie zuletzt der von Derbystar. Er flattert jetzt mehr." Darüber hinaus sieht er aber auch einen Vorteil beim neuen Modell: "Dafür bekommt man es hin, den Ball länger zu schlagen. Das kann auch eine Waffe sein. Aber wenn du ihn nicht richtig triffst, zieht er eben irgendwo hin.“

Die Torhüter der Erst- und Zweitligisten werden im Spielbetrieb so wohl zukünftig vor größere Herausforderungen gestellt als bisher. Was jedoch ein Fluch für die Keeper ist, kann gleichzeitig ein Segen für die Feldspieler sein.

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"Torfabrik" ein Ball für die Feldspieler?

Auch den Feldspielern sind die erschwerten Bedingungen, die die neunen Spielbälle für die Torhüter mit sich bringen, bekannt und dürften zumindest bei ihnen für Begeisterung sorgen. Schließlich steigt der Torerfolg bei Flatterbällen, die nur schwer einzuschätzen sind.

So könnten wohl zukünftig vor allem Fernschüsse ein beliebtes Mittel für Spieler sein, wie Dresden-Stürmer Jakob Lemmers anführte: "Es ist uns in der Mannschaft auch schon aufgefallen, dass der Ball für die Torhüter eklig ist und nach links und rechts geht. Und wenn man aus der zweiten Reihe abzieht, dann ist es, glaube ich, schwer für einen Torhüter."

Laut Stürmer Stefano Marino vom SC Paderborn kann man "beim Schießen auch ein wenig mehr Druck ausüben, ohne dass der Ball gleich zehn Meter übers Tor fliegt. Aber am Ende ist es noch immer ein Fußball. Der hat ja jetzt keine anderen Maße."

Auch Heuer Fernandes unterstreicht, dass man den neuen Spielball "gut schießen" kann, was ihn "eher spielerfreundlich" macht.

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Garantiert der neue Spielball mehr Tore?

Die "Torfabrik" flattert, ist schneller und in ihrem Flugverhalten für die Torhüter nur schwer einzuschätzen. Alles Voraussetzungen, die eine Trefferwahrscheinlichkeit in der Theorie wohl steigern dürften. In der Praxis zeichnen sich nach nur einem Spieltag jedoch noch keine großen Unterschiede zur Vorsaison ab. Während in der Saison 2025/26 am ersten Spieltag der 2. Bundesliga 30 Tore fielen, war am ersten Spieltag der aktuellen Saison lediglich eins mehr zu verzeichnen.

Allerdings könnten zukünftig mehr Fernschüsse zum Torerfolg führen als zuvor, wie auch der Paderborner Torwarttrainer Burchert einräumte: "Schwer zu sagen, ob durch den neuen Ball in der Bundesliga und 2. Bundesliga nun mehr Tore fallen werden. Aber ich denke, dass es mehr Fernschüsse geben wird."

So rät auch Reichert seinen Teamkollegen: "Wenn ihr schießen könnt, dann haltet drauf. Denn schwerer ist es jetzt auf jeden Fall nicht geworden, ein Weitschusstor zu erzielen".

Die Torhüter der Bundesliga und 2. Bundesliga werden in der kommenden Saison also noch etwas mehr gefordert sein als sie es ohnehin schon waren. Ob die Anzahl an Toren durch den neuen Spielball in der aktuellen Saison aber tatsächlich ansteigt, wird auch stark von ihren Leistungen abhängen.

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