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Bundesliga

BVB: Das sind die Schlüssel zum Sieg im Topspiel beim FC Bayern München

Veröffentlicht:

von Tobias Wiltschek

ran Fußball Bundesliga

Kovac verrät: So will der BVB Olise stoppen

Videoclip • 01:36 Min


Tabellarisch auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister, verbal im Angriffsmodus: Die Dortmunder sehen sich gut gerüstet für das Gipfeltreffen in München. So kann es mit dem erhofften Sieg klappen.

Euphorie ist nicht unbedingt das, was man mit Niko Kovac zuerst verbindet. Der Trainer von Borussia Dortmund kommt eher trocken daher, nüchtern, kontrolliert.

Da war es schon bemerkenswert, wie sich der 55-Jährige am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Topspiel beim FC Bayern äußerte.

Den Worten des gebürtigen Berliners war tatsächlich so etwas wie Vorfreude zu entnehmen auf das Gastspiel seines BVB in München.

"Endlich mal ein spannendes Aufeinandertreffen", sagte der Kroate: "Nicht nur wir, sondern ganz Deutschland freut sich auf das Spiel."

Die Konstellation vor dem 8. Spieltag stützt diese Aussage durchaus. Schließlich kommt es relativ selten vor, dass sich – wie im aktuellen Fall - in einem Spiel die beiden Teams miteinander messen, die in der Tabelle punktgleich an der Spitze stehen.

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Kovacs Bilanz gegen die Bayern ist ausbaufähig

Kovacs persönliche Bilanz als Trainer gegen die Bayern mag zwar nicht per se für ein spannendes Spiel sprechen. Von 13 Partien hat er bislang nur eine einzige gewonnen.

Dennoch reist sein Team diesmal nicht chancenlos nach München. Was ironischerweise hauptsächlich mit dem Spielstil zu tun hat, für den der Fußball-Lehrer zuletzt häufig kritisiert wurde: Zu pragmatisch und wenig unterhaltsam sei das, was die Dortmunder unter ihm in dieser Saison bislang praktiziert hätten.

Immerhin aber hat der BVB so nur vier Gegentore in sieben Spielen kassiert und damit die wenigsten in der gesamten Bundesliga.

Auf eine starke Defensive wird es auch in München ankommen, wenn die Bayern erwartungsgemäß ihre Offensiv-Maschinerie zum Laufen bringen und das Tor der Dortmunder in regelmäßigen Abständen unter Beschuss nehmen wollen.

Nicht ohne Grund hat Kovac deshalb am Donnerstag zwei Spieler hervorgehoben, die genau das so gut es geht verhindern sollen. "Wir brauchen einen richtig guten Torhüter, denn Bayern spielt sich sehr viele Chancen heraus", richtete er schon einmal eindringliche Worte an seinen Keeper Gregor Kobel.

Nicht dass sie der Schweizer nötig gehabt hätte. Kobel spielt bislang eine exzellente Bundesliga-Saison und hielt seinen Kasten in fünf von sieben Spielen sauber – so häufig wie kein anderer Torwart. Dennoch aber kann es ja nicht schaden, ihn extra zu motivieren, wird sich Kovac gedacht haben.

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BVB-Juwel Gadou soll die Bayern stoppen

Genau so wichtig aber wird es sein, die Angriffe der Bayern schon zu stoppen, bevor sie ihre gefährlichen Torschüsse abgeben können. Der Spieler, der hauptsächlich dafür sorgen soll, wird voraussichtlich der gerade einmal 19-jährige Joane Gadou sein.

Der Teenager gehört zu den sprintstärksten Spielern der gesamten Bundesliga und verhinderte auch dank seiner Schnelligkeit schon die eine oder andere Chance des Gegners bereits in der Entstehung.

"Ich hoffe, dass er sich in den nächsten drei, vier Tagen so erholt hat, dass er am Samstag Gas geben kann", sagte Kovac bei "Ruhr24" über Gadou.

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Schnelles Umschaltspiel als Erfolgsrezept des BVB?

Um die Offensive der Bayern einigermaßen in den Griff zu bekommen, ist natürlich auch das Mittelfeld gefragt. Hier heißt es: Passwege zustellen, Zweikämpfe gewinnen und den Bayern-Stars damit die Freude an ihrer Lieblingsbeschäftigung nehmen.

Gleichzeitig aber muss es den Dortmundern gelingen, auch selbst zu Abschlüssen zu kommen. Das ist gegen die Bayern zwar schwer, aber nicht unmöglich.

Am anfälligsten ist die Defensive des Rekordmeisters auch in dieser Saison bei schnellen Gegenangriffen, wenn die Abwehrspieler zu weit mit nach vorne gehen und damit die Absicherung vernachlässigen.

So geschehen in der Bundesliga beim zweiten Gegentor gegen den FC Augsburg wie auch im DFB-Pokal zuletzt beim zwischenzeitlichen Ausgleich des 1. FC Magdeburg in München.

Kovac lobt Veerman: "Er kann helfen, den Druck der Bayern zu überspielen"

Spieler, die in diesen Situationen ihre Qualitäten haben, besitzt auch der BVB. Maximilian Beier ist mit seiner Schnelligkeit prädestiniert für solche Umschaltsituationen. Er kann als Adressat die Bälle weiterverwerten, die aus Balleroberungen entstehen.

Was die dafür notwendige Handlungsschnelligkeit betrifft, setzt Kovac auf Neuzugang Joey Veerman. "Er strahlt große Präsenz aus und kann helfen, den Druck der Bayern zu überspielen", sagte der Coach über den Niederländer.

Die Augsburger, die immerhin als bislang letztes Team aus der Bundesliga den Bayern Punkte abnehmen konnten, könnten dem BVB auch in einer weiteren Hinsicht als Vorbild dienen: Gleich nach Anpfiff sofort attackieren und die Bayern unter Druck setzen. Daraus ist bekanntlich das schnellste Bundesliga-Tor der Geschichte entstanden.

Dass die Bayern zu Beginn des Spiels etwas anfälliger für Gegentore sind, haben sie auch im DFB-Pokal und in der Champions League in dieser Saison schon offenbart. Gegen Osnabrück gerieten sie nach fünf Minuten in Rückstand, bei Viking Stavanger kassierten sie schon in der zweiten Minute das 0:1.

Kovac denkt auch an die Schiedsrichter

Das alles dürfte Kovac seiner Mannschaft mitgegeben haben, wenn sie am Samstag um 18.30 Uhr (im Liveticker auf ran.de) zum Topspiel bei den Bayern antritt. Er weiß aber auch, dass nicht nur seine Spieler in der Allianz Arena zur Höchstform auflaufen müssen.

Explizit nahm er vor dem Spiel das Gespann um Schiedsrichter Tobias Stieler in die Pflicht und richtete vorsorglich auch an den Video-Schiedsrichter einen Appell. Er erwarte "am Wochenende eine Top-Leistung", sagte er: "Nicht nur vom Schiedsrichter auf dem Platz, sondern auch von demjenigen, der im Keller in Köln sitzt."

Kovac, so hat man den Eindruck, will schon vor dem Spiel nichts unversucht lassen, damit es am Samstag nicht nur ein spannendes, sondern für ihn auch erfolgreiches Topspiel wird.

Es wäre sein erster Sieg als BVB-Trainer gegen die Bayern.

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