5:3-Sieg gegen den FC Augsburg
FC Bayern München: Leroy Sane, Serge Gnabry und Joao Cancelo - wohin mit den Sorgenkindern?
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von ran.deCancelo Gnabry FuÃball, 1. Bundesliga, 20230311, FC Bayern München - FC Augsburg. Im Bild Joao CANCELO FC Bayern München, 22 und Serge GNABRY FC Bayern München, 7 klatschen ab Aufwärmen. München Allianz Arena Bayern Deutschland *** Soccer, 1 Bundesliga, 20230311, FC Bayern Munich FC Augsburg In the picture Joao CANCELO FC Bayern Munich, 22 and Serge GNABRY FC Bayern Munich, 7 clap off warm-up Munich Allianz Arena Bayern Germany Copyright: Passion2Press/MarkusxFischerx
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Beim 5:3-Sieg gegen den FC Augsburg dürfen sich Serge Gnabry, Leroy Sane und Joao Cancelo wieder von Anfang an beweisen. Die Leistungen sind teilweise ansprechend, doch Julian Nagelsmann dürfte in wichtigen Partien weiter auf andere Kräfte setzen.
Aus der Allianz Arena in München berichtet Stefan Kumberger
Viel Zeit hatte sich Bayern-Trainer Julian Nagelsmann in den letzten Tagen für seine drei "Sorgenkinder" genommen. Leroy Sane, Serge Gnabry, Joao Cancelo - alle drei hochbegabte Fußballer. Doch in den letzten Tagen und Wochen kaum auf dem Platz - dafür in den Schlagzeilen.
Noch am Freitag hatte Nagelsmann ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und ungewöhnlich offen erzählt, wie er bei dem Trio in die Psycho-Trickkiste greifen muss.
Nagelsmann weist Kritiker in die Schranken
Am Samstagabend dann, nachdem die drei Ballkünstler gegen Augsburg von Anfang an ran durften und einigermaßen starke Leistungen abgeliefert hatten, sah der Coach die Gelegenheit gekommen, die Kritiker und Experten ein wenig in die Schranken zu weisen.
Ausgangspunkt: Joao Cancelo und dessen Reservistenrolle in den letzten Wochen.
"Wir brauchten einen Dreierketten-Spieler gegen Paris und mussten das davor zwei Spiele einstudieren. Joao ist kein Dreierketten-Spieler. Das ist recht simpel erklärt", sagte Nagelsmann nach dem Spiel, um dann die Kritiker ins Visier zu nehmen: "Da können sich in jeder Sendung die Experten noch fünf Stunden unterhalten. Das muss man irgendwann reinkriegen, dass Joao noch nie in seinem Leben Halbverteidiger gespielt hat."
Salihamidzic-Lob für Sorgenkind Cancelo
Nagelsmann wirkte bei seinen Ausführungen trotzig, doch der sportliche Erfolg gab ihm dabei eine gelassene Aura.
Seine Botschaft: Ich habe es euch doch gesagt! Ich wusste es besser!
Im Umkehrschluss sagt der 35-Jährige aber auch, dass Cancelo - sofern der FC Bayern mit Dreierkette aufläuft - kein Kandidat für die Startelf sein kann. Denn Fakt ist auch: Auf dem rechten Flügel ist normalerweise Kingsley Coman zuhause. Er machte gegen Paris ein gutes Spiel und gilt aktuell als gesetzt. Gegen den FCA durfte er sich von der Schlacht gegen PSG erholen - das dürfte keine dauerhafte Einrichtung werden.
Auch wenn Sportvorstand Hasan Salihamidzic seinen Winter-Transfer Cancelo in den Himmel lobt: "Er hat am Ball einen Puls von 35. Wie er aus den engen Räumen rauskommt, kann kaum einer auf der Welt so wie er. Er braucht nicht viel Raum. Wie er Dribblings gemacht und das Tor erzielt hat, das ist hervorragend."
Sane und Gnabry als "Opfer" von Bayerns Konkurrenzkampf
Mit seiner Einschätzung mag "Brazzo" zwar Recht haben, doch Cancelo profitierte auch davon, dass es am Samstag gegen den FCA und nicht gegen eine Top-Mannschaft der Bundesliga ging.
Ähnlich geht es Serge Gnabry und Leroy Sane. Ihr Problem ist die starke Konkurrenz!
Gnabry sprach nach der Partie gegen Augsburg nicht umsonst von "vielen Weltklasse-Spielern" beim FC Bayern. Aktuell bekommen er und Sane die Schattenseiten eines starken Kaders zu spüren. Sie sind außen vor.
Dass bei den kurzen Einsätzen dann gerne Fehler passieren, hilft den beiden hochbezahlten Hochbegabten nicht.
Gnabry: "Was soll ich machen?"
"In jedem Spiel - egal ob man reinkommt oder von Anfang an spielt - will man was Besonderes machen. Dass das nicht immer gelingt, ist menschlich", sagte Gnabry nach der Partie der "Sportschau".
Sein Auftritt kam fast ein wenig überraschend, hatte sich der Nationalspieler in den vergangenen Wochen medial doch regelrecht versteckt. Vielleicht eine Folge der Diskussionen um seinen Besuch der Pariser Fashion Week?
"Was soll ich machen? Ich bin immer noch Profi genug. Ich habe Lust, Fußball zu spielen. Ist ja klar, dass die Leute immer was kritisieren. Damit muss man leider umgehen", sagt Gnabry dazu.
Ein ähnliches Klagelied könnte auch Leroy Sane singen.
Coach Nagelsmann weiterhin als Psychologe gefragt
Der 27-Jährige stellt sich allerdings schon seit längerer Zeit nicht mehr den Fragen der Reporterinnern und Reporter. Auch am Samstagabend verließ er die Allianz Arena lieber durch den Hinterausgang.
Nagelsmann ist beim Problem-Trio weiterhin als Psychologe gefragt. Eine gute Partie gegen zeitweise heillos überforderte Augsburger bedeutet für Gnabry, Sane und Cancelo noch nicht die Wende.
Allen drei dürfte bewusst sein, dass - wenn das Champions-League-Viertelfinale schon kommende Woche anstehen würde - sie eher nicht in der Startelf stehen würden.