Fußball
Niko Kovac vor Verlängerung beim BVB: Legt sich Borussia Dortmund zu früh fest?
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
BVB: "Er ist mitgenommen" - Kovac sorgt sich um Karetsas
Videoclip • 01:45 Min
Borussia Dortmund steht kurz vor der Verlängerung mit Niko Kovac. Für den BVB ist diese Entscheidung aber ein zweischneidiges Schwert.
"Eine Frage der Zeit", lautete die Antwort von Klubchef Carsten Cramer, als er vom "SID" nach der womöglich bevorstehenden Vertragsverlängerung von Niko Kovac befragt wurde: "Das liegt auf der Hand."
Ist das wirklich so? Ist das tatsächlich so ein No-Brainer, wie es Cramer hier darstellt? Für den BVB könnte sich eine frühzeitige Verlängerung mit dem Trainer auch als Risiko entpuppen. Womöglich wäre es gar klüger gewesen, sich mit einer derart wichtigen Entscheidung noch etwas Zeit zu lassen.
Denn einerseits steht aktuell zwar sportlicher Erfolg. Auf der anderen Seite aber stehen Zweifel, die es vielleicht intern im Moment noch nicht gibt, die Kovac aber dennoch nicht gänzlich aus der Welt schaffen kann.
Nächste Joyn-Livestreams
Bald verfügbarHeute, 19:45 Uhr • Fussball
U23-Länderspiel der Frauen: Schottland - Deutschland
135 Min
Bald verfügbarHeute, 19:45 Uhr • Fussball
U23-Länderspiel der Frauen: Schottland - Deutschland
135 Min
Bald verfügbarHeute, 22:10 Uhr • WWE
WWE NXT im Stream
105 Min
Bald verfügbarHeute, 22:10 Uhr • WWE
WWE NXT im Stream
105 Min
Niko Kovac hat den BVB stabilisiert
Dass Borussia Dortmund seinem Trainer vertraut, ist erstmal logisch. Seit Kovac da ist, hat sich das Team ungemein stabilisiert. In den Jahren zuvor schwankten die Leistungen stark und auf gute Phasen folgten regelmäßig lange, biedere Phasen – oft mit schlechten Ergebnissen.
Es ist nicht so, dass der BVB unter Kovac noch kein schlechtes Spiel absolviert hätte. Auch unter ihm gab es sogar schon mehrere Wochen am Stück, in denen es nicht wirklich rund lief. Mehr als drei sieglose Spiele am Stück gab es unter ihm aber nicht. Zum Vergleich: Edin Terzic hatte mal sechs sieglose Spiele in Serie, Nuri Sahin sogar erst drei und später nochmal vier Niederlagen hintereinander.
Mit aktuell 2,03 Punkten pro Spiel ist Kovac in den Top 5 aller BVB-Trainer in der Geschichte mit mindestens 20 Einsätzen an der Seitenlinie. Zahlen und Fakten sprechen also für ihn und somit letztlich auch für eine Verlängerung – oder?
Frühzeitige BVB-Verlängerung mit Kovac: Der vermeintlich logische Weg
Es ist der vermeintlich logische Weg, mit einem Trainer zu verlängern, wenn er gerade erfolgreich ist. Die Bayern verlängerten mit Vincent Kompany im Oktober 2025 – ebenfalls in einer Situation, in der es kaum konkrete Gerüchte für einen Wechsel oder Interesse anderer Klubs gab – höchstens ein paar Spekulationen in Richtung Manchester City.
Notwendig wäre das damals auch noch nicht gewesen. Für Münchner Verhältnisse hatte Kompany zwar mehr erreicht als seine Vorgänger, aber noch nicht wahnsinnig viel. Es ging für den FCB auf. Heute hinterfragt niemand den frühzeitigen Vorstoß des Klubs.
Der BVB wünscht sich mit seinem Vorgehen ähnlichen Erfolg. Das ist verständlich. Allerdings gibt es bei Kovac und den Dortmundern durchaus Konfliktpotenzial. "Ich stand und stehe für mutigen und offensiven Fußball", erklärte Ole Book im März, als er sich vorstellte. Der neue BVB-Sportdirektor will zurück zu den vermeintlichen Wurzeln.
Heißt konkret: junge, aufregende Spieler, die aggressiven, offensiven Fußball zeigen und wieder für Begeisterung in einem Klub sorgen, der in der jüngeren Vergangenheit eher in einer Graumausigkeit auf hohem Niveau versackte.
Weitere Fußball-Videos

ran Fußball
Highlights: Messi trifft bei emotionalem Abschiedsspiel
Videoclip • 08:19 Min

ran Fußball
Fahrerflucht auf Video! Spanien-Profi droht Haftstrafe
Videoclip • 01:04 Min

ran Fußball Bundesliga
BVB: "Er ist mitgenommen" - Kovac sorgt sich um Karetsas
Videoclip • 01:45 Min
Pragmatisch ist nicht immer nachhaltig: Kann Niko Kovac Offensive?
Dortmund war in den vergangenen Jahren alles andere als begeisternd. Scheinbarer Pragmatismus stand über allem. Scheinbar deshalb, weil pragmatisch ja eigentlich sachbezogen oder lösungsorientiert meint. Im Fußball wird der Begriff oft mit einem defensiven, risikolosen Spiel gleichgesetzt, das auf Effizienz ausgelegt ist.
Lösungsorientiert war daran aber nichts. Der Kader wurde älter und durchschnittlicher, der Fußball immer biederer. Zuletzt wurde der Fußball mit Kovac zumindest etwas besser. Wenn man jedoch ehrlich ist, ist er oft genug immer noch bieder.
Kovac ist einer dieser "Pragmatiker". Eine stabile Abwehr steht über allem. Damit nimmt er eine schwächere Offensive in Kauf. Die Risikominimierung erhöht das Risiko aber genau dann, wenn die Effizienz offensiv mal ausbleibt. Oder, um es mit Statistiken von "WhoScored" zu untermauern: Der BVB kommt auf nicht mal 15 Abschlüsse pro Partie in der Bundesliga (Platz zehn) und etwas mehr als acht erwartete Tore sind in den ersten Spielen ebenfalls ein leicht überdurchschnittlicher siebter Platz.
Mit mutigem und offensivem Fußball hat das nicht so viel zu tun. Natürlich ist es legitim, diese Art von Fußball zu spielen, aber Kovac scheiterte bei vielen Vereinen daran, dass sich sein defensiver Ansatz früher oder später abnutzte. Teams fanden Wege, mehr Tore gegen seine Mannschaften zu erzielen, er aber keine, um offensiv Antworten zu finden.
Niko Kovac beim BVB
Bild: Kirchner-Media
Wichtiger Monat für Borussia Dortmund
Das heißt nicht, dass es beim BVB genauso kommen muss. Kovac hat hier einen Qualitätsvorteil. Der Kader ist besser aufgestellt als die meisten anderen in der Liga. Gerade offensiv hat man sich mit jungen Spielern wie Konstantinos Karetsas verstärkt. Spieler, die kein komplexes taktisches System brauchen, um ihre Genialität zu zeigen.
Für Kovac ist das eine enorme Hilfe. Deshalb läuft es aktuell auch so gut. Aber bleibt das so? Und was passiert, wenn sein Team doch wieder in die Muster fällt, die in der vergangenen Saison zum deutlichen Aus gegen Atalanta in der Champions League, zum Aus gegen Leverkusen im DFB-Pokal und zu manchem unnötigen Punktverlust in der Bundesliga geführt haben?
Eine Verlängerung zementiert seinen Status frühzeitig. Dabei werden doch gerade die Monate Oktober und November spannend. Während der FC Bayern ein recht hartes Programm in allen Wettbewerben hat, bekommt es der BVB mit Gegnern zu tun, gegen die sie stets klar favorisiert sind.
Kann der BVB dem FC Bayern Druck machen?
Es ist die Chance, den FC Bayern nach langer Zeit mal wieder etwas unter Druck zu setzen. Etwas, was ihnen schon lange nicht mehr gelungen ist. Schon gar nicht aus einer Position der Stärke heraus. Eine Kovac-Verlängerung wäre auch im Winter noch eine Option gewesen, wenn sich möglicherweise andeutet, dass das Team wirklich so erfolgreich bleibt.
Für eine derartige Prognose, und das ist eben die Krux, wenn man sich frühzeitig festlegt, sind die Argumente im Moment aber noch nicht stark genug. Das macht die Verlängerung vielleicht zu einem größeren Risiko, als man in Dortmund gerade denkt. Es kann beides stimmen: Kovac verdient sich die Belohnung, aber Dortmund legt sich womöglich etwas zu früh fest.
Weitere Fußball-News

Bundesliga
Gerüchte um Abschied: Hat Karl eine Zukunft bei Bayern?

Bundesliga
BVB-Kapitän Emre Can unterzieht sich zusätzlicher OP

Bundesliga
FC Bayern vs. FC Augsburg live: Bundesliga im TV, Livestream und Liveticker

Bundesliga
BVB vs. Werder Bremen live: Alle Infos zur Bundesliga im TV, Stream & Liveticker

Bundesliga
BVB bestätigt Vertragsverlängerung

Bundesliga
Köln-Legende zählt FC-Trainer Wagner an


















