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Jürgen Klopp und DFB über "Eckpunkte eines Vertrages" einig - Gespräche werden fortgesetzt

Aktualisiert:

von SID

ran Fußball

WM 2026: DFB-Nachhilfe! Müller erklärt Klopp den Bundestrainer-Job

Videoclip • 04:08 Min


Neuigkeiten vom DFB: Der Verband teilt mit, dass mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp Einigung über "Eckpunkte eines Vertrages" besteht.

In der Stadt, die niemals schläft, verloren auch die Bosse des deutschen Fußballs keine Zeit. In einem vierstündigen "Bundestrainer-Gipfel" am New Yorker Flughafen verständigten sich Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke sofort nach ihrer Ankunft mit ihrem Traumkandidaten Jürgen Klopp auf "Eckpunkte eines potenziellen Vertrages". Der Durchbruch ist da!

Man ist sich am Freitag grundsätzlich vertragsreif handelseinig geworden, darüber informierte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstagnachmittag in einer ansonsten inhaltlich dünnen Pressemitteilung. Ein letztes Hindernis besteht demnach noch: Klopps bestehender Vertrag mit Red Bull.

"DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke haben gestern in New York ein erstes intensives Gespräch mit Jürgen Klopp zur möglichen Übernahme des Amtes des Bundestrainers geführt", teilte der DFB mit. "Bei dem konstruktiven Austausch wurde eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages erzielt." Die Gespräche werden "in der kommenden Woche fortgesetzt".

Beide Seiten seien "zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können". Ein möglicher Vertrag müsse "final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden".

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DFB von Anfang an auf Klopp fixiert

Der DFB hatte sich Klopp bereits vorab mit Haut und Haaren verschrieben, schon in der offiziellen Kommunikation zum Rücktritt von Julian Nagelsmann wurde sein Name genannt. Zudem ließ Klopp seine Verhandlungspartner einfliegen - seine Position ist also extrem stark.

Der 59-Jährige soll einen Vertrag für einen WM-Zyklus bis 2030 erhalten, er soll seine Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders mitbringen, er soll beim Verband auch strukturell mitreden dürfen. Er wird wohl der mächtigste Bundestrainer jemals werden. Sein zackiges K und das leicht gekippte Doppel-P kann er allerdings erst offiziell auf die Linie setzen, wenn sein Vertrag als Fußball-Chef mit dem Red-Bull-Imperium aufgelöst ist. Das wird wohl noch etwas dauern - und genau bei diesem Thema gibt es zumindest ein bisschen Knatsch.

Denn einen Bundestrainer, der weiterhin Werbe-Botschafter für den Energydrink-Giganten wäre, sieht so mancher Beobachter kritisch. Auf diesem Wege will der DFB sich anscheinend eine Millionenablöse ersparen. Dies wäre "ein weiterer Kniefall vor dem Kapital", sagte Sprecher Thomas Kessen vom Fan-Bündnis "Unsere Kurve" dem "SID". Der DFB würde "mit viel Geld und Integrität" bezahlen. Bevor Klopp "als vermeintlicher Heilsbringer aufs Podest" gehoben werde, möge man sich bitte daran erinnern, wie viel Kredit er mit seiner Unterschrift bei Red Bull verspielt habe.

Für Fußball-Traditionalisten war es ein Pakt mit dem Teufel. Selbst bei Dortmunder Hardcore-Fans ist Klopp seitdem unten durch. Sie sehen im Konzernverhalten und dem Fußball als reine Werbefläche zum Verkauf einer Getränkedose Raubtier-Kapitalismus. RB Leipzig ist ihnen als Klub aus dem Reagenzglas glühend verhasst.

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Kritik auch von offizieller Seite wächst

Auch ein ehemaliger DFB-Präsident hat Zweifel. Ein Bundestrainer im Zeichen des österreichischen Konzerns wäre "ein völliges No-Go", sagte Theo Zwanziger der "FAS". Dann, sagte er, "stellt Red Bull demnächst die deutsche Nationalmannschaft auf". Das Unternehmen wolle "Macht gewinnen in den Sport hinein" - und Klopp hätte letztlich "zwei Loyalitäten". Die Lösung? Wenn Klopp der Job so wichtig sei, "dann muss er alles andere sein lassen. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen."

Auch kritische Kommentare von Ex-Nationalspielern und Medien mehren sich. Verhindern werden sie alle den Deal jedoch nicht mehr, das ist spätestens am Samstag offensichtlich geworden: Der DFB ist wild entschlossen.

Noch ist die Art der am Ende wegweisenden Übereinkunft nicht geklärt. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff soll erst in der kommenden Woche nach Amerika reisen. Also: Die Einigung Klopp/DFB besteht, es folgt die Vertragsauflösung auf der anderen Seite, dann kommt die Unterschrift beim Verband. Die DFB-Gremien werden zustimmen: Dann ist Klopp im dritten Anlauf Bundestrainer.

Strukturelles, Zuständigkeiten und Klopps Werbeverträge mit Unternehmen, die in Konkurrenz zu DFB-Partnern stehen, waren in New York weitere Punkte auf der Agenda. Sie scheinen abgehakt zu sein. Klopp kommt.

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