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Nations League

DFB-Team: Die Rückkehr von Marc-Andre ter Stegen ist kein Zeichen des Aufbruchs - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

ran Fußball

DFB-Kadernominierung: Fans empört über Leaks

Videoclip • 01:11 Min


Jürgen Klopp hatte angekündigt, auf neue Gesichter setzen zu wollen. Ausgerechnet auf der Torwartposition klammert er sich aber an die Vergangenheit und an ein ewiges Versprechen. Das ist aus mehreren Gründen diskutabel. Ein Kommentar.

Dass Jürgen Klopp es ernst meint und frischen Wind in die Nationalmannschaft bringen will, hat der neue Bundestrainer mit seinem ersten Kader unter Beweis gestellt. Viele neue Gesichter sind dabei und sollen das Signal des Aufbruchs widerspiegeln.

Eine neue Identität im DFB-Team, ohne tragende Säulen komplett zu rasieren. Eine Mischung aus hungrigen, vielversprechenden Talenten, erfahrenen Leistungsträgern und Rückkehrern, die eine neue Chance bekommen, weil sie noch das Alter haben, um auch in der Zukunft Relevanz zu haben.

Wer allerdings nicht in diese Gruppen passt, ist Marc-Andre ter Stegen. Die Torwartposition wurde im Vorfeld der ersten Klopp-Nominierung besonders eifrig diskutiert. Manuel Neuer ist endgültig Geschichte, dann sickerte durch, dass Oliver Baumann keine Einladung erhält. Wer jetzt dachte, der neue Bundestrainer würde einen Torhüter mit Perspektive auswählen, wurde jedoch enttäuscht.

Stattdessen soll Marc-Andre ter Stegen die Vakanz im deutschen Tor beheben. Der 34-Jährige stand zuletzt beim missratenen Nations-League-Finalturnier im Juni 2025 zweimal im deutschen Tor, seither wurde er aufgrund von Verletzungen und fehlender Spielpraxis nicht mehr berücksichtigt.

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Ter Stegen? Es gibt genug andere Kandidaten

Jetzt ist er zwar fit und bei Ajax Amsterdam Stammtorhüter, doch die Zeiten haben sich geändert. Einst war ter Stegen der legitime Nachfolger von Manuel Neuer, dessen Stellvertreter er viele Jahre war, ohne eine Chance auf viele und vor allem bedeutende Spiele zu haben. Ein Versprechen für die Zukunft, die Zukunft aber trat nie so wirklich ein.

Als dann endlich dieses übergroße Hindernis aus dem Weg geräumt war, schlug bei ter Stegen das Verletzungspech fast schon grotesk häufig zu. Für ihn persönlich war das dramatisch, aber wenn es um den Kader der Nationalmannschaft geht, darf kein Platz für Sentimentalitäten sein. Und in ter Stegens Abwesenheit hat sich die Torwartlandschaft in Deutschland weiterentwickelt.

Alexander Nübel, Jonas Urbig und Noah Atubolu sind allesamt deutlich unter oder knapp 30. Weitere Kandidaten, die auf sich aufmerksam machten, sind etwa Freiburgs Neuzugang Mio Backhaus oder Dennis Seimen. Letzterer ist aktuell zwar verletzt, hat aber zweifellos das Potenzial, irgendwann die Nummer eins zu werden.

Der Pool wäre also groß genug, um einen neuen Stammkeeper für die Gegenwart zu bestimmen, der auch für die Zukunft noch Relevanz besitzt. Und der das Zeichen des Aufbruchs auch auf dieser Position verkörpert, wie so viele andere Spieler, die Klopp in sein erstes Aufgebot berufen hat.

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Wie Neuer: Ter Stegen wird selbst zum Bremser

Ter Stegen aber wird bei der EM 2028 bereits 36 Jahre alt sein. Eine ewig lange Karriere steht ihm also nicht mehr bevor. Und ob er mit seiner Verletzungshistorie ein Spieler ist, mit dem man in Turnierzyklen planen sollte, darf auch bezweifelt werden.

Es ist nachvollziehbar, dass ter Stegen nicht selbst auf diese Chance verzichtet. Anders als Neuer oder Antonio Rüdiger befindet er sich nicht in der Situation eines jahrelangen Schlüsselspielers der Nationalmannschaft, der seine Reise im DFB-Dress beendet. Der frühere Gladbacher hatte diese Reise einfach nicht und will sie deshalb noch erleben.

Allerdings begibt sich ter Stegen ironischerweise damit in exakt jene Position des Bremsers, die Neuer jahrelang vor ihm eingenommen hat. Mit dem Unterschied, dass Neuer während eines Großteils dieser Zeit einer der weltbesten Torhüter war. Das war ter Stegen nie und ist er jetzt erst recht nicht.

Denn ein paar Spiele für Ajax rechtfertigen keine Rückholaktion, wenn andere Torhüter über Monate hinweg Leistung bringen. Wie etwa Oliver Baumann.

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