Fußball
DFB-Team vs. Serbien: Die Neulinge unter Jürgen Klopp im ran-Check
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von Andreas Reiners:newstime
Klopp muss auf Abwehr-Star verzichten
Videoclip • 03:10 Min • Ab 12
Neun Neue befinden sich im zweiten Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp. Wer kann dem DFB-Team helfen - und wer wird wohl nicht mehr wiederkommen? Die Neulinge im ran-Check.
Von Andreas Reiners
Von Jürgen Klopp gab es zum Einstand warme Worte.
"Ihr seid alle herzlich eingeladen, euch zu zeigen. Euch kennenzulernen. Open Arms, offene Arme, für alle, die neu dabei sind. Das hat bisher gut funktioniert, das wird auch hier gut funktionieren, da mache ich mir keine Gedanken", sagte der Bundestrainer, als er seinen zweiten Kader begrüßte, mit dem es am Donnerstag gegen Serbien geht.
Es ist das dritte Spiel der Nations League, nach einem Remis gegen die Niederlande und dem 0:1 gegen Griechenland muss das DFB-Team gegen punktlose Serben gewinnen, wenn es noch etwas werden soll mit dem Viertelfinale.
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Neulinge unter Jürgen Klopp: Wer bekommt das Geschenk?
Mit dabei sind dann insgesamt neun Spieler, die noch kein Länderspiel bestritten haben. Klopp wird einem Akteur definitiv ein Geschenk machen: Einer von ihnen wird der 1000. deutsche Nationalspieler. 996 sind es bislang, da Urbig beginnt, fehlen noch drei zur magischen Nummer.
Die wichtigere Frage ist aber eine zur mittelfristigen Zukunft: Wer kann dem DFB-Team helfen - und wer wird wohl nicht mehr wiederkommen?
Die Neulinge im ran-Check.
Jonas Urbig (FC Bayern)
Ein schöneres Debüt gibt es wohl kaum: Urbig absolviert am Donnerstag in "seiner" Allianz Arena das erste Spiel für die Nationalmannschaft. Im Moment reiht er sich hinter Nummer eins Marc-Andre ter Stegen ein, doch als 1B beim FC Bayern bekommt er in dieser Saison genug Spielzeit, um sich zu zeigen.
Sein Trainer Vincent Kompany ist längst davon überzeugt, wer ter Stegen ablösen wird. "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird", sagte Kompany, "der macht einen großen Fehler. Der Junge", prophezeite er, "wird irgendwann die Nummer eins sein" im deutschen Tor.
Wenn "der Junge" Schüsse so eiskalt abwehrt wie am Donnerstag Fragen zum Status als Nummer eins und die Diskussionen darüber, wird Kompany Recht behalten.
Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt)
Ter Stegen ist aktuell die Nummer eins, dahinter hat Urbig Vorteile. Dann aber geht es eng zu. Alex Nübel gehört zum Kandidatenkreis, und auch Atubolu, der inzwischen bei Eintracht Frankfurt spielt.
Und auch darum, sich Platz drei im Torhüter-Team und damit auch einen Platz im nächsten DFB-Kader zu sichern.
Finn Dahmen (FC Augsburg)
Auch er hofft auf weitere Einladungen des Bundestrainers. Interessant: Er soll auf der Liste des FC Bayern stehen, falls Manuel Neuer und Sven Ulreich ihre Karrieren nach der laufenden Saison beenden.
Mit starken Leistungen beim FCA könnte er also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Bei fünf Kandidaten für den Kader ist für zwei Keeper kein Platz. Gut möglich, dass Dahmen einer davon ist.
Said El Mala beim DFB-Training.
Bild: Schüler
Said El Mala (1. FC Köln)
Said El Mala könnte wie in paar andere auch noch in der U21 spielen. Stattdessen wird der Kölner am Donnerstag gegen Serbien wohl sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feiern.
Der 20-Jährige bringt einige Attribute mit, die zum Klopp-Fußball passen und für frischen Wind in der Mannschaft sorgen können. Er ist zielstrebig, schnell und dribbelstark. Einer, der ins Eins-gegen-Eins geht. Hinzu kommen Unbekümmertheit und Unbeschwertheit.
"Die Spielmacher der heutigen Zeit sind am Flügel", sagte Klopp bei seiner Vorstellung. Zu diesen Spielmachern gehört auch El Mala, der es unter Vorgänger Julian Nagelsmann zwar einmal in den Kader, aber noch nicht zu einem Einsatz und auch nicht zur WM geschafft hatte. Klopp zählt ihn hingegen zur Zukunft des deutschen Fußballs.
Finn Jeltsch (VfB Stuttgart)
Der Stuttgarter Shootingstar ist erst 20 Jahre alt, bringt aber alles mit, was ein moderner Innenverteidiger braucht. Er ist schnell, zweikampfstark, hat eine gute Übersicht. Eigenschaften, die er am Donnerstag gegen Serbien nach der Verletzung von Nico Schlotterbeck wohl von Beginn an einbringen darf.
Sein Spielstil, glaubt er, passe zu Klopps Idee: "Ich bin ein aggressiver Verteidiger. Mutig, auch offensiv denkend, aggressiv nach vorne verteidigend."
Klar ist: In seinem Alter ist das Potenzial längst nicht ausgereizt. Als Stammspieler beim VfB hat er die internationale Bühne Champions League, um sich weitere Einladungen durch den Bundestrainer zu verdienen. Da der wiederum starke Innenverteidiger gut gebrauchen kann, werden wir Jeltsch bei entsprechendem Arbeitsnachweis wiedersehen.
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Mika Baur (Celtic Glasgow)
Der Sohn des früheren Handball-Weltmeisters Markus Baur möchte "seinen Fußabdruck hinterlassen". Der Mittelfeldmann von Celtic Glasgow betonte: "Man will alles aufsaugen, die Erfahrung machen. Auch Spaß haben, es genießen. Aber natürlich möchten wir alle spielen, Minuten sammeln."
Dafür reichten fünf Erstligaeinsätze in der schottischen Premiership. In der Bundesliga hat der 22-Jährige noch gar nicht gespielt.
Er sieht seine Stärken im Spiel mit Ball. "Aber ich habe in den letzten anderthalb Jahren auch gelernt, Spaß dabei zu haben, eklige Arbeit zu machen", sagte Baur und betonte, er werde sein "Herz auf dem Platz lassen". Er ist zwar nur 1,72 Meter groß, aber selbstbewusst genug, um anzukündigen, er könne "den Gegenspielern wehtun".
Bei ihm ist es schwer abzusehen, ob und wie es beim DFB weitergeht. Umso mehr wird er die Tage im Kreise der Nationalmannschaft genießen und aufsaugen.
Vitaly Janelt (FC Brentford)
Vitaly Janelt weiß dagegen, was Sache ist für ihn. Mit seinen 28 Jahren wird er nicht mehr viele Chancen bekommen. Umso wichtiger wird es sein, schnell Akzente zu setzen.
Der Vorteil: Er sieht Parallelen zwischen den Anforderungen bei seinem Klub und Klopps Ansatz. "In Brentford spielen wir aggressiv gegen den Ball, egal gegen wen - wir versuchen, unserer Linie treu zu bleiben." Er selbst sieht sich als "Teamspieler": "Ich mache die Drecksarbeit für die Jungs vor mir. Ich versuche, ihnen den Weg freizuschaffen."
Er sei "ein gutes Bindeglied zwischen den Älteren und den Jüngeren. Ich glaube, dass da meine Stärken sind. Dass ich auch relativ präsent bin und meine Meinung sage. Ich versuche, viel zu kommunizieren auf dem Spielfeld. Ich glaube, das kann der Mannschaft sehr helfen."
Vielleicht ja auch öfter als nur in diesem Lehrgang.
Felix Keidel könnte sein Debüt feiern.
Bild: Schüler
Felix Keidel (SV Elversberg)
Felix wer? Als vor der Kaderbekanntgabe bereits der Name Felix Keidel die Runde machte, war das eine echte Überraschung. Für den 23-Jährigen selbst übrigens auch. Als der Elversberger Co-Trainer Maik Frantz ihn vorab informierte, fragte Keidel ihn, ob er ihn "verarsche".
Spielte er in der vergangenen Saison noch als Außenverteidiger, ist er beim Aufsteiger in dieser Spielzeit auf der Sechs gesetzt. Dort kann er seine Laufbereitschaft, seine Zweikampfstärke und Spielübersicht noch besser einbringen.
Flexibel einsetzbar - das ist fraglos ein Pluspunkt. Im Zentrum geht es in der Nationalmannschaft aber eng zu. Fraglich, ob Keidel über das überraschende Abenteuer hinaus noch eine Rolle spielen wird.
Derry Scherhant (SC Freiburg)
Er ist ein Gesicht der Freiburger Erfolgswochen. Sieben Pflichtspiele hat Derry Scherhant absolviert und dabei neun Torbeteiligungen (zwei Tore, sieben Vorlagen) gesammelt.
Mitverantwortlich für die Entwicklung des 23-Jährigen: Klopp. "Seitdem Jürgen Klopp gesagt hat, er schaut auf jeden Spieler, der einen deutschen Pass hat und der berechtigt ist, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, hat mich das motiviert. Auch wenn es so weit weg schien." Es gehe "mehr als ein Traum" in Erfüllung, sagte Scherhant.
Kann der Linksaußen seinen starken Lauf vom Saisonbeginn auch in der Nationalmannschaft fortsetzen? Das wird nicht unmittelbar entscheiden, ob es für ihn beim DFB-Team weitergeht. Die jüngste Entwicklung spricht aber dafür, dass er noch einmal wiederkommt.
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