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Jürgen Klopp nominiert DFB-Kader: Das Füllkrug-Comeback überdeckt einige fragwürdige Entscheidungen - ein Kommentar
Veröffentlicht:
von Martin Volkmarran Fußball
DFB-Team - Fans ratlos wegen Kader: "Unverständlich"
Videoclip • 01:34 Min
Bundestrainer Jürgen Klopp ignoriert bei der Berufung von Niclas Füllkrug richtigerweise dessen Alter und lässt sich von der Leistung überzeugen. Bei anderen Personalien scheint das aber nicht der Fall zu sein. Ein Kommentar.
Die Antwort auf die am häufigsten gestellte Frage war schon kurz vor der Kadernominierung von Jürgen Klopp für die Nations-League-Spiele in Serbien (13. November, ab 20:45 Uhr im Liveticker) und gegen die Niederlande (16. November, ab 20:15 Uhr im Livestream auf Joyn) durchgesickert: Niclas Füllkrug steht nach eineinhalb Jahren Pause wieder im Kader der DFB-Auswahl.
Dabei hatte der Bundestrainer selbst lange Zweifel geäußert, ob der 33-Jährige mit Blick auf den ausgerufenen Neuanfang und die EM 2028 nicht zu alt für ein Comeback sei. Doch Füllkrug ließ nicht zum ersten Mal in seiner Laufbahn Taten statt Worte für sich sprechen.
So wie vor der Weltmeisterschaft 2022, als Hansi Flick den damals Führenden der Torschützenliste lange ignorierte und erst in letzter Minute in sein WM-Aufgebot für Katar berief. Wo der seinerzeit mit 29 Jahren älteste Feldspieler-Debütant in der Geschichte der deutschen Nationalelf trotz Vorrunden-Aus zu einem der wenigen Gewinner wurde.
Auch aktuell ist Füllkrug wieder in Topform und hat als erneut bester Bundesliga-Torjäger mit neun Treffern nach acht Spieltagen sogar eine bessere Quote als in seiner erfolgreichsten Spielzeit 2022/23, in der er mit 16 Treffern die Kanone gewann.
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Jürgen Klopp: Entscheidung für Füllkrug nahezu alternativlos
Daher war die Entscheidung für den Publikumsliebling von Werder Bremen gerade auch mit Blick auf die schwächelnden Konkurrenten in der Sturmspitze nahezu alternativlos. Klopp macht sich damit auch nicht angreifbar, weil er unabhängig vom Alter auf Leistung als entscheidendes Kriterium setzt.
Ähnlich kann man am anderen Ende der Altersskala die Nominierung des erst 17 Jahre alten Toptalents Wael Mohya von Borussia Mönchengladbach begründen, dessen Potenzial Anlass zu ganz großen Träumen von einer Weltkarriere gibt. Darüber hinaus gibt der DFB dem offensiven Mittelfeldspieler natürlich ein deutliches Zeichen bei dessen Entscheidung zwischen Deutschland und Marokko.
Wael Mohya: Rein sportlich hätte es auch gute Gründe dagegen gegeben
Rein sportlich hätte es aber auch gute Gründe gegeben, zumindest noch auf Mohya zu verzichten. Zwar war der Youngster zuletzt beim ersten Saisonsieg in Stuttgart herausragend und überzeugte auch beim 0:0 gegen Paderborn. Fakt ist aber auch, dass er zu Saisonbeginn am Gladbacher Absturz ans Tabellenende mitbeteiligt war.
Doch selbst wenn man Klopps Mut bei Mohya aus den genannten Gründen begrüßen kann, so finden sich einige andere Akteure im Aufgebot, die in der bisherigen Saison nicht überzeugt haben.
Die Entscheidung für die Münchner Jonathan Tah wegen seiner bisherigen Rolle als Abwehrchef sowie Nathaniel Brown aufgrund seiner Perspektive und seiner Position auf der "Problemzone" links hinten sind trotz ihrer wechselhaften Leistungen noch erklärbar.
Größere Fragezeichen kann man angesichts ihrer schwachen Form aber etwa bei Younes Ebnoutalib, Finn Jeltsch und Said El Mala haben - gerade wenn man sieht, auf wen Klopp stattdessen verzichtet hat.
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Vor allem für Yann Aurel Bisseck und Karim Adeyemi, die zuletzt im DFB-Team überzeugten und die bei den internationalen Topklubs Inter Mailand und FC Barcelona regelmäßig zum Einsatz kommen, ist Klopps Absage ein Schlag ins Gesicht. Zumal beide schon vor der WM von Julian Nagelsmann aussortiert worden waren und ihre Qualitäten dann bei der Endrunde schmerzlich vermisst wurden.
Angesichts der Tatsache, dass aus dem letzten 44-Mann-Kader gleich sieben Legionäre aussortiert worden sind, bleibt den im Ausland tätigen Kandidaten nur die Hoffnung, dass der im Gegensatz zu Nagelsmann regelmäßig auf den Bundesliga-Tribünen präsente Klopp sich in Zukunft auch in den Stadien außerhalb Deutschlands blicken lässt.
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