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Leon Goretzka zu Aston Villa: Dieser Transfer kann richtig viel Sinn ergeben - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
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Leon Goretzka wechselt zu Aston Villa. Ein Win-Win-Transfer für beide Seiten. Ein Kommentar.
Lange hat es gedauert, jetzt ist es offiziell: Leon Goretzka setzt seine Karriere in England fort. Nicht bei einem der absoluten Topklubs, dafür aber bei einem, der ambitioniert und gut genug ist, um (weitere) Titel zu gewinnen.
Aston Villa hat sich unter Trainer Unai Emery zu einem Team entwickelt, das sowohl in Europa als auch in der Premier League konkurrenzfähig ist. In der vergangenen Saison holten die "Villans" einen starken vierten Platz - und den Titel in der Europa League.
Für Goretzka mag dieser Wechsel erstmal wie ein Rückschritt aussehen - was aber wohl kaum zu vermeiden war. Schließlich spielte der 31-Jährige zuvor für den FC Bayern München und damit für einen der wenigen Topklubs in Europa.
Wer genauer hinsieht, sieht aber einen Transfer, der richtig viel Sinn ergeben kann - und zwar für alle Beteiligten.
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Leon Goretzka füllt eine Lücke bei Aston Villa
Gerade im Mittelfeld verloren die "Villans" einige wichtige Spieler. Unter anderem wechselten Youri Tielemans und Morgan Rogers zu den Konkurrenten Manchester United und FC Chelsea. Goretzka bringt vieles von dem mit, was es im System von Emery braucht.
Gerade seine Athletik und Physis passen gut zum dynamischen und intensiven Fußball, den der Spanier spielen lässt: Vor allem in der Arbeit gegen den Ball kann der Deutsche eine wichtige Rolle einnehmen. Er weiß genau, worauf es in der Pressingarbeit ankommt, war sowohl unter Hansi Flick als auch unter Vincent Kompany Teil von Mannschaften, die im Anlaufverhalten keine Gnade kannten.
Außerdem werden ihm seine Schwächen auf der Insel wohl eher verziehen. Der Fußball dort ist schneller und dynamischer. Goretzka hatte in München Probleme damit, sich in das geordnete Ballbesitzspiel zu integrieren. Nicht dominant genug, nicht präsent genug, technisch nicht ausreichend stark - die Liste an Kritikpunkten war lang.
Auch bei Aston Villa wird er nicht an solchen Situationen vorbeikommen, doch das Emery-Team kann es sich deutlich häufiger erlauben, auf Umschaltspiel und Pressing zu setzen - die Bereiche, in denen Goretzka seine Stärken einbringen kann.
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Aston Villa: Sieht Deutschland bald wieder den alten Goretzka?
Wobei aber eine Frage offenbleibt: Wie viel vom alten Goretzka werden wir in England sehen? Es schien fast so, als hätte er in München zuletzt eher gegen seine Überzeugungen gespielt. In einem Interview mit der "Zeit" deutete er das Anfang des Jahres sogar mal recht explizit an.
"Ich habe jetzt andere Aufgaben: Bälle stehlen, anderen den Rücken frei halten", erklärte er: "Aber aus dem Mittelfeld vorstoßen und Tore machen - das kann und mag ich noch immer. Und manchmal, wenn sich Harry Kane ins Mittelfeld fallen lässt, habe ich auf dem Platz schon das Gefühl: Der Strafraum ist verdammt leer, da würde ich jetzt gerne reinlaufen."
Der alte Goretzka glänzte mit viel Wucht im Spiel nach vorn. Mit Kopfballtoren, späten Tiefenläufen und unermüdlicher Pressingarbeit bis vorn an den gegnerischen Sechzehner. Beim FC Bayern war davon in den letzten zwei Jahren nicht mehr allzu viel zu sehen. Seine Rolle war langweilig, bestenfalls pragmatisch.
Der Wechsel zu Aston Villa ist die Chance, nochmal eine Erinnerung daran zu liefern, warum er einst einer der begehrtesten Mittelfeldspieler Deutschlands war. Es ist eine Chance für ihn, seiner Karriere nochmal einen Kickstart zu verpassen.
In England wird sich nun zeigen, ob es die taktische Rolle und das System waren, das nicht mehr zu ihm gepasst hat. Auf dem Papier bringt Aston Villa alles mit, was es braucht, um ihn wieder ins Rampenlicht zu rücken - und andersherum bringt Goretzka auf dem Papier alles mit, um den Aderlass von Aston Villa im Mittelfeld ein Stück weit vergessen zu machen. Das Risiko ist für beide Seiten gering, die Chancen dafür umso größer.
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