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Derby-Pleite bei Atletico

Real Madrid und Jose Mourinho haben im Schiedsrichter-Zoff einen validen Punkt - und schaden sich damit trotzdem selbst - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Julian Huter

ran Fußball

Mourinho-Beef mit Atletico Madrid geht in die nächste Runde

Videoclip • 01:06 Min


Nach dem Schiedsrichter-Zoff im Derby gegen Atlético Madrid schießt Real Madrid erneut scharf gegen die Unparteiischen. Diesmal haben die Königlichen gute Argumente - doch mit ihrem Dauerfeuer gefährden sie dennoch ihre eigene Glaubwürdigkeit. Ein Kommentar.

Real Madrid echauffiert sich mal wieder über den Schiedsrichter. Die Reaktionen nach der 1:2-Pleite im Derby gegen Atletico dürfte aber die wenigsten überrascht haben.

Die Königlichen wittern mal wieder eine Verschwörung gegen sich: seitens der Schiedsrichter, der Liga, des FC Barcelona - eigentlich der gesamten Fußball-Welt.

Ein oft bemühtes, fast schon ermüdendes Narrativ für alle, die es nicht mit dem spanischen Rekordmeister halten. Der naheliegende Reflex ist Spott über den weinerlichen Weltklub in der Opferrolle - doch Real hat diesmal tatsächlich einen Punkt.

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Real vs. Atletico: Lee hätte Rot sehen müssen

Mindestens Kang-In Lee hätte nach seinem heftigen Einsteigen gegen Federico Valverde vom Platz fliegen müssen. Selbst das spanische Schiedsrichterkomitee räumte anschließend ein, dass der VAR hätte eingreifen müssen.

Ein klarer Fehler, Real darf darüber wütend sein.

Das Problem ist nur: Bei den Königlichen bleibt es selten bei der Kritik an einer einzelnen Entscheidung. Aus einem Fehlpfiff wird schnell die nächste Grundsatzdebatte über Schiedsrichter, VAR und angebliche Benachteiligung.

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Schiri-Zoff: Real Madrids größtes Problem ist die eigene Glaubwürdigkeit

Genau damit schadet sich Real selbst und zerstört die eigene Glaubwürdigkeit weiter.

Denn wer ständig Alarm schlägt, wird irgendwann auch dann weniger ernst genommen, wenn es tatsächlich brennt. Und das ist in diesem Fall besonders bitter.

Real bräuchte keine große Erzählung. Die Szene mit Valverde spricht für sich. Trotzdem wird erneut ein Bild gezeichnet - bzw. in diesem skurrilen Fall gedruckt - das den Klub grundsätzlich als Opfer der Umstände darstellt.

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Real Madrid profitierte auch schon von umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen

Und zur Wahrheit gehört auch: Real Madrid hat in der jüngeren Vergangenheit selbst von höchst umstrittenen Entscheidungen profitiert.

Ausgerechnet Atlético weiß das bestens. Im Champions-League-Finale 2016 erzielte Sergio Ramos das 1:0 aus einer Abseitsposition. Schiedsrichter Mark Clattenburg räumte den Fehler später selbst ein.

2025 wurde Julian Alvarez im Champions-League-Duell mit Real ein verwandelter Elfmeter wegen eines minimalen Doppelkontakts aberkannt. Die Entscheidung entsprach damals zwar dem Regelwerk, war aber so umstritten, dass die Regel später angepasst wurde.

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Real-Pleite bei Atletico: Auch Schiedsrichter sind nur Menschen

Das beweist keine Bevorzugung Reals – und genau das ist der Punkt: Nicht jede Fehlentscheidung ist Teil einer systematischen Verschwörung.

Umstrittene oder gar falsche Entscheidungen waren schon immer Teil des Fußballs. Weil Menschen Fehler machen – auch wenn sie nach bestem Gewissen handeln.

Mal profitiert Real, Mal wird Real benachteiligt.

Wer jeden Fehler zum Skandal macht, entwertet den echten Skandal.

Jose Mourinho diskutiert im Spiel Real vs. Atletico mit dem Schiedsrichter

Bild: Alberto Gardin


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Real hätte die Szene für sich sprechen lassen sollen

Genau diese Differenzierung fehlt Real Madrid zu oft. Und das könnte dem Klub irgendwann noch richtig auf die Füße fallen. Denn was passiert beim nächsten wirklich krassen Fehler gegen Real?

Wird dann vordergründig über die Szene gesprochen? Oder vor allem wieder darüber gespottet, dass Real Madrid ohnehin ständig über Schiedsrichter klagt? Real Madrid riskiert in dieser Sache jeden Kredit zu verlieren – selbst wenn die Beschwerde an sich valide ist.

Glaubwürdigkeit entsteht nicht dadurch, dass man immer lauter schreit. Sondern dadurch, dass man weiß, wann es wirklich etwas zu beklagen gibt – und wann man lieber schweigen sollte.

Auch interessant: Schiri-Zoff geht in die nächste Runde: La-Liga-Boss Tebas kontert Mourinho Und: Neuer Bundestrainer, neue Regeln: Das ändert Klopp beim DFB

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