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U21-EM

U21 EM-Qualifikation - Markus Babbel im Interview: "Brunner im DFB-Team wäre zu früh"

Veröffentlicht:

von Martin Volkmar

ran Fußball

Neues Trikot: Klopp wie im Werbespot

Videoclip • 01:35 Min


Im ran-Interview äußert sich Ex-Nationalspieler Markus Babbel zur deutschen U21, den vielen Berufungen zur DFB-Elf und den unentschlossenen Stürmern.

Für die deutsche U21-Nationalmannschaft stehen in den kommenden Tagen wichtige Partien auf dem Programm. In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2027 in Albanien und Serbien warten zum Abschluss der Qualifikation Duelle gegen Lettland, Malta und Georgien.

Mit drei Erfolgen kann die DFB-Auswahl den Gruppensieg perfekt machen. Personell hat sich jedoch einiges geändert. Gleich acht potenzielle U21-Spieler wurden von Bundestrainer Jürgen Klopp in die A-Nationalmannschaft berufen.

Was bedeutet dies für die Auswahl von Trainer Antonio Di Salvo? Wie stark wird der Kader dadurch geschwächt? Und wie steht es eigentlich um die Nachwuchsstürmer, die sich noch auf kein Land final festlegen wollen?

ran-Experte Markus Babbel steht im Interview Rede und Antwort.

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Babbel: "Aktuelle U21 eine bockstarke Mannschaft"

ran: Acht Spieler, die noch für die U21 spielberechtigt wären, sind zur A-Nationalmannschaft berufen worden. Wie groß ist die Schwächung?

Markus Babbel: Das ist ja erstmal ein großartiges Zeichen und großartige Auszeichnung für das Trainerteam der U21 und auch die Vereine. Denn es zeigt, wie viele tolle Talente wir haben. Nichtdestotrotz ist auch die aktuelle U21 immer noch eine bockstarke Mannschaft, wo ich bei vielen glaube, dass sie auch noch den nächsten Schritt nach oben machen werden. Deshalb freut mich die Entwicklung auch für Toni Di Salvo.

ran: Tatsächlich besteht der jetzige Kader im Gegensatz zu früheren Jahren fast durchgängig aus Stammspielern aus der Bundesliga. Also ist auch dieses Team mit Blick auf die EM konkurrenzfähig?

Babbel: Absolut. Noch vor wenigen Monaten wurde ja allen vorgerechnet, wie wenig Einsatzminuten auf Topniveau die meisten Spieler haben. Umso schöner ist jetzt die Entwicklung dieser Spieler und dass die Trainer keine Angst haben, sie regelmäßig zu bringen. Wir sind auf dem richtigen Weg und dürfen jetzt nur nicht den Fehler machen, uns darauf auszuruhen, sondern müssen weitermachen.

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Babbel hofft auf Tresoldi für Deutschland

ran: Apropos weitermachen: Mit drei Pflichtsiegen gegen Lettland, Malta und Georgien kann der Gruppensieg perfekt gemacht werden. Kann da überhaupt noch etwas schiefgehen?

Babbel: Alles andere als drei Siege wären ja Wahnsinn, so wie wir vom Niveau des Kaders geschwärmt haben. Trotzdem wird es die große Herausforderung sein, dich mental auf diese Spiele einzulassen und erst gar keine Überheblichkeit zuzulassen. Wenn sie es dreimal schaffen, die richtige Einstellung an den Tag zu legen, dann kommen sie ohne Probleme weiter.

ran: Das Prunkstück der Mannschaft ist sicherlich der Sturm mit Nicolo Tresoldi, Dzenan Pejcinovic und Paris Brunner, die allesamt auch Kandidaten für die A-Mannschaft waren. Wie realistisch ist eine baldige Berufung durch Jürgen Klopp?

Babbel: Das sind alles tolle Stürmer, die eine starke Entwicklung genommen haben. Angefangen bei Tresoldi, der mit seinem Wechsel von Hannover nach Brügge genau die richtige Entscheidung getroffen hat. In Belgien hatte er erstmal nicht den ganz großen Druck und hat seine Chance genutzt. Hinzu kommt die Erfahrung in der Champions League, die unbezahlbar ist. Daher kann man nur hoffen, dass er sich dauerhaft für die deutsche Nationalmannschaft entscheidet.

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Brunner muss fokusiert bleiben

ran: Wie sehen Sie Pejcinovics Entwicklung?

Babbel: Ähnlich wie Tresoldi. Der Wechsel nach Stuttgart war genau richtig, dazu habe ich dem VfB gratuliert. Sie haben viel Geld in die Hand genommen, aber der Junge weiß einfach, wo das Tor steht. Wenn er so weiterarbeitet, wird er sicher früher oder später bei der A-Mannschaft landen, denn so viele klassische Neuner wie ihn haben wir nicht.

ran: Und Paris Brunner?

Babbel: Ich habe die Hoffnung, dass es bei ihm jetzt Klick gemacht hat. Denn dass der Junge kicken kann, haben alle gewusst. Nur glaube ich, dass nach dem Gewinn der U17-Weltmeisterschaft wahnsinnig viel auf ihn eingeprasselt ist. Vielleicht war er auch ein bisschen schlecht beraten und zu ungeduldig. Ich glaube, dass die Dortmunder schon einen Plan mit ihm hatten, doch es ging ihm anscheinend nicht schnell genug. Aber nun hat er scheinbar sein Glück in Monaco gefunden. Und jetzt hoffe ich, dass er fokussiert bleibt, das wird seine größte Herausforderung sein.

Identifikation mit dem DFB-Team wichtig

ran: Hätte man Tresoldi oder Brunner, um die Italien bzw. die DR Kongo buhlen, schon jetzt für die A-Mannschaft nominieren müssen, damit sie nicht den Verband wechseln?

Babbel: Das wäre zu früh gewesen, vor allem bei Brunner. Ich bin generell kein Freund davon, Spieler nur deshalb zu berufen, weil sie sonst den Verband wechseln könnten. Ich möchte da Spieler haben, die sich auch hundertprozentig mit der deutschen Nationalmannschaft identifizieren. Wenn sie das nicht tun, dann müssen sie für ein anderes Land spielen. Dann ist es mir lieber so wie bei Tresoldi, der sich eben noch nicht entschieden hat und deshalb erstmal weiter bei der U21 geblieben ist.

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