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Jürgen Klopp sucht DFB-Torwart: Ter Stegen ungewohnt unsicher vs. Niederlande – Chance für Top-Konkurrenten?

Aktualisiert:

von ran.de

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So findet Kimmich Klopp-Fußball

Videoclip • 03:43 Min


Marc-Andre ter Stegen kehrt als Nummer eins zum DFB-Team zurück, leistet sich gegen die Niederlage jedoch zahlreiche Unsicherheiten. Damit wirft die Torwart-Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klopp Fragen auf. ran zeigt die weiteren Kanditaten fürs DFB-Tor.

Für Marc-Andre ter Stegen war das Nations-League-Spiel gegen die Niederlande eine ganz besondere Partie.

Zum ersten Mal seit 15 Monaten stand der Routinier wieder im deutschen Tor - und das als Nummer eins des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp.

Seine Rückkehr beim 1:1 des DFB-Teams gegen die "Elftal" verlief für den 34-Jährigen, der nach langer Leidenszeit seit Sommer per Leihe bei Ajax Amsterdam spielt, jedoch mit Licht und Schatten. Ter Stegen hatte in seinem neuen Heimstadion zunächst Glück, dass der frühe Treffer von Virgil van Dijk nach minimalem Foul von Brian Brobbey am deutschen Keeper via VAR zurückgenommen wurde.

In der Folge agierte der Routinier ungewohnt unsicher, der Schreck saß offenbar noch tief. So leistete sich die neue Nummer eins des DFB immer wieder wilde Abspielfehler und flog gleich mehrfach unter Bällen durch. Auf der anderen Seite zeigte er jedoch aber auch fünf herausragende Paraden - sein Debüt hätte sich der Nachfolger von Manuel Neuer insgesamt aber gewiss anders vorgestellt (ran-Note: 3).

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Jürgen Klopp entscheidet sich für ter Stegen: Köpke unterstützt Wahl

Der langjährige Nationaltorhüter und frühere Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hielt die Entscheidung des neuen DFB-Coaches Jürgen Klopp für ter Stegen als vorläufige Nummer eins für richtig. Klopps Haltung, diesen Entschluss nicht schon jetzt bis zur EM 2028 auszudehnen, nannte Köpke im Vorfeld des Niederlande-Spiels in der "Süddeutschen Zeitung" auch "völlig verständlich".

"Wir haben ja erlebt, was in zwei Jahren alles passieren kann. Ich halte Jürgen Klopps Lösung für sehr vernünftig", sagte der 64-Jährige. Ter Stegen sei "grundsätzlich schon wieder auf einem hohen Niveau", was Köpke nicht wundere: "Marc ist einfach gut." Mit ter Stegen hatte Köpke bis zu seinem Abschied vom DFB 2021 zusammengearbeitet.

Natürlich hätte Klopp "im Tor auch erst mal rotieren können", sagte der Weltmeister von 1990: "Aber nachdem Marc mit Ajax Amsterdam einen guten Verein gefunden hat und wieder regelmäßig ins Spielen kommt, bietet sich das doch genauso an, wie Klopp es entschieden hat: sich klar zu Marc bekennen und gleichzeitig ein bisschen Zeit gewinnen, um zu schauen, wie sich Alex Nübel bei Besiktas macht, wie sich Jonas Urbig beim FC Bayern entwickelt oder ob ein anderer junger Torwart plötzlich durch die Decke geht."

Marc-Andre ter Stegen (Ajax Amsterdam): Selbstzweifel während Leidenszeit

Zuvor hatte ter Stegen im Interview mit "RTL/Sky" von großen Selbstzweifeln während seiner langen Leidenszeit gesprochen. Der Torhüter wurde von Verletzungen geplagt und steht nach seiner Ausbootung in Barcelona nun bei Ajax Amsterdam unter Vertrag.

Sein bislang letztes Länderspiel absolvierte er im Juni 2025 gegen Frankreich (0:2), danach wurde er von einer Rücken- und einer Oberschenkelverletzung ausgebremst.

"Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich nicht auch öfter mal gezweifelt habe - gerade nach einer Verletzung, gerade wenn die eine in die nächste übergeht", so der Routinier: "Du fängst an zu zweifeln und es fühlt sich alles nicht gut an."

Zugleich aber betonte ter Stegen, er habe "natürlich nie daran gezweifelt, dass ich zurückkomme, weil das meine Mentalität ist und ich mich als Mensch auch so sehe".

Marc-Andre ter Stegen gegen die Niederlande

Bild: Eibner


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Ter Stegen voller Freude zurück beim DFB-Team

Es habe in der Reha-Phase "Höhen und Tiefen" gegeben, währenddessen habe er aber auch gemerkt, dass sein Körper "darauf antwortet und sich bedankt, dass es wieder in die richtige Richtung geht".

Nun sei er "froh", sagte ter Stegen, "dass es wirklich alles so ist, wie ich mir das vorstelle. Dass ich gerade gesund bin, und das weiß ich sehr zu schätzen." Dies spüre man "dann auch noch mal mehr, wenn man so eine Leidenszeit hinter sich hat".

Zur Nationalmannschaft komme er deshalb "mit absoluter Freude, weil ich auch weiß, wie sehr man unter den Themen leidet. Jeder, der sich mal verletzt hat, kann das nachvollziehen."

Von ter Stegens Hauptkonkurrenten hält Köpke viel. "Mit Alex Nübel sind in Istanbul im Moment alle glücklich. Bei ihm ist Konstanz das Thema - wenn er die reinbekommt, ist er für mich immer noch ein Kandidat", sagte er: "Und bei Jonas Urbig wird es sicher davon abhängen, ob er 15 Saisonspiele macht oder 25."

Jene Torhüter sind hinter ter Stegen ebenfalls von Klopp nominiert worden. Außerdem sind auch Finn Dahmen (für alle vier Spiele) und Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt), der nur gegen Serbien und im Griechenland-Auswärtsspiel dabei sein wird, im Kader mit dabei.

ran stellt die weiteren DFB-Keeper vor.

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Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt): Mit Elfmeterrekord zum DFB-Team

Noah Atubolu hatte kurz vor der Kadernominierung ein weiteres sportliches Argument geliefert. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt beim 1. FSV Mainz 05 parierte er seinen sechsten Bundesliga-Elfmeter in Folge.

Damit baute der 24-Jährige seinen eigenen Ligarekord aus. Nach dem Wechsel vom Sport-Club Freiburg nach Frankfurt steht er regelmäßig zwischen den Pfosten.

Atubolu verbindet Bundesliga-Praxis mit Entwicklungspotenzial. Seine Elfmeterstärke ist dabei ein zusätzliches Argument. Auch deshalb gehört er zum Klopp-Kader.

Jonas Urbig (FC Bayern München): Kompany sieht ihn als deutsche Nummer eins

Jonas Urbig war bei der Weltmeisterschaft als Trainingstorhüter dabei und kennt das Umfeld der Nationalmannschaft bereits.

Beim FC Bayern München steht weiterhin Manuel Neuer vor dem 23-Jährigen. Zuletzt durfte Urbig allerdings beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Elversberg beginnen. Auch im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück hatte er gespielt. Die Einladung und der behutsame Aufbau hinter einem erfahrenen Stammtorhüter passen gut zusammen.

Urbig wird nach Ansicht seines Vereinstrainers Vincent Kompany in absehbarer Zukunft Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft werden. "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird, der macht einen großen Fehler. Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein, aber das wird Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist", sagte der Trainer des FC Bayern nach der Nominierung der beiden DFB-Kader durch den neuen Bundestrainer.

Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, erläuterte Kompany. "Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen", sagte er. Die Berufung des 23-Jährigen nannte er daher "eine vernünftige, stabile Entscheidung. Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln."

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Manuel Neuers Vertreter durfte kurz vor der ersten Klopp-Nominierung gegen die SV Elversberg im Tor stehen

Bild: Jan Huebner


Finn Dahmen (FC Augsburg): Weiter auf gutem Niveau in der Bundesliga

Finn Dahmen setzte zuletzt seinen starken Saisonstart fort. Nach dem 3:0 gegen Schalke 04 und dem 4:1 bei Eintracht Frankfurt kassierte er beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen zwar zwei Gegentore, war dabei allerdings machtlos.

Dabei zeigte Dahmen einmal mehr eine Glanzparade, als er einen Ball von Leverkusens Fernandez stark abwehrte und so den Augsburger Bundesliga-Startrekord von sieben Punkten aus drei Spielen festhielt.

Dahmen hat sich so in den DFB-Kader gespielt. Dabei wird er über die komplette Zeit seine Chance bekommen, sich zu zeigen, wie Klopp ankündigte.

Der Torhüter überzeugte gegen Schalke vor den Augen von Jürgen Klopp

Bild: Lucca Fundel


Alexander Nübel (Besiktas Istanbul): Rekord für den Ex-Stuttgarter

Jahrelang galt Alexander Nübel als Neuer-Erbe bei den Bayern. Dazu kam es aber nie. Erst wurde der Keeper so lange per Leihe beim VfB Stuttgart geparkt, bis ihm Urbig in München den Rang abgelaufen hatte. Nun ist er zu Besiktas Istanbul gewechselt.

Es schien fraglich, ob er sich unter einem Bundestrainer Klopp in der türkischen Süper Lig besser ins Schaufenster spielen kann als die Konkurrenten. Doch Nübel sorgte am Bosporus schnell mit Leistung für Schlagzeilen: Der 29-Jährige kassierte in den ersten sechs Pflichtspielen kein einziges Tor und stellte damit eine europäische Bestmarke von Alexander Manninger beim FC Arsenal ein.

Erst im siebten Spiel für Besiktas musste er beim 0:1 gegen Alanyaspor das erste Gegentor hinnehmen. Nach der WM-Nominierung schien eine längere DFB-Durststrecke möglich. Doch bei Klopp kann er jetzt beweisen, dass er in den Kader gehört.

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Oliver Baumann (TSG Hoffenheim): Nach WM-Enttäuschung die nächste Absage - weitere Torhüter im Blickfeld

Oliver Baumann ist der prominente Verlierer der neuen Torwartordnung. Klopp verzichtet auf den 36-Jährigen von der TSG Hoffenheim.

Dabei hatte Baumann in der WM-Qualifikation noch als Nummer eins gespielt, während ter Stegen verletzt fehlte. Erst vor der Endrunde holte Julian Nagelsmann Manuel Neuer zurück. Baumann blieb bei der Weltmeisterschaft die Reservistenrolle. Jetzt ist er erst einmal ganz raus.

Auch andere Torhüter hatten sich Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht oder befanden bzw. befinden sich im Blickfeld. Wie zum Beispiel Loris Karius vom FC Schalke 04 nach zuletzt starken Leistungen. Daneben hatte Diant Ramaj bei seiner erneuten Leihe zum FC Kopenhagen einen starken Start hingelegt. Hält seine aktuelle Form an, könnte er mittelfristig zu einer weiteren Option für das DFB-Tor werden.

Dennis Seimen hat als Leihgabe des VfB Stuttgart an den SC Paderborn eine so starke Zweitliga-Saison hinter sich, dass die Schwaben dem 20-Jährigen nun den Posten als neue Nummer eins zutrauen. Auch in der deutschen U21 durfte Seimen bereits viermal starten. Aktuell fällt der Stuttgarter aber noch mit einer Oberschenkelverletzung aus. Auch er ist ein Kandidat für die mittelfristige Zukunft, ebenso wie Mio Backhaus vom SC Freiburg, der sich mit Seimen zuletzt schon in der U21 ein Duell um den Platz im Tor lieferte.

Auch interessant: DFB-Team: Niederländer wütet gegen DFB-Treffer, Kimmich kontert van Dijk Und: Pressestimmen zu Jürgen Klopps DFB-Debüt vs. Niederlande: "Inszenierte sich als Ein-Mann-Theater"

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