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WM 2026: Deutscher Schiedsrichter Bastian Dankert spricht über WM-Finale

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von ran.de

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Videoclip • 01:13 Min


Knapp sieben Wochen in den USA, Einsatz beim WM-Finale und eine Medaille als Krönung: Für Video-Schiedsrichter Bastian Dankert ging mit der Weltmeisterschaft ein Traum in Erfüllung. Jetzt spricht der Rostocker über seine Final-Nominierung, den enormen Druck hinter den Kulissen – und den Moment, als plötzlich sein Name fiel.

Für Bastian Dankert liegen außergewöhnliche Wochen hinter ihm. Der 46-Jährige gehörte beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) zum Video-Schiedsrichter-Team und verbrachte insgesamt fast sieben Wochen in den USA. Zurück in seiner Heimat Rostock wartete bereits der nächste besondere Moment: Familie und Freunde überraschten ihn mit einer Feier zu seiner Rückkehr.

Dort wurde nicht nur seine Heimkehr, sondern auch seine WM-Medaille gewürdigt. Erst langsam wird dem deutschen Referee bewusst, welche Bedeutung sein Einsatz im wichtigsten Spiel des Turniers hat. Im Gespräch mit der "Deutschen Presse-Agentur" sagte Dankert: "Und wenn ich diese Medaille dann sehe und auf ihr steht Spanien gegen Argentinien im WM-Finale: Dann denke ich langsam mal darüber nach: Was habe ich da in den letzten Tagen wirklich erreicht?"

Dass er tatsächlich beim Endspiel dabei sein würde, erfuhr Dankert erst wenige Tage zuvor. Die Bekanntgabe der Final-Ansetzungen erfolgte per Videokonferenz. Während die Schiedsrichter um Slavko Vincic in Miami informiert wurden, saßen die Video-Assistenten in Dallas. Als sein Name genannt wurde, war die Freude riesig. "Das ist ein wunderschönes Gefühl. Es kocht in diesem Moment alles mit einem hoch und man denkt: 'Das war doch eben gerade dein Name. Und du bist beim WM-Finale dabei!'"

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WM 2026: Schiedsrichter im Dauereinsatz

Der Alltag während des Turniers ließ allerdings kaum Zeit, solche Momente lange zu genießen. Die Video-Schiedsrichter waren in Irving bei Dallas untergebracht und arbeiteten nahezu rund um die Uhr. Neben den eigenen Einsätzen mussten auch sämtliche anderen Spiele ausgewertet werden. "Und selbst wenn wir persönlich nicht im Einsatz waren, mussten wir alle anderen Spiele analysieren", berichtet Dankert. Regelmäßige Besprechungen am Vormittag und Trainingseinheiten gehörten ebenfalls zum festen Programm.

Trotz der hohen Belastung wurde viel Wert auf Fitness gelegt. Auf dem Gelände standen verschiedene Sportmöglichkeiten zur Verfügung, darunter Trainings-, Tennis- und Fitnessanlagen. Selbst die enorme Hitze in Texas mit Temperaturen von bis zu 45 Grad hielt die Unparteiischen nicht davon ab, aktiv zu bleiben. "Aber wir haben jeden Tag viel Sport machen können", sagt Dankert. Auch abseits des Platzes verbrachte die Gruppe viel Zeit miteinander. Das erleichterte die Zusammenarbeit, zumal sich ein Großteil der Teilnehmer bereits von der Klub-WM im Vorjahr kannte.

Wie intensiv die Vorbereitung auf ein Spiel erfolgt, überrascht viele Beobachter. Den Schiedsrichtern werden Analysten zur Seite gestellt, die sämtliche Besonderheiten der Mannschaften aufarbeiten. Spielsysteme, Standardsituationen, Schlüsselspieler oder mögliche Konfliktszenarien werden detailliert besprochen. Für Dankert ein wichtiger Faktor: "All das wird besprochen, weshalb man sich auf so ein Finale auch sehr gut vorbereitet fühlt."

WM-Finale: Schiedsrichter nutzen Trick gegen Druck

Vor dem Endspiel bestand die größte Herausforderung allerdings darin, die Bedeutung des Spiels nicht zu groß werden zu lassen. Die Verantwortlichen versuchten bewusst, den Druck aus der Situation zu nehmen. Dankert erzählt: "Unser Chef hat uns einfach gesagt: Da spielt ein rotes Team gegen ein blau-weißes. Und das macht vieles einfacher."

Während der Partie selbst waren die Video-Assistenten mehrfach gefordert. Zahlreiche Szenen wurden im Hintergrund überprüft, ohne dass das Spiel unterbrochen werden musste. Dazu gehörten mögliche Tätlichkeiten ebenso wie die Kontrolle des später aberkannten spanischen Treffers. Dabei gehe es nicht nur darum, Fehler zu korrigieren, erklärt Dankert: "So konnten wir zum Beispiel auch den Schiedsrichter darin unterstützen, dass er richtig lag und dass er weiter so mutig und stringent bleiben soll."

Wie groß die Belastung für die Unparteiischen auf dieser Bühne ist, werde häufig unterschätzt. Für Dankert steht fest: "Unter welcher Anspannung ein Schiedsrichter bei so einem Spiel steht, kann man sich als Außenstehender gar nicht vorstellen. Es geht ja um den WM-Titel und ist kein Dorfturnier."

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