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WM 2026: DFB-Team erleidet mit Julian Nagelsmann ein Debakel - jetzt muss es Konsequenzen geben - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Chris Lugert

ran Fußball

DFB-Team: WM-Aus! Netz rechnet mit Nagelsmann ab

Videoclip • 03:21 Min


Was für ein Desaster! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fliegt bei der WM krachend bereits im Sechzehntelfinale raus. Bundestrainer Julian Nagelsmann ist das Gesicht des Scheiterns - und eigentlich nicht mehr zu halten. Ein Kommentar.

Als das krachende Scheitern perfekt war, versank Julian Nagelsmann geschockt und fassungslos auf der Trainerbank. Entsetzen über das nicht für möglich gehaltene Ausscheiden gegen Underdog Paraguay und das damit verbundene Aus im Sechzehntelfinale der WM.

"Du musst gegen Paraguay gewinnen, am Ende ist das zu wenig", sagte Nagelsmann bei "MagentaTV". Statt sich in einem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich mit einem der besten Teams der Welt messen zu können, erlebt der deutsche Fußball den nächsten schweren Rückschlag.

Und Nagelsmann trägt für diese Enttäuschung die Hauptverantwortung. Nicht nur qua seines Amtes, sondern aufgrund seines Auftretens und seiner Entscheidungen, die ihn gerade in der Stunde des Misserfolgs angreifbar machen.

In seiner inzwischen mehr als zweieinhalbjährigen Amtszeit legte Nagelsmann stets ein enormes Selbstvertrauen an den Tag, Kritik perlte an ihm wie an einer Teflonpfanne ab. Er war von seinem Weg überzeugt, doch das Ziel, wohin dieser Weg führen sollte, wurde klar verfehlt.

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DFB-Team: Weiterentwicklung unter Nagelsmann bleibt aus

Bei der Heim-EM 2024 erarbeitete sich Nagelsmann viel Kredit, obwohl auch dort "nur" das Viertelfinale zu Buche stand. Damals aber war eben dieses Viertelfinale ein Fortschritt, der neue Euphorie entfachte und Hoffnung auf eine bessere Zukunft schürte.

Doch die Weiterentwicklung, die man sich anschließend von Nagelsmann versprochen hatte, blieb aus. Die Nations-League-Finalrunde im Sommer 2025 offenbarte, wie groß die Lücke zu den europäischen Topteams ist. Geändert hat sich daran nichts.

Die WM 2026 war schließlich ein Rückfall in allen Bereichen. Zwar gelang erstmals seit 2014 wieder der Einzug in die K.o.-Runde, das lag aber vor allem am aufgestockten Teilnehmerfeld und dem erstmals ausgetragenen Sechzehntelfinale. Tatsächlich war erneut jene Phase Endstation, in der noch 32 Nationen im Wettbewerb waren. Der Sprung in die Top 16 bleibt seit dem Titelgewinn vor zwölf Jahren weiter unerreichbar.

Faktisch war von den vier Spielen im Turnierverlauf nur ein einziges überzeugend - und das war der Auftakt gegen Fußball-Zwerg Curacao. Die Elfenbeinküste, Ecuador und Paraguay stellten das DFB-Team jeweils vor große Probleme, nur ein einziger Sieg sprang aus den drei Duellen heraus.

WM 2026: Nagelsmanns Maßnahmen verpuffen komplett

Eine verheerende Bilanz. Und Nagelsmann polarisierte dabei auf verschiedenen Ebenen. Seine Kommunikation trug teilweise Züge einer Besserwisserei in sich. Als ob er allen zeigen wollte, dass er recht hat - und die anderen eben nicht. Doch wer so agiert, benötigt Ergebnisse als Argumente. Und die hat er nicht.

Letztlich hat keine seiner Maßnahmen, die im Vorfeld der WM teils heftig diskutiert wurden, gegriffen. Die Rückholaktion von Manuel Neuer erwies sich als Rohrkrepierer, Kapitän Joshua Kimmich spielte nachweislich auf der falschen Position. Dass er aber dennoch keinen gelernten Rechtsverteidiger nominierte, hat allein der Bundestrainer zu verantworten.

Gleiches gilt für seine Weigerung, sein taktisches Konzept anzupassen. Nagelsmann beharrte fast Mantra-artig auf seinem zentrumsgeladenen Spiel, statt die Breite des Feldes zu nutzen. Dass letztlich nur zwei Außenspieler im Kader standen, spricht Bände und half nicht dabei, auf die kritischen Situationen im Turnierverlauf reagieren zu können.

Zudem tat sich Nagelsmann keinen Gefallen damit, sich von seinem vor zwei Jahren ausgegebenen Leistungsprinzip selbst wieder zu verabschieden. Die Personalie Leroy Sane steht dabei sinnbildlich für die falsche Entwicklung, die die Nationalmannschaft sowie auch Nagelsmann selbst durchlaufen hat.

Obwohl Sane bei Galatasaray Istanbul keine starke Saison spielte, Nagelsmann diese nach dem Wechsel des Offensivspielers in die schwächere SüperLig explizit einforderte, wurde er für die WM nominiert. Und bei dieser war der frühere Bayern-Profi nur Mitläufer, einzig gegen Ecuador konnte er überzeugen.

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Nagelsmann lehnt Rücktritt ab

Nach dem Desaster von Boston sind Konsequenzen unausweichlich, ein "Weiter so" ist niemandem in Deutschland vermittelbar. Und auch die Position des Bundestrainers muss dazugehören, anders als nach den vorherigen Turnieren. Nach der WM 2018 klammerte sich Joachim Löw an seinen Stuhl, statt selbst zurückzutreten. Erst nach einer kaum besseren EM 2021 nahm er seinen Hut.

Sein Nachfolger Hansi Flick durfte auch nach der WM 2022 trotz Vorrunden-Aus weitermachen, erst ein gutes Dreivierteljahr später war Schluss. Der DFB kann es sich nicht leisten, erneut an einem Trainer festzuhalten, der derart angeschlagen ist.

Nagelsmann selbst lehnte einen Rücktritt (noch) ab. "Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, muss es mir jemand sagen", sagte er und betonte, weitermachen zu wollen. Auch Sportdirektor Rudi Völler sprach ihm sein Vertrauen aus, ebenso Kapitän Joshua Kimmich.

Nagelsmann ist gewiss nicht das alleinige Problem. Der Niedergang der Nationalmannschaft hält inzwischen fast ein Jahrzehnt an, die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Doch der 38-Jährige hat selbst genügend Fehler gemacht und eine Sturheit bewiesen, die es fraglich erscheinen lässt, ob er wirklich der richtige Bundestrainer für den anstehenden Umbruch ist.

Dass dieser zwingend erfolgen muss, sollte klar sein.

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