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WM 2026: Die FIFA ruiniert den Reiz der Gruppenphase - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Julian Huter

ran Fußball

WM 2026 - Cristiano Ronaldo feiert Gala: "Ich bin zurück"

Videoclip • 01:34 Min


Die FIFA steht für die WM 2026 in der Kritik. Die Gründe sind vielschichtig und haben ihren Ursprung vor allem neben dem Platz. Nun führen die Änderungen aber auch sportlich zu Problemen. Ein Kommentar.

Von Julian Huter

Die WM 2026 ist die größte der Fußball-Geschichte. Sie sollte kleinen Nationen mehr Chancen einräumen - ein Fußball-Fest für die ganze Welt. Das hat teilweise auch funktioniert: Kap Verde mausert sich zur Cinderella-Story des Turniers und Feierbilder aus Curacao gehen um die Welt.

Und doch wirkt diese Gruppenphase emotional ausgehöhlt: Der sportliche Nervenkitzel, die letzte Unberechenbarkeit fehlt.

Große Nationen müssen kaum noch zittern, es steht jetzt schon fest, dass es für einige Teams am letzten Spieltag um nicht mehr viel geht. Absprachen zweier Teams werden mindestens attraktiver.

Mit dem neuen XXL-Modus ruiniert die FIFA den besonderen Reiz einer WM-Gruppenphase.

WM-Gruppenphase lebt von Favoritenstürzen

Ja, die Gruppenphase war schon immer der einzige Teil des Turniers, der nicht im K.-o.-Modus ausgetragen wurde. Und dennoch hatten die Spiele in vorherigen Turnieren mehr Brisanz. Eine Niederlage im ersten Gruppenspiel und die zweite Partie hat bereits Do-or-Die-Charakter. Deutschland-Fans können ein Lied davon singen.

Zuletzt war das DFB-Team zweimal Leidtragender, doch selbst deutsche Anhänger müssen zugeben: Das jährliche Favoritensterben macht die Gruppenphase so reizvoll. Ja, Schadenfreude ist universell menschlich. Irgendeinen Großen erwischt es immer.

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WM 2026: Der direkte Vergleich wird zum Problem

Doch da nun auch die besten Gruppendritten weiterkommen, können sich die meisten Schwergewichte nach einem Sieg bereits ein Stück weit in Sicherheit wiegen. Aktuell fühlt es sich eher so an, wie das Warm-up-Programm der Mannschaften für die K.-o.-Phase.

Zudem verschärft die FIFA das Problem weiter, indem sie den direkten Vergleich als ersten Entscheidungsfaktor bei Punktgleichheit anführt. Wäre stattdessen die Tordifferenz der erste Tie-Breaker gewesen, hätte sich selbst ein punktloses Team ggf. mit einem hohen Ergebnis noch in die K.-o.-Runde retten können. Stattdessen weiß z.B. die Türkei schon vor ihrem letzten Gruppenspiel, dass sie Gruppenletzter werden.

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WM 2026: Neue "Schande von Gijon" am letzten Gruppenspieltag?

Durch den neuen Modus treten in der Vorrunde zudem wieder Probleme zutage, die die FIFA eigentlich schon gelöst hatte.

Um Absprachen wie die "Schande von Gijon" zu verhindern, führte die FIFA einst die Regelung ein, am letzten Spieltag alle Partien innerhalb einer Gruppe zeitgleich stattfinden müssen. Durch den neuen Modus greift diese Maßnahme nicht mehr weit genug.

Beispiel: Algerien und Österreich, beide derzeit mit drei Punkten auf dem Konto, wissen vor ihrem Duell in der Nacht auf Sonntag, ob ein Remis beiden Teams reicht. Vielleicht ja verspätete Gerechtigkeit für Algerien - aber dennoch raubt das dem Fußball sein womöglich stärkstes Verkaufsargument: die Unberechenbarkeit.

WM 2026: Hoffnung bedeutet nicht unbedingt Spannung

Mehr Teams sind länger im Turnier dabei und insgesamt haben natürlich mehr Teams vor dem abschließenden Spieltag noch die Chance aufs Weiterkommen.

Doch Hoffnung bedeutet nicht automatisch Spannung. Gerade bei einem Turnier, das abseits des Platzes jetzt schon so viele Negativschlagzeilen schreibt, wäre die Spannung und Unberechenbarkeit, die den Fußball ausmacht, essenziell. Stattdessen hat die FIFA diese dem Kommerz geopfert.

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