WM 2026
WM 2026: Diese Weltmeisterschaft ist schon jetzt eine Farce, nur eins macht Hoffnung - Kommentar
Veröffentlicht:
von Martin Volkmarran Fußball
Entweder oder: Für Thomas Müller gibt es kein größeres Erlebnis als…
Videoclip • 02:01 Min
Nicht nur wegen der schikanösen Einreisebedingungen in den USA liegt schon vor dem Anpfiff ein riesiger dunkler Schatten über der WM-Endrunde. Das Land ist aus mehreren Gründen als Gastgeber komplett ungeeignet. Ein Kommentar.
Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten für die Einschätzung, dass Rudi Völlers düstere Prognose vermutlich schon sehr bald eintreten wird.
"Mein Bauchgefühl sagt mir, das wird nicht die letzte Geschichte gewesen sein", erklärte der DFB-Sportdirektor nach dem Skandal um den somalischen Schiedsrichter Omar Artan.
Afrikas Unparteiischem des Jahres war trotz gültigen Visums die Einreise in die USA verweigert worden, angeblich wegen möglichen Kontakts zu vermeintlichen Terroristen in seiner Heimat.
WM 2026: Teilnehmer und Reporter ebenso betroffen wie Fans
Überprüfen lässt sich das ebenso wenig wie die Begründungen für zig andere Willkürmaßnahmen der Behörden, die auch die Teilnahme von zahlreichen Fans an der Weltmeisterschaft verhindern – falls diese nicht schon vorher resigniert auf eine Anreise verzichtet haben.
Zumal Visa-Verzögerungen und -Verweigerungen ebenso wie oft schikanöse Behandlungen bei der Einreise an der Tagesordnung sind, sowohl bei Anhängern und Journalisten als auch bei Offiziellen der Teilnehmerländer.
Der Eklat mit Artan also ist in der schönen neuen Welt des Pseudo-Demokraten Donald Trump nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Doch nicht nur deshalb liegt schon vor dem Anpfiff ein riesiger dunkler Schatten über dieser WM-Endrunde.
WM 2026: Machtinszenierungen von Trump und Infantino
Vor genau 20 Jahren bei der WM in Deutschland war "die Welt zu Gast bei Freunden", diesmal ist es im größten Gastgeberland USA beinahe das genaue Gegenteil.
Allein dass Trump pünktlich zum Auftakt wieder Bomben auf das Teilnehmerland Iran werfen lässt, zeigt seinen mangelnden Respekt vor der Bedeutung dieses wichtigsten globalen Fußballturniers – und natürlich auch vor der FIFA.
Dessen immer umstrittenerer Präsident Gianni Infantino hat sich seit Monaten vor Trump in den Staub geworfen, erfolgreich waren die peinlichen öffentlichen Anbiederungen wie die Verleihung des sogenannten "Friedenspreises" aber nicht.
WM 2026: Fan-Abzocke in den Gastgeberstädten
Stattdessen verfolgen die Trump-hörigen Behörden weiter ihre Agenda und wollen die iranische Nationalmannschaft nur an Spieltagen und für wenige Stunden einreisen lassen. Eine von oben angeordnete Wettbewerbsverzerrung.
Nach allem, was man hört und sieht, verfestigt sich der Eindruck, dass die WM in der Randsportart "Soccer" ohnehin in der Bevölkerungsmehrheit vor allem auf Desinteresse stößt.
Oder als Gelegenheit zur Abzocke genutzt wird. Angefangen bei den für normale Fans unbezahlbaren Ticketpreisen über die utopischen Parkgebühren an den Stadien bis hin zu den unverschämten Fahrkartenpreisen im öffentlichen Nahverkehr – in New York etwa soll man für die kurze Fahrt mit der Metro zur Arena nach New Jersey 150 Dollar (!) bezahlen.
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WM 2026: Leere Tribünen und schlechte Stimmung?
Angesichts dessen ist mit leeren Tribünen und aufgrund der vielen VIP-Fans, Sponsoren und sonstiger Wichtigtuer sowie der Ahnungslosigkeit vieler Amerikaner mit überschaubarer Stimmung zu rechnen.
Und obendrein mit Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und Unwettern, so dass renommierte Sportmediziner Alarm schlagen und sogar lebensgefährliche Zustände für Sportler wie für Zuschauer befürchten.
Schon bevor der Ball rollt, ist die WM zu einer Farce verkommen. Und die USA sind als Haupt-Austragungsland, in dem 78 der 104 Endrundenspiele stattfinden, spätestens seit Trumps Machtübergabe komplett ungeeignet.
WM 2026: Nur der Fußball kann es noch retten
Die einzige Rettung ist der Zauber, den der Fußball auf höchstem Niveau dann doch immer wieder entfachen kann. So wie vor vier Jahren, als Lionel Messi, Kylian Mbappe und andere im Verlaufe des Wettbewerbs die desaströse Gastgeber-Rolle Katars überdeckten.
Auch jetzt wird die wachsende Begeisterung über das Wettmessen der besten Nationen dabei helfen, nicht mehr ständig an die Fehltritte von Trump, Infantino und deren willfährigen Helfern denken zu müssen.
Auch wenn das angesichts des bereits entstandenen Schadens nur ein kleiner Trost ist.
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