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Fußball

WM 2026: Gianni Infantino lobt Argentinien in Brief und spricht von "Professionalität"

Veröffentlicht:

von Julian Bachmann

:newstime

Fifa leitet Verfahren gegen Argentinien ein

Videoclip • 01:03 Min • Ab 12


Nach der WM 2026 wird ein Brief von FIFA-Boss Gianni Infantino an den argentischen Fußballverbands-Chef öffentlich. Überraschenderweise werden die Südamerikaner darin für ihr Vorgehen bei dem Turnier gelobt.

Das WM-Finale 2026 sorgte für eine Menge Schlagzeilen. Grund war keinesfalls der Unterhaltungsfaktor des Spiels, sondern die Art und Weise, wie die Argentinier gegen die spielerisch überlegenen Spanier auftraten.

Es kam nach dem Schlusspfiff des 1:0 nach Verlängerung zu Ausschreitungen auf dem Rasen, wegen denen die FIFA ermittelt. Hinzu kommt eine Forderung nach Wiederholung des Finals seitens der Argentinier.

Als gute Verlierer präsentierte sich der entthronte Weltmeister nicht. Und dennoch bringt FIFA-Präsident Gianni Infantino in einem Brief an den Präsidenten des argentinischen Fußballverbands, Claudio Tapia, genau das Gegenteil zum Ausdruck und verfällt in Lobeshymnen.

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Ist der Zeitpunkt ein Zufall? So gelang der Infantino-Brief an die Öffentlichkeit

Das Verrückte: Der Brief war natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Wie die britische Zeitung "The Mirror" schreibt, wurde er kurz nachdem die FIFA eine Untersuchung der Ausschreitungen eingeleitet hatte, von argentinischen Medien geleakt.

Die FIFA untersucht das Verhalten von Leandro Paredes, Nahuel Molina und vom argentinischen Co-Trainer Roberto Ayala aufgrund des "beleidigenden Verhaltens und von Verstößen gegen die Fairplay-Grundsätze". Alle drei gerieten nach Abpfiff des Spiels mit mehreren spanischen Spielern in eine Schlägerei.

Von dieser Unsportlichkeit ist im Brief Infantinos allerdings nichts zu lesen.

Infantino überhäuft Argentinier mit Dankbarkeit

Der FIFA-Bosse beginnt den Brief mit: "Sehr geehrter Herr Präsident, gestern, Sonntag, den 19. Juli 2026, gewann Argentinien im großartigen New York-New Jersey Stadium nach einem spannenden Finale gegen Spanien die Silbermedaille bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Ich möchte Ihnen nochmals herzlich zu diesem wichtigen Erfolg für den argentinischen Fußball gratulieren."

Weiter schreibt der Schweizer mit Blick auf das Turnier: "Die großartige Leistung der Albiceleste trug entscheidend dazu bei, diese Ausgabe zu einem außergewöhnlichen Ereignis zu machen, das Millionen von Fußballfans auf der ganzen Welt in seinen Bann zog.“

Die Glückwünsche gelten nicht nur dem Präsidenten, auch die Mannschaft soll von Infantinos Dankbarkeit erfahren. So schreibt er: "Bitte richten Sie meine herzlichen Glückwünsche an alle, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben: an die Spieler, an Trainer Lionel Scaloni sowie an das Trainerteam und das medizinische Personal und natürlich an die vielen Fans, die die Mannschaft während des gesamten Turniers begleitet und angefeuert haben."

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Kurios: Infantino spricht von "Professionalität"

Was dann kommt, dürfte bei vielen Fußballfans auf Unverständnis stoßen. "Diese Siege sind stets das Ergebnis von unermüdlicher Arbeit, Professionalität und Liebe zum Detail, aber auch von Leidenschaft, Engagement und Liebe zu diesem wunderbaren Sport", heißt es weiter: "All dies lässt auf eine vielversprechende Zukunft hoffen und wird zweifellos den Weg für neue, große Erfolge des argentinischen Fußballs ebnen."

Trotz des grob unsportlichen Verhaltens der Argentinier, die gegnerische Spieler schlugen und zu Boden rangen, spricht der FIFA-Chef also von "Professionalität und Liebe zum Detail".

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Vorwürfe während WM: Wurde Argentinien bevorzugt?

Was diesem schwärmerischen Brief nochmal einen gewissen Beigeschmack gibt, sind die Diskussionen um die Bevorzugung Argentiniens bei internationalen Turnieren.

Allein bei der WM 2026 gab es bei den Spielen Argentiniens mehrere Momente, die viele Fußballfans an der Fairness zweifeln ließen. Schon im Auftaktspiel gegen Algerien hätte Superstar Lionel Messi noch in der ersten Hälfte nach einem heftigen Tritt vom Platz fliegen müssen. Tat er aber nicht.

So war die Bevorzugung seit Beginn der WM ein Thema. Durch den Brief Infantinos werden die Stimmen zu dieser Thematik sicher nicht leiser.

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