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Fußball

DFB-Team: Spielidee, Veränderungen, Nachwuchs & Co. - Analyse der PK-Aussagen von Bundestrainer Jürgen Klopp

Veröffentlicht:

von Christoph Gailer

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Klopp als neuer Bundestrainer vorgestellt

Videoclip • 01:55 Min • Ab 12


Bei der Vorstellungs-Pressekonferenz am Freitag skizzierte der neue Bundestrainer Jürgen Klopp seine Ideen, Vorstellungen und Ziele. ran analysiert die wichtigsten Klopp-Aussagen.

Von Christoph Gailer

Rund 75 Minuten dauerte am Freitag am DFB-Campus in Frankfurt (Main) die offizielle Vorstellung von Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer.

Der 59-Jährige nutzte diesen Einstand, um seine Ideen als Nachfolger von Julian Nagelsmann der Öffentlichkeit zu präsentieren - und auch die gesamte Fußball-Nation wieder hinter das DFB-Team zu bringen.

Gewohnt gut verkaufte sich Klopp dabei, pendelte bei seinen Aussagen zwischen coolen Sprüchen, kritischen Tönen, aber auch schon einem durchaus zuversichtlichen Blick nach vorne.

"Das ist idealerweise der Höhepunkt meiner Karriere, meines beruflichen Lebens. Ich werde alles da reinlegen, was mir zur Verfügung steht", kündigte Klopp an.

Immerhin hat der ehemalige Erfolgs-Coach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool einen Vertrag bis 2030 unterschrieben und soll in dieser Zeit die deutsche Nationalmannschaft wieder zurück in die Weltspitze führen.

ran analysiert die wichtigsten Aussagen Klopps bei seiner Antritts-PK.

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Das Trainerteam

Der neue Bundestrainer, zuletzt als Head of Global Soccer für die Fußball-Projekte des Red-Bull-Konzerns verantwortlich, bringt zahlreiche Weggefährten mit zum DFB. Die langjährigen Klopp-Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders arbeiten erneut an seiner Seite.

Klopp ist sich sicher: "Ich habe für mich das bestmögliche Trainerteam zusammengestellt." Zu diesem wird auch sein ehemaliger BVB-Schützling Sven Bender zählen, der zuletzt Cheftrainer bei der SpVgg Unterhaching war. Zudem bringt Klopp seinen langjährigen Berater Marc Kosicke mit zum DFB.

Den möglichen Vorwurf, vor allem Leute aufgrund menschlicher Sympathie in sein Team zu holen, entgegnete Klopp entschieden. "Ich habe noch nie einen Freund eingestellt", stellte er klar, "aber manche werden es im Laufe der Zusammenarbeit".

Die Spielidee

Als es bei der Klopp-PK zum Thema Spielidee kam, hörte man vom neuen Bundestrainer nicht nur zwischen den Zeilen recht deutliche Kritik an den Nationalmannschafts-Auftritten zuletzt. "Ein bisschen intensiver hätte es schon sein können", sagte er zur WM-Performance des DFB-Teams.

Konkret angesprochen darauf, ob er auch in der Nationalmannschaft seinen aus Liverpool und Dortmund bekannten, hochintensiven Fußball spielen lassen möchte, sagte er daher: "Es ist schon der Plan."

Er sieht es als seine Aufgabe, "eine klare Fußball-Idee erkennbar zu machen". Klopp: "Ich möchte, dass die Leute nach dem Spiel der Nationalmannschaft nach Hause gehen und denken: 'Wow, das war wirklich cool.'"

Wichtig sei ihm dabei jedoch, nicht andere Top-Nationen zu kopieren. Klopps Motto: "Nicht wie Argentinien, Spanien, Frankreich - aber wie wir." Klopp richtet auch gleich eine Ansage an seine künftigen Nationalspieler: "Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spaß haben. Das war schon immer so und wird in Zukunft auch so sein."

Die Taktik

Auch im taktischen Bereich hat sich Klopp bereits konkrete Gedanken gemacht, wie er mit dem DFB-Team erfolgreich sein möchte. Auf einige Prinzipien hat sich der Neu-Bundestrainer sogar schon festgelegt.

"Wir werden mit Viererkette spielen", kündigte Klopp an. Sprich: Hier wird es keine wesentliche Veränderung im Vergleich zur Nagelsmann-Ära geben. Zudem steht für ihn fest, dass das Flügelspiel forciert werden müsse. "Weil jeder Gegner das Feld sehr eng machen kann. Der einzige Vorteil, den man hat, ist für einen kurzen Moment am Flügel. Die Spielmacher der heutigen Zeit sind am Flügel", begründet Klopp.

Die Position von DFB-Kapitän Joshua Kimmich war schon vor und während der enttäuschenden WM 2026 ein viel diskutiertes Thema. Der Weltklasse-Sechser des FC Bayern München wurde von Nagelsmann als Rechtsverteidiger aufgestellt. Wo Kimmich unter Klopp künftig auflaufen wird? "Ich will mir gerne die Optionen offenhalten", legte sich der gebürtige Stuttgarter erst einmal nicht fest.

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Der künftige Kader

Bevor Klopp nun erstmals einen Kader nominieren muss, hat er noch einige Wochen Zeit. Seinen Einstand feiert er am 24. September in der UEFA Nations League in den Niederlanden. Zwischen den Zeilen kündigte er für diese erste Nominierung Überraschungen an. "Es werden Spieler die Möglichkeit bekommen, die jetzt möglicherweise noch gar nicht damit rechnen, weil ich gerne mutig sein werde", sagte Klopp voraus.

"Ich habe mir 57 Feldspieler angeguckt. Wir hatten viele gute Spieler bei der WM, die nicht sonderlich gut gespielt haben. Es ist alles andere als schlecht, aber in jedem Fall verbesserungswürdig", ergänzte Klopp.

Einige Schlüsselentscheidungen muss Klopp also früher oder später treffen. Neben der Frage der Kimmich-Position betrifft das auch die Nachfolge von Manuel Neuer im DFB-Tor. Interessant wird auch, mit welchem Personal Klopp das offensive Flügelspiel forcieren möchte. Nagelsmann hatte bei der WM mit Leroy Sane eigentlich nur einen klassischen Flügelspieler im Aufgebot, auf der Gegenseite ist Florian Wirtz eher ein hybrider Flügelspieler.

Veränderungen im DFB und im Nachwuchs

Klopp sieht seine zunächst vorrangige Aufgabe zwar darin, die A-Nationalmannschaft wieder sportlich in die Spur zu bringen, kündigte aber auch übergreifend an, dass "wir jeden Stein umdrehen wollen".

"Wenn unter dem Stein etwas Gutes ist, legen wir den Stein wieder drauf, dann ist alles gut und wir machen es wie vorher. Wenn unter dem Stein etwas ist, was angepasst werden muss, dann machen wir das", präzisierte Klopp, der auf Klub-Ebene schon einige Klubs durch konsequente Umbrüche zum Erfolg führte.

Nach der erneut enttäuschenden WM sieht Klopp den deutschen Fußball an einem Scheideweg (Klopp: "Wir sind im Erwachsenenbereich kein logischer Titelkandidat mehr"), stellt unmissverständlich klar: "Es ist der Moment, in dem man ganz genau hingucken muss und dann ohne Aktionismus Dinge verändert, anpasst, intensiviert."

Davon, die Dinge nur zu delegieren, hält er wenig - Klopp will selbst mit anpacken. "Ich war noch nie ein Trainer, der vorbeigekommen ist, die Spieler im Training durchbewegt hat und dann nach Hause gefahren ist. Ich habe mich schon immer um die Dinge gekümmert, die im Verein ablaufen. Und jetzt ist es eben auf Verbands-Ebene", erklärte er.

Zusammen mit Hannes Wolf, Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung beim DFB, soll und will Klopp den deutschen Fußball auch schon im Jugendbereich auf nachhaltig erfolgreiche Beine stellen.

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Der Umgang mit den Medien

Recht am Anfang seiner Einstands-PK ließ Klopp aufhorchen mit einer deutlichen Ansage an die anwesenden Journalisten. "Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg", sagte der neue Bundestrainer.

Damit bezog sich Klopp auf die zuletzt doch recht deutliche Kritik an seinem Vorgänger Julian Nagelsmann und England-Coach Thomas Tuchel. Denn, so interpretiert Klopp seine Bundestrainer-Rolle auch gegenüber den Medien: "Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch."

Dennoch zeigte sich Klopp nicht blauäugig im Bezug auf mögliche Kritik und kündigte an: "Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, dann bin ich weg."

Abseits dieser etwas markigen Worte, vermittelte er aber dennoch die Hoffnung, dass seine Arbeit sogar für eine positive Veränderung in ganz Deutschland sorgen könnte. "Ich habe drei Mal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann. Und ich glaube auch, dass erfolgreicher Fußball ein Land verändern kann", sagte Klopp.

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