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WM 2026: Donald Trumps Fehltritte - Balogun, Tuchel, Siegerfoto

Veröffentlicht:

von Franziska Wendler

ran Fußball

WM2026: Thomas Müller will Trump keine WM-Bühne bieten

Videoclip • 28 Sek


US-Präsident Donald Trump verhält sich bei der WM immer wieder seltsam und leistet sich zahlreiche Fehltritte. ran verschafft einen Überblick.

Dass sich mit US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino zwei mächtige Männer gesucht und gefunden haben, war bei der jüngst zu Ende gegangenen Fußball-Weltmeisterschaft kaum zu übersehen.

Und kaum ist das Großereignis vorbei, schon hat Trump für Infantino einen großen Traum. Laut "New York Post" möchte der US-Präsident Infantino als nächsten UN-Generalsekretär vorschlagen. Der Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Antonio Guterres wird noch im Jahr 2026 gewählt.

Bislang zeigte sich Trump nicht unbedingt als Anhänger der Vereinten Nationen, beleidigte sie in der Vergangenheit als schwach und ineffizient - was sich unter dem FIFA-Boss wohl ändern sollte.

Einen Bericht der "Washington Post" zufolge geht Trump davon aus, dass der schweizerisch-italienische Funktionär "überall auf der Welt respektiert" werden würde. Zudem besitzt er nach Meinung des US-Präsidenten die "besondere Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen".

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Trumps spezielle Beziehung zu Infantino

Ein überaus unrealistischer Wunsch, zumal Infantino ohnehin bereits klargemacht hat, eine weitere Amtszeit bei der FIFA anzustreben. Während der WM warb er bereits für seine Kandidatur, beide Aufgaben parallel sind durch die Charta der Vereinten Nationen ausgeschlossen.

Die Idee des US-Präsidenten ist nicht die erste seltsame Verhaltensweise rund um die Fußball-WM. Während des Turniers verhielt sich der 80-Jährige wiederholt daneben.

ran präsentiert Trumps Fehltritte bei der Weltmeisterschaft.

Der Fall Balogun

Es war der wohl größte Skandal bei dieser WM: der Fall Balogun. Im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina sah US-Stürmer Folarin Balogun die Rote Karte und wäre damit automatisch für das Achtelfianle gegen Belgien gesperrt gewesen.

Überraschend hob die FIFA die Sperre aber wieder auf, laut dem Weltverband traf dabei eine unabhängige Disziplinarkommission die Entscheidung.

Wenig später wurde jedoch publik: Der US-Präsident hatte Infantino angerufen und ihm das Überdenken der Entscheidung nahegelegt. Oder wie Trump es nannte: "Eine Empfehlung ausgesprochen."

Zwar wollte Infantino davon öffentlich zunächst nichts wissen, Trump heizte das Thema aber einige Tage später noch einmal gehörig an.

"Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen", sagte Trump bei einem FIFA-Empfang in New York auf dem Podium in Richtung von Infantino.

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Trumps Tuchel-Kritik

Das Trump kein Fußballexperte ist, ist alles andere als eine Überraschung. Sein Geständnis im Fall Balogun, nicht gewusst zu haben, was eine Rote Karte ist, verdeutlichte dies nochmals.

Dennoch sah sich der 80-Jährige bemüßigt, Kritik an der Taktik von England-Coach Thomas Tuchel zu üben. Im Halbfinale schieden die "Three Lions" nach einer 1:2-Pleite gegen Argentinien aus.

Stein des Anstoßes dabei: Harry Kane. Vor einigen Monaten hat Trump noch gemeinsam mit dem Bayern-Stürmer Golf gespielt, gegen Argentinien musste dieser sich dann in Sachen Abwehrarbeit verdient machen.

"Sie haben geführt und dann ihren besten Spieler in die Defensive gestellt", kritisierte der US-Präsident die englische Taktik, schob allerdings auch nach: "Was weiß ich schon vom Coachen? Aber das war etwas ungewöhnlich."

Im Bezug auf Kane sagte Trump zudem: "Ich denke, dass sie vielleicht einen Fehler gemacht haben, als sie ihn zu einem Defensivspieler gemacht haben."

Tuchel konnte – auf die Kritik angesprochen – übrigens nur müde lächeln: "Wir haben im tiefen Block verteidigt. So macht man das", kommentierte er die taktische Rolle seines Kapitäns.

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Die Causa Siegerfoto

Bereits im vergangenen Sommer, bei der ebenfalls in den USA ausgetragenen Klub-WM, ließ es sich Trump nicht nehmen, sich auf das Siegerfoto des FC Chelsea zu mischen. Die Spieler der "Blues" waren seinerzeit sichtlich irritiert, als der US-Präsident nach der Pokalübergabe nicht vom Podium verschwand.

Nach dem WM-Sieg Spaniens gestaltete sich die Situation ähnlich. Trump verweilte unnötig lange auf der Bühne, als die Spanier den Pokal in die Höhe streckten.

Zu sehen ist Trump auf den Siegerfotos dennoch nicht, so wurde er aus den Bildern rausgeschnitten.

In einem Moment, als Infantino Trump von der Bühne zerrte, drückten viele Fotografen ab. Zentral geschnitten sind viele der Aufnahmen deshalb zwar nicht, Trump ist allerdings auch nicht zu sehen.

Trumps Pläne für weitere WM

Dass der 80-Jährige ein bescheidenes WM-Fazit ziehen würde, damit dürfte wohl niemand gerechnet haben. Und so verwundert es nicht, dass er die WM nicht nur als beste der Historie deklarierte, sondern gar als das "größte gesellschaftliche und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je gesehen hat."

Da liegt es für Trump nur nahe, schon bald erneut eine WM in den Staaten auszutragen. "Wir müssen das wiederholen, und zwar, solange ich noch da bin. Hörst du das, Gianni?", sagte der US-Präsident kurz vor dem Finale.

Und weiter: "Diese WM war so erfolgreich, dass wir die USA einfach noch einmal auswählen sollten. Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada außen vor. Ich war sehr freundlich, sie mit ins Boot zu holen", so Trump.

Bei der Suche nach einem neuen Partner sei ihm Infantino übrigens bereits behilflich gewesen: "Gianni sagte mir: 'Wir könnten das nächste Mal China und die USA nehmen.' Dann hat man einen schönen kurzen Flug zwischen den Spielen."

Zwar war die Bemerkung offensichtlich scherzhaft gemeint, wie viel Ernst in der überaus unrealistischen Aussage steckt, blieb aber unklar.

Die Endrunden 2030 und 2034 sind bereits an andere Länder vergeben.

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