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WM 2026

WM 2026: Gianni Infantino, Donald Trump und der Fußball - Gewinner und Verlierer der Endrunde

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball

WM 2026: Diese Stars ließen sich das WM-Finale nicht entgehen

Videoclip • 01:04 Min


Die WM 2026 ist vorbei - und mehr denn je bringt die Weltmeisterschaft mit den meisten Teilnehmern der Geschichte Gewinner und Verlierer hervor.

Die WM 2026 fand mit dem Endspiel zwischen Spanien und Argentinien ein Ende. Nach 39 langen Tagen, vielen Diskussionen über verschiedene Themen und einem 1:0-Sieg nach Verlängerung mit spanischem Triumph ist die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko Geschichte.

Mit erstmals 48 Teilnehmern und 104 Partien war es das größte WM-Turnier der Geschichte.

Umso mehr Gewinner gab es wohl – und auch Verlierer. ran schaut auf je sechs von ihnen.

Gewinner: Donald Trump, Gianni Infantino und die FIFA

Wer gehofft hat, dass die WM zu einem Debakel für die FIFA und Donald Trump werden würde, muss sich spätestens seit dem vergangenen Wochenende davon verabschieden: Laut dem "Guardian" hat der Weltverband am Samstag seine Prognose von vor dem Turnier nochmal angepasst. Statt ursprünglich 13 Milliarden US-Dollar gehe man davon aus, dass der tatsächliche Gewinn bei über 15 Milliarden US-Dollar liegen werde.

Das ist fast eine Verdopplung des Gewinns aus der WM 2022 in Katar. Die Weltmeisterschaft war auf allen Ebenen ein Erfolg für die FIFA und damit auch für Gianni Infantino. Debatten um Korruption, Beeinflussung des Sports durch fragwürdige Entscheidungen (Balogun) oder die voranschreitende Politisierung des Fußballs? Kritik an Hydration Breaks und Geldgier? Alles irrelevante Schauplätze aus Sicht von Infantino.

Der dürfte durch seine politischen Verbindungen und den finanziellen Erfolg fester denn je im Sattel sitzen. Zumal die Einnahmen ihm auch ermöglicht haben, die teilnehmenden Verbände fürstlich zu bezahlen. Die Stadien waren voll, der Sport überstrahlte letztlich doch wieder alles.

Und das macht auch Donald Trump zu einem großen Gewinner. Der US-Präsident hielt sich abseits der Balogun-Geschichte raus aus dem Geschehen und nahm sich dann seinen großen Moment im WM-Finale, als er den Pokal betatschte und sich selbst auf der Bühne inszenierte. Über Trumps Politik wurde zumindest hierzulande kaum diskutiert.

Während der Halbzeitshow des Finals erstrahlten bunte Farben das Stadion in New York: "Love" war zu lesen. Eine Show, die kaum konträrer zur Vorgehensweise des Präsidenten stehen könnte – und die doch unterstreicht, wie erfolgreich Sportswashing sein kann.

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Verlierer: Der Fußball

Der Erfolg dieser mächtigen Männer ging klar auf die Kosten des Fußballs. Die FIFA verlor mit dem Balogun-Vorgehen auch das letzte Stück Vertrauen, das Fans noch in ihre vermeintliche Neutralität hatten. Verschwörungstheorien wurden Tür und Tor geöffnet.

Auch die Amerikanisierung des Sports mit den vier Vierteln statt der zwei Halbzeiten, der noch stärkeren Kommerzialisierung und dem pompösen Aufblasen des Drumherums mit einer Halbzeitshow oder anderen Inszenierungen führten dazu, dass viele Fans genervt waren. Was an Buhrufen vor Ort ebenso zu vernehmen war wie an den Reaktionen in den sozialen Netzwerken.

Die Integrität des Sports wurde für Einnahmenmaximierung auf eine harte Probe gestellt. Und auch die Spielqualität litt mitunter darunter. Ob schlechter Rasen, viel zu lange Pausen oder schwache Schiedsrichterleistungen, denen jegliche Linie im Turnier fehlte – sportlich bleibt von dieser WM nicht allzu viel hängen. Der FIFA dürfte das egal sein.

Gewinner: Spanien

Ebenso wie den Spaniern. Denn sie haben dieses Turnier gewonnen. Sie waren das kompletteste, effizienteste und stärkste Team bei dieser WM. Es gelang ihnen, mit Frankreich und Argentinien beide Finalisten von 2022 zu schlagen.

Außerdem gewannen sie gegen Belgien, Portugal und Österreich – was für ein harter Weg zum Triumph. Wenn einer diesen Titel verdient hat, dann die Spanier.

Verlierer: Didier Deschamps

Dabei galten lange die Franzosen als der übermächtige Top-Favorit. So offensivstark wie vielleicht nie zuvor unter Didier Deschamps und gleichzeitig so defensivstark wie eh und je präsentierten sie sich bei dieser WM. Doch dann beendete Spanien jäh alle Träume Frankreichs.

Am Ende muss man konstatieren, dass Didier Deschamps in seiner Amtszeit zu wenig gewonnen hat. Mit einer historisch starken Generation holte er 2018 den Weltmeister-Titel, konnte diesen Triumph aber nicht mehr wiederholen.

Halbfinal- und Finalteilnahmen gelangen ihm zwar, das sollte mit dieser individuellen Überlegenheit aber auch so sein. Den letzten Schritt verpassten die Franzosen unter ihm zu oft. Ein Makel, der nach diesem bitteren Ende bleiben wird.

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Gewinner: Die "Kleinen"

Ein weiterer Faktor dafür, dass die FIFA ein großer Gewinner der WM ist, sind die vermeintlich "Kleinen". Allen voran die Geschichte von Kap Verde, die beinahe den amtierenden Weltmeister rausgeworfen hätten, sticht hervor.

Aber auch andere Nationen wie die DR Kongo machten den Favoriten das Leben schwer. Wirklich abschießen ließ sich kaum jemand. Die FIFA plant dem Vernehmen nach bereits eine Aufstockung auf 64 Teilnehmer. Die viel kritisierte Aufblähung hatte bei dieser WM keinen negativen sportlichen Effekt.

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Verlierer: Cristiano Ronaldo

Negativ war indes der Effekt von Cristiano Ronaldo auf die portugiesische Nationalmannschaft. Die Portugiesen schieden nicht hauptsächlich wegen ihm aus, aber wirklich etwas geben kann er seinem Team auch nicht mehr.

Er nimmt eine Sonderrolle ein, die er schlicht nicht mehr rechtfertigen kann. Bei dieser WM wurde das überdeutlich. "CR7" ist einer der ganz großen Verlierer.

Gewinner: Die Superstars

Das wird nochmal deutlicher, wenn man auf die Leistungen von Lionel Messi, Harry Kane, Kylian Mbappe, Erling Haaland und Co. schaut. Die Superstars haben abgeliefert, schossen Tore ohne Ende.

Auch das war ein Grund, warum diese WM weltweit viel Aufmerksamkeit bekam und die Fans die Spiele gern geschaut haben. Sie sind große Gewinner der Weltmeisterschaft.

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Verlierer: Die Geheimfavoriten

Kolumbien, Japan, Norwegen, Elfenbeinküste, Ecuador – die Liste an Geheimfavoriten war vor der WM lang. Wirklich weit kam niemand von ihnen. Am positivsten war noch die Geschichte von Norwegen, die immerhin Brasilien ausschalteten.

Alle anderen schafften es nicht, am ersten großen Gegner vorbeizukommen oder scheiterten noch weit davor. Eine ganz große Überraschung blieb bei diesem Turnier damit aus. Im Halbfinale durften sich die vier besten Nationen der Weltrangliste messen.

Gewinner: FC Bayern

Für den FC Bayern verlief die WM durchaus akzeptabel. Zwar erlebte die deutsche Nationalmannschaft mal wieder eine sportliche Katastrophe, aber durch das Ausscheiden vieler Nationen mit FCB-Beteiligung wird Vincent Kompany seine Mannschaft frühzeitig wieder im Training beisammenhaben.

Harry Kane, Dayot Upamecano und Michael Olise werden am längsten fehlen, brauchen aber auch keine besondere Vorbereitung auf die nächste Saison.

Verlierer: DFB

Einer der allergrößten Verlierer ist der DFB. Allen voran natürlich Julian Nagelsmann, der in der Öffentlichkeit die heftigste Kritik abbekam und dessen Ruf massiv beschädigt ist. Dabei gehen die Probleme deutlich tiefer.

Rudi Völler, Bernd Neuendorf, die veralteten und scheinbar unreformierbaren Strukturen des Verbandes, der Jugendfußball, die Basisarbeit im Amateurfußball, die Ausbildungsprobleme auf so vielen Ebenen – der DFB hat, wenn er ehrlich mit sich selbst ist, eine riesige Liste an Baustellen.

Wirkliche Konsequenzen hat man daraus bisher nicht gezogen. Bis auf Nagelsmann hat niemand seinen Hut genommen. Dabei ist offensichtlich, dass der nun bereits dritte scheiternde Bundestrainer kein Indiz dafür ist, dass diese Position die Entscheidende ist. Der deutsche Fußball ist ganz ohne Übertreibung am Boden. Das ist die Realität.

Gewinner: Jürgen Klopp

Gut, dass bereits der Ritter auf seinem weißen Pferd angeritten kommt: Jürgen Klopp soll jetzt der Heilsbringer sein. Ob er das ist, wird sich zeigen.

In jedem Fall aber hatte er eine einmalig gute Verhandlungsposition. Seine Beliebtheit in Deutschland, seine Vita und sein Charisma lassen ihn wie den großen Messiahs wirken und der DFB hat sich frühzeitig auf ihn festgelegt.

Klopp kann Forderungen stellen und viele Kompetenzen einfordern. Natürlich geht damit aber auch eine Fallhöhe einher. Scheitert er, kann das zurückfeuern.

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Verlierer: Viele Fans

Wie eingangs erwähnt, ist die FIFA einer der ganz großen Gewinner. Grund für die immensen Einnahme sind sowohl die extrem hohen Ticketpreise als auch die Weiterverkaufsgebühr, die der Weltverband genutzt hat. Wollten Fans ihre Tickets weiterverkaufen, mussten sie eine Gebühr an die FIFA zahlen. In diesem Bereich haben die Einnahmen jegliche Prognosen weit übertroffen.

Verlierer der Preispolitik sind natürlich alle Fans, die sich den Stadionbesuch nicht leisten konnten. Vor allem für Menschen in den USA, Kanada oder Mexiko, die in ihrem Leben wohl nicht allzu viele Chancen erhalten werden, direkt im eigenen Land so ein Event zu erleben, war das ein Debakel.

Die WM wurde damit zu einer elitären Veranstaltung. Wer sowieso schon am Existenzminimum nagt oder sich wenig Luxus leisten kann, ging entweder leer aus oder musste irrationale Entscheidungen treffen, um sich den Traum zu erfüllen. Oft wird der Fußball als verbindend beschrieben. Als Sport des Volkes.

Die WM 2026 war ein weiterer Schritt in die andere Richtung. Gewinnmaximierung ganz oben – auf Kosten derjenigen, denen dieses Spiel gehören sollte.

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