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WM 2026 - Lionel Messis Makel oder: Argentiniens Angst vor dem Elfmeter

Veröffentlicht:

von SID

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Videoclip • 01:14 Min


Lionel Messi bricht bei der WM etliche Torrekorde. Doch ausgerechnet beim vermeintlich einfachsten Abschluss hat er die größten Probleme.

Er wird es wieder tun. Davon ist auszugehen.

Ein ganzes Land wird den Atem anhalten, wenn Lionel Messi seinen typisch langen Anlauf nimmt und sein Gegenüber dabei genauestens beobachtet. Noch eine kleine Verzögerung vor dem letzten Schritt. Schuss. Tor?

Argentinien fiebert dem WM-Viertelfinale in der Nacht zu Sonntag (ab 1:30 Uhr MESZ im kostenlosen Joyn-Livestream) entgegen.

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Messi hält wenig schmeichelhafte WM-Bestmarke

Das Duell im Arrowhead Stadium von Kansas City gegen die Schweiz ist für viele Südamerikaner nur eine Durchgangsstation auf der Mission Titelverteidigung. Eigentlich. Wäre da nicht Messis unerklärliche Elferschwäche, die in engen Spielen ganz schön gefährlich werden könnte. Vom Punkt ist der Außerirdische nämlich verdammt menschlich.

Denn seit dem Achtelfinale gegen Ägypten (3:2) hält der für viele Menschen beste Fußballer der Geschichte, der Magier, der Auserwählte und WM-Rekordtorschütze, tatsächlich auch eine ziemlich traurige Bestmarke: Den Rekord für die meisten vergebenen Elfmeter in regulärer Spielzeit bei Weltmeisterschaften. Die Sorge geht um, dass Messis (manche sagen einziger) Makel die Titelträume schon gegen die Schweiz zerstören könnte.

Die Zahlen entsprechen jedenfalls ganz und gar nicht der wundervollen Magie, die vom Mann mit der Nummer 10 in diesen Tagen ausgeht: Zwei Elfmeter schoss er im Turnierverlauf bislang, beide vergab er. In seiner WM-Laufbahn waren es sogar schon die Strafstöße drei und vier, bei denen er im Spielverlauf scheiterte. Vier von acht - eine Quote, die nicht einmal durchschnittlich ist.

Zumindest ein bisschen besser ist seine Statistik in Pflichtspielen, wo er von 149 Strafstößen (ohne Elfmeterschießen) 116 verwandelte, was einer Quote von 78 Prozent entspricht. Immerhin.

Messi nach Fehlschuss gegen Ägypten "sehr wütend"

Über die Gründe kann nur gemutmaßt werden. Das renommierte "Wall Street Journal" ging der Sache nach und fragte in seiner Headline: "Lionel Messi ist der größte Spieler jemals. Warum ist er nur so schlecht bei Elfmetern?" Unter Berufung auf Analysen der FIFA machte das Blatt die intuitive Herangehensweise Messis mitverantwortlich. Das lange Warten, das Beobachten des Torhüters und die späte Entscheidung für eine Ecke machten ihn zwar schwer ausrechenbar, führe aber auch zu einer geringeren Konstanz.

Messi selbst weiß um seine Schwäche vom Punkt. Nach dem Ägypten-Spiel, in dem die Argentinier nach dem Fehlschuss ihres Superstars beinahe ausgeschieden wären, zeigte sich der 39-Jährige "sehr wütend" auf sich selbst. Er habe "wirklich schlecht geschossen". An seinem Selbstverständnis, im Falle der Fälle auch gegen die Schweiz anzutreten, wird dies allerdings wohl kaum etwas ändern.

Von einer bemerkenswerten Begebenheit berichtete 2025 der Brasilianer Neymar. In seiner Zeit bei Paris Saint-Germain habe ihn Messi einmal nach seiner Elfmetertechnik gefragt. Neymars Antwort sei gewesen: "Trainieren und ausprobieren." Geholfen hat es bislang, sagen wir, bedingt.

Dass Messi es sehr wohl besser kann, bewies er übrigens vor vier Jahren in Katar. Bei der WM 2022 verwandelte Messi sechs seiner sieben Elfmeter (inklusive Elfmeterschießen). Trotz eines Fehlschusses in der Vorrunde (gegen Polen) schnappte er sich den Ball, als es drauf ankam. Im Finale gegen Frankreich traf Messi gleich zwei Mal vom Punkt. In der regulären Spielzeit und im Elfmeterschießen. Argentinien wurde Weltmeister.

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