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WM 2026 – Nach Aus von Nico Schlotterbeck: So würde Markus Babbel die Abwehr des DFB-Teams umstellen

Veröffentlicht:

von Martin Volkmar

ran Fußball

DFB-Team: Schlotterbeck-Aus! So geht die Mannschaft mit ihm um

Videoclip • 01:38 Min


Bei ran spricht der ehemalige Nationalspieler Markus Babbel über die Folgen des WM-Aus von Nico Schlotterbeck für die Defensive der deutschen Nationalmannschaft.

Hiobsbotschaft für die deutsche Nationalmannschaft: Nico Schlotterbeck fällt mit einem Innenbandriss im Sprunggelenk für die restliche Weltmeisterschaft aus.

Welche Auswirkungen hat der Verlust des Dortmunders und wie muss Julian Nagelsmann nun umstellen?

Im ran-Interview erklärt der frühere Weltklasse-Verteidiger Markus Babbel, wer der beste Nachrücker ist und warum er auch auf der Rechtsverteidiger-Position nicht länger auf Joshua Kimmich setzen würde.

Markus Babbel über Schlotterbeck-Ausfall: "Weiß nicht, ob es so ein großer Verlust ist"

ran: Markus Babbel, wie schwer wiegt der Ausfall von Nico Schlotterbeck?

Markus Babbel: Es ist vor allem bitter für ihn selbst, weil er jetzt gesetzt war. Dieses Vertrauen des Bundestrainers hat er auch mit guter Leistung zurückgezahlt. Und dass wir nun keinen Linksfuß mehr in der Abwehrmitte haben, ist natürlich nicht optimal. Aber diese Spieler sind auch eher selten. Jonathan Tah spielt bei den Bayern öfter auf der linken Seite, das wird er ohne Probleme hinbekommen. Problematischer sehe ich, dass er sich wieder auf einen neuen Nebenmann einstellen muss.

ran: Und wie gravierend ist es für die Nationalmannschaft?

Markus Babbel: Ich weiß nicht mal, ob es für die Mannschaft so ein großer Verlust ist. Natürlich ist es immer suboptimal, wenn du in der Startelf etwas ändern musst. Aber Schlotterbecks Aus ist jetzt für mich kein Grund, dass wir bei der WM nicht weit kommen sollten. Da sehe ich andere Positionen kritischer, wo wir bei Ausfällen weit größere Probleme hätten.

ran: Wie sehr werden der Mannschaft auch Schlotterbecks Kopfballstärke bei Standards und seine Diagonalbälle fehlen?

Markus Babbel: Es ist natürlich top, wenn du solche Diagonalbälle wie Schlotterbeck schlagen kannst. Wobei ich mich sehr wundere, dass das viele Innenverteidiger nicht mehr können, weil das früher zum Anforderungsprofil eines Innenverteidigers gehörte und daher gang und gäbe war. Aber daran messe ich das Abwehrzentrum eigentlich nicht. Wichtiger ist, die Verteidigung gut zu organisieren. Und da hat man gegen die Elfenbeinküste gesehen, dass nicht alles funktioniert. Da muss die Defensive insgesamt von der Kommunikation und vom Zweikampfverhalten eine Schippe drauflegen.

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Defensivprobleme des DFB-Teams: "Unfassbar schlechte Kommunikation"

ran: Wer ist der beste Nebenmann für Jonathan Tah?

Markus Babbel: Ich gehe schwer davon aus, dass es Toni Rüdiger sein wird. Er hat mir persönlich in der letzten Saison bei Real Madrid nicht so gefallen. Wenn du ihn jedoch mit zur WM nimmst, dann musst du seine Stärken jetzt auch nutzen. Er bringt viel Erfahrung mit und ist gegen den Mann etwas stärker als Schlotterbeck, dafür halt fußballerisch nicht so gut. Aber wenn er seine Zweikämpfe gewinnt und die Bälle sauber ins Mittelfeld passt, hat Rüdiger seinen Job erledigt.

ran: Ist es ein Vorteil, dass Tah und Rüdiger bei der Heim-EM vor zwei Jahren zusammengespielt haben?

Markus Babbel: Ja, das macht es für Tah etwas einfacher, dass beide sich gut kennen. Rüdiger war vor seiner Verletzung ja in der Nationalmannschaft gesetzt. Das wäre mit Waldemar Anton wahrscheinlich etwas komplizierter.

ran: Anton galt auch als Backup für Joshua Kimmich, der als Rechtsverteidiger gegen die Elfenbeinküste einige Probleme hatte. Ist das mit Schlotterbecks Aus nun hinfällig?

Markus Babbel: Das wussten wir vorher, dass das nicht Kimmichs Paradeposition ist und er ein Tempodefizit gegen schnelle Außenstürmer hat. Das war natürlich gegen die Elfenbeinküste gerade in der ersten Halbzeit elementar. Aber er ist auch elementar im Stich gelassen worden von seinen Nebenleuten. Das war aus meiner Sicht eine unfassbar schlechte Kommunikation untereinander, wo offenbar keiner wusste, wer außen und wer innen die Wege zumacht.

Joshua Kimmich doch ins Zentrum? "Darüber musst du nachdenken"

ran: Muss man daher über einen Wechsel auf der Position nachdenken?

Markus Babbel: Darüber musst du als Bundestrainer nachdenken. Denn Jo Kimmich ist auch viel zu wenig ins Spiel nach vorne involviert, sodass seine Stärken gar nicht zum Tragen kommen. Zudem war das defensive Mittelfeld gegen die Elfenbeinküste auch nicht gut, allen voran Aleks Pavlovic. Felix Nmecha war zwar offensiv stark, hat mich defensiv aber auch nicht überzeugt. Beide haben es nicht geschafft, Kompaktheit herzustellen und daher zu viele Chancen zugelassen. Das werden bessere Gegner bestrafen. Deshalb macht es Sinn, Kimmich ins Mittelfeld vorzuziehen, wo er es bei Bayern über die gesamte Saison hervorragend gemacht hat.

ran: Wer könnte ihn dann rechts hinten ersetzen?

Markus Babbel: Ich habe mich ja schon bei der Nominierung gewundert, dass Nagelsmann keinen gelernten Rechtsverteidiger mitgenommen hat und zum Beispiel auf Ridle Baku verzichtet hat. Deshalb ist Anton im Moment die sinnvollste Lösung, auch wenn das natürlich nicht seine beste Position ist. Das gilt aber für Malick Thiaw noch mehr. Und Pascal Groß wäre zwar auch denkbar, aber er hat genau dasselbe Tempoproblem wie Kimmich. Deshalb wäre ich für Anton, weil er die nötige Geschwindigkeit hat und das auch schon in Stuttgart gespielt hat.

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