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WM 2026: Verletzung von Nico Schlotterbeck im DFB-Team - das sind die Alternativen für Julian Nagelsmann
Aktualisiert:
von Franziska Wendlerran Fußball
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Videoclip • 02:16 Min
Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Nico Schlotterbeck hat sich das Innenband im linken Sprunggelenk gerissen. So könnte Julian Nagelsmann nun die Abwehr umbauen.
Es ging einfach nicht mehr.
Im zweiten WM-Gruppenspiel des DFB-Teams gegen die Elfenbeinküste knickte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck bereits in der 13. Minute um. Bis zur Halbzeit biss der Dortmunder auf die Zähne, spielte und dirigierte an der Seite von Kollege Jonathan Tah.
Dann allerdings war Schluss. Schlotterbeck blieb in der Kabine, stattdessen schickte Bundestrainer Julian Nagelsmann Antonio Rüdiger auf das Feld.
Dass es sich bei der Verletzung des 26-Jährigen wohl nicht nur um eine Kleinigkeit handeln würde, machte eine anschließende Aussage des Cheftrainers deutlich. "Es sieht nicht gut aus – leider", konstatierte er.
Eine MRT-Untersuchung brachte nun Gewissheit. Der aktuell wohl formstärkste deutsche Innenverteidiger hat sich laut DFB-Mitteilung vom Montagmittag eine Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen.
Er wird demnach mehrere Monate ausfallen, was Medienberichte über einen Innenbandriss bestätigen dürfte.
Kein Linksfuß und keine Routine mehr
Ein schwerer Schlag für die deutsche Nationalmannschaft, die nun mit einem Innenverteidiger weniger auskommen muss.
"Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau", sagte Nagelsmann und fügte bedauernd hinzu: "Es hätte seine WM werden können."
Der Ausfall wirkt sich gleich in mehrerer Hinsicht auf das DFB-Team aus. Zunächste einmal ist das eingespielte Innenverteidiger-Duo Schlotterbeck/Tah damit hinfällig. Nagelsmann ist gezwungen, auf eine weniger routinierte Spielerkombination zurückzugreifen.
Besonders schwierig in diesem Zusammenhang: Von den fünf Innenverteidigern im DFB-Kader ist nur Schlotterbeck Linksfuß. Tah, Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw sind jeweils Rechtsfuß.
Rüdiger erster Nachrücker - Tah muss nach links
Erster Nachrücker ist Rüdiger, der schon bei der Heim-EM 2024 zusammen mit Tah die Innenverteidigung bildete. Backup wird dahinter nun Schlotterbecks BVB-Teamkollege Anton sein.
"Es hat sich nicht viel verändert. Ich muss für alle Szenarien bereit sein - und ich bin bereit", sagte Rüdiger gewohnt selbstbewusst nach seinem 45-minütigen Auftritt gegen die Elfenbeinküste.
Als Schlotterbeck nach der Halbzeitpause nicht mehr wiederkam, rückte der Star voin Real Madrid auf die rechte Seite.
Tah musste daher in den halblinken Raum weichen. Für den Abwehrchef eine alles andere als optimale Situation, die ihn in der Spieleröffnung hemmt.
Taktisches Mittel fällt weg
Neben seinen Aufgaben in der Verteidigung sorgt Schlotterbeck regelmäßig mit Diagonalbällen in Richtung rechtes Mittelfeld für Aufsehen. Die weiten Flugbälle sind inzwischen eine der Spezialitäten des Dortmunders.
Mit seinem Ausfall fehlt auch dem DFB-Team dieses taktische Mittel in der Spieleröffnung, kommen die anderen drei Alternativen doch mehr über die Zweikämpfe.
"Wir sind es gewöhnt, dass Schlotterbeck ins Mittelfeld rein dribbelt und dann auf links oder den Diagonalball spielt. Das ist ein wichtiges Element des Spiels. Diesen Diagonalball können wir aber ohne ihn nicht mehr spielen", sagte Jürgen Klopp bei "Magenta TV".
Rüdiger habe es nach seinem Kaltstart gegen die Elfenbeinküste "wirklich gut gemacht". Er sei "erfahren genug" und habe "seit Jahren auf allerhöchstem Niveau gespielt". Doch einen "linken Fuß" könne man ihm halt nicht ankleben.
"Wenn wir die Seite wechseln wollen, müssen wir das jetzt mit Pässen machen. Wir brauchen also jetzt mindestens einen Pass mehr", folgerte Klopp.
Zwar kann Bayern-Star Tah derartige Bälle auch spielen, von der ungeliebten linken Seite aus sind diese allerdings weniger präzise.
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Zweikampf-Hilfe für Kimmich
Der Ausfall von Schlotterbeck – und die damit verbundenen Einsätze für Rüdiger – könnten sich für Kapitän Joshua Kimmich aber durchaus auch positiv auswirken.
Der für seine resolute Zweikampfführung bekannte Real-Profi könnte Kimmich auf der rechten Seite vor allem gegen stärkere Gegner wie beispielsweise Yan Diomande im Spiel gegen die Elfenbeinküste mit seinem körperlichen Einsatz helfen.
Gleiches gilt, sollten im weiteren Turnierverlauf Spieler wie Vinicius Jr., Michael Olise, etc. warten.
Rüdiger bei seiner dritten WM doch noch mit Hauptrolle
So kommt Rüdiger also doch noch zu weiteren WM-Auftritten, nachdem er sich mit seiner neuen Rolle bei seiner dritten Teilnahme schon abgefunden hatte. "Jeder hat seine Zeit, jetzt ist deren Zeit. Sei den Jungs gegönnt. Ich kann nur unterstützen", erklärte Rüdiger trotz seiner 84 Länderspiele.
Seine "Erben" überschüttete Rüdiger mit Lob. Auch wenn er einräumte, dass es nicht einfach sei, "auf der Bank zu sein". Tah, sagt Rüdiger über den neuen Abwehrboss, "stellt einfach was dar", allein von der Physis her. Und Schlotterbeck habe "einen linken Fuß aus Gold".
Von Nagelsmann erhält Rüdiger volle Rückendeckung. "Es ist nicht leicht, in so ein Spiel reinzukommen. Je länger es dauerte, desto offener wurde das Feld. Wenn du nicht den Spielrhythmus hast, musst du es erstmal so gut machen", lobte der Bundestrainer seinen Schlotterbeck-Ersatz.
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