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WM 2026: Thomas Tuchel schuld am England-Aus? Lothar Matthäus sieht Parallelen zu Julian Nagelsmann

Veröffentlicht:

von ran.de

ran Fußball

WM2026: Kanes erste Worte nach dem bitteren Aus

Videoclip • 01:05 Min


Thomas Tuchel steht nach Englands bitterem WM-Aus massiv in der Kritik. Lothar Matthäus sieht in einem entscheidenden Punkt sogar Parallelen zu Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Das bittere Halbfinal-Aus bei der WM sorgte in England für eine Mischung aus tiefer Trauer, Entsetzen und Wut auf Nationaltrainer Thomas Tuchel. Seine defensiven Wechsel gegen Argentinien, so der Tenor, waren mitverantwortlich dafür, dass die "Three Lions" noch zwei späte Gegentore fingen und mit 1:2 verloren.

So brachte Tuchel nach der englischen Führung gleich drei Abwehrspieler - Ezri Konsa, Nico O'Reilly und Dan Burn - und nahm dafür unter anderem Torschütze Anthony Gordon und Mittelfeldchef Declan Rice vom Feld. Einzig der Wechsel von O'Reilly gegen Reece James war positionsgetreu.

Der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus konnte vor allem die Auswechslung von Rice gar nicht nachvollziehen und kritisierte Tuchel dafür deutlich. Dabei zog der Weltmeister-Kapitän von 1990 sogar Parallelen zu Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann und dessen Rolle für Joshua Kimmich.

"Mit Kimmich als Rechtsverteidiger verzichtete er im zentralen Mittelfeld auf einen strategisch wichtigen Führungsspieler. Auch deshalb ist Deutschland so früh ausgeschieden", meint Matthäus: "Tuchel nahm seinen Strategen Rice raus. Das macht man nicht, es sei denn, er ist verletzt. Das sind dann die überschlauen Trainer, die unbedingt etwas Besonderes machen wollen."

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Matthäus erinnert an Champions-League-Finale 1999

Drei Minuten nach Rices Auswechslung traf Argentinien durch Enzo Fernandez zum Ausgleich - weil England das Rückraum-Zentrum nicht geschlossen bekam. Allerdings plagte sich der Profi des FC Arsenal im Turnierverlauf mit einer Erkrankung herum und musste im Viertelfinale gegen Norwegen sogar bereits zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Doch dieses Argument überzeugt Matthäus nicht, vor allem aufgrund einer ähnlichen Erfahrung, die er selbst gemacht hatte. Im Champions-League-Finale 1999 zwischen dem FC Bayern München und Manchester United ging Matthäus kurz vor Schluss beim Stand von 1:0 für die Bayern vom Platz, in der Nachspielzeit drehte United das Spiel noch mit zwei Treffern nach Ecke.

"Das war wie bei uns! Ich war damals im Finale kaputt, erschöpft. Aber ich hätte mich durchbeißen können, durchbeißen müssen", sagte er: "Damals wie heute war es das fatale Signal, das den Gegner wieder stark machte."

Erst dieser Wechsel habe Argentinien wieder ins Spiel gebracht. "Vorher hatte Argentinien fast keinen Raum, um zu kombinieren. Sie waren weit weg vom englischen Tor, hatten keine Torchancen. Dann stellte Tuchel auf Fünferkette um, eigentlich sogar auf 7er-Kette. Plötzlich hatte Argentinien Platz und Torchance um Torchance. Hätte Pickford nicht so gut gehalten, hätte es auch 1:4 oder 1:5 ausgehen können", ist Matthäus überzeugt.

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