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Formel 1: Charles Leclerc steht bei Ferrari am Scheideweg – WM-Kandidat oder Nummer-2-Pilot?
Veröffentlicht:
von Oliver Jensenran Mehr Sport
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Charles Leclerc steckt bei Ferrari im Formtief. Teamkollege Lewis Hamilton ist deutlich schneller. Gelingt Leclerc nicht bald der Umschwung, droht er seine große Zukunft bei Ferrari zu verlieren.
Charles Leclerc erlebte in Österreich den puren Rennfahrer-Horror.
"Es gab nicht viel für mich zu tun. Entweder wurde ich außen überholt oder ich wurde innen überholt", sagte er nach dem Rennen geknickt. Das Qualifying verlief mit Startplatz zwei noch ordentlich. Doch im Rennen war der Monegasse der Konkurrenz klar unterlegen.
Besonders bitter: Er hatte auch gegen Teamkollege Lewis Hamilton das Nachsehen.
Hamilton klar schneller als Leclerc
Mit Platz acht landete er drei Plätze hinter Hamilton. Es ist das fünfte Hauptrennen in Folge, in dem der siebenmalige Weltmeister vor Leclerc ins Ziel kam.
Dabei schien es kürzlich noch so, als wäre Hamilton auf "Abschiedstournee" und Leclerc die Zukunft von Ferrari. Erst Anfang Juni wurde der Vertrag von Leclerc vorzeitig verlängert – laut Medienberichten bis Ende 2028.
Leclerc kündigte an, man würde auf "unser gemeinsames Ziel hinarbeiten": Die Weltmeisterschaft zurück nach Maranello zu holen." Doch die Realität macht wenig Hoffnung. Ihm fehlt das Vertrauen ins Auto. Die aggressive Fahrweise, die er im Qualifying auf die Strecke bekommt, ist im Rennen plötzlich verschwunden. Bei den Interviews ist dem 28-Jährigen anzusehen, wie sehr ihm das Kopfzerbrechen bereitet.
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Vergangene Saison hatte er seinen Teamkollegen Hamilton im Griff und 86 Punkte mehr auf dem Konto. Allzu viel Aussagekraft hatte das allerdings nicht. Neuzugang Hamilton fremdelte mit dem Ferrari, während Leclerc Team und Auto kannte. Ein Grand-Prix-Sieg gelang ihm trotzdem nicht. Hamilton gewann vergangene Saison immerhin ein Sprintrennen.
In der laufenden Saison scheint Leclerc gegen Hamilton chancenlos zu sein. 125 Punkte hat Hamilton geholt, zudem einen Grand-Prix-Sieg und vier Podiumsplätze bei den Hauptrennen. Leclerc steht bei 79 Zählern, er hat keinen Sieg errungen und stand nur zweimal auf dem Podium.
Erschreckend und überraschend zugleich ist, dass dem 41-jährigen Hamilton die Umstellung auf die neue Fahrzeuggeneration besser gelang als dem mehr als zwölf Jahre jüngeren Teamkollegen.
Als Nummer 2 fährt es sich schwer
Leclerc steht am Scheideweg.
Er muss schnellstmöglich Lösungen finden, um den Status als Nummer eins von Ferrari zurückzugewinnen. Hamilton befindet sich zwar in seinem letzten Vertragsjahr, soll laut Medienberichten aber eine Option für das kommende Jahr im Vertrag haben. Bereitet ihm das Fahren so viel Freude wie jetzt, dürfte er diese ziehen.
Ist man erst einmal die Nummer zwei im Team, wird es schwer. Das Fahrzeug wird vorwiegend nach den Vorstellungen des schnelleren Fahrers weiterentwickelt. Bislang war dies Leclerc. Doch das ändert sich offenbar.
Nach Hamilton droht Bearman
Selbst wenn Hamilton zurücktritt – ob nach dieser oder der nächsten Saison – wird die Ausgangssituation für Leclerc nicht einfacher. Der 21-jährige Oliver Bearman wird bei Haas seiner Rolle als Ausnahmetalent gerecht. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Ferrari-Junior im roten Rennboliden unterwegs sein wird.
Leclerc muss schnellstmöglich Lösungen finden, um wieder die Vormachtstellung bei Ferrari zurückzugewinnen. Anderenfalls wird er wohl nicht der Fahrer sein, der "die Weltmeisterschaft zurück nach Maranello" holt.
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