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Formel 1

Formel 1: Kimi Antonellis WM-Märchen ist ein Offenbarungseid, aber es gibt eine Lösung - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Andreas Reiners

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Formel 1: Fans feiern Antonellis WM-"Fiebertraum" - und grillen Ferrari!

Videoclip • 02:02 Min


Kimi Antonelli ist Weltmeister. Seine Erfolgsgeschichte ist wunderbar, für die Formel 1 aber leider katastrophal. Ein Kommentar.

Kimi Antonelli hat sein Meisterwek vollbracht. Mit einer beeindruckenden Gelassenheit, Souveränität und Dominanz hat sich der Italiener den Weltmeister-Titel gesichert.

Manchmal muss man sich noch vergewissern. Noch einmal nachschauen. Dann wird einem klar: Ja, Antonelli ist 20 Jahre alt. Beziehungsweise jung.

Auf der Strecke sah man das praktisch überhaupt nicht. Der Italiener hat im Kampf um die Fahrerkrone nicht die kleinste Schwäche gezeigt. Vielmehr fuhr er seinen Triumph entgegen, als hätte er in den vergangenen Jahren nie etwas anderes getan.

Er war nicht nur dabei oder mittendrin, sondern gab in einem Feld mit Superstars wie Max Verstappen, Lewis Hamilton, Fernando Alonso oder Titelverteidiger Lando Norris den Ton an.

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Kimi Antonelli in der Formel 1: Wunderbare Erfolgsgeschichte

Diese Erfolgsgeschichte lässt sich nicht nur wunderbar erzählen.

Sie verdient auch jede Menge Respekt, weil so ein Titelkampf kein Selbstläufer ist. Kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer in der Motorsport-Königsklasse nach 23 Rennen und diversen Sprints ganz vorne ist, hat das Prädikat Weltmeister verdient. Auch wenn das Auto über weite Strecken der Saison das beste im Feld ist.

Punkt. Nein, Ausrufezeichen.

Das Problem: Was für Antonelli, das seit über 70 Jahren auf einen Champion wartende Italien und Mercedes ein Märchen ist, sollte bei der Formel 1 für Kopfzerbrechen sorgen. Denn ein Titelkampf, der im Grunde ein ganzes Jahr nicht wirklich einer war, ist für die Königsklasse auf Dauer eine Katastrophe.

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Antonelli: Wunderkind als Alleinunterhalter

Antonelli, das Wunderkind, ist in dieser Saison der Alleinunterhalter.

Keine Frage: Die Rennen haben in diesem Jahr sechs verschiedene Sieger erlebt. Aktuell hat Verstappen in seinem Red Bull das Kommando übernommen, setzt die Ausrufezeichen und wäre, wenn die Saison vor fünf WM-Läufen begonnen hätte, Spitzenreiter. Auch Lewis Hamilton und Charles Leclerc zeigen regelmäßig ihre Pace.

Doch Fakt ist auch: Fünf Siege in den ersten sechs Rennen, konstante Top-Resultate danach und nur zwei Nuller haben dafür gesorgt, dass Antonelli an der Spitze nie groß gefährdet war. Auch, weil sein Teamkollege George Russell weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

So gab es nicht einmal einen Mercedes-Kampf auf Augenhöhe.

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Formel 1: Antonelli knackt Vettel-Rekord - doch der Kick fehlt

Das Ergebnis: Antonelli ist Weltmeister, obwohl noch vier Renn-Wochenenden bevorstehen.

Die verbliebenen Rennen haben folgerichtig ordentlich an Reiz verloren. Der Sieger steht längst fest, während das Feld der geschlagenen Piloten noch um den Vize-Titel kämpft.

Tatsächlich wäre das Titelrennen ohne Antonelli an Spannung kaum zu überbieten. Lewis Hamilton und Max Verstappen würden nur zwei Zähler trennen und auch Charles Leclerc sowie George Russell wären noch voll im WM-Kampf. Statt um die WM-Krone geht es für sie nur noch um die Goldene Ananas.

Antonelli ist der jüngste Weltmeister der Geschichte und hat Sebastian Vettel, der bei seinem ersten Titelgewinn 2010 bereits 23 Jahre alt war, abgelöst.

Eine tolle Nummer, doch der letzte Kick, der fehlt. Ganz anders als beim ersten Vettel-Titel, der erst im letzten Rennen mit einem überlegenen Sieg Fernando Alonso doch noch die Krone entriss.

Man möchte einem Helden zujubeln. Mit ihm mitfiebern. Hoffen, bangen, feiern, trauern. Doch wenn der sich quasi nur selbst schlagen kann, ist der Reiz schnell weg. Man will den Kampf auf der Strecke, zwei oder mehr Fahrer, die um die Krone fahren und sich nichts schenken. Ein Hin und Her, ein Auf und Ab - und keinen Start-Ziel-Sieg.

Überlegener Weltmeister in der Formel 1 kein neues Phänomen

Langjährige Fans der Formel 1 kennen das Szenario, das die Serie von einem Team und oft auch von nur einem Fahrer dominiert wird. Potenzielle Langeweile war schon immer ein Faktor, vor allem nach der Einführung eines neuen Reglements.

Doch die Zeiten haben sich ein Stück weit geändert, die Formel 1 profitiert immer noch vom Netflix-Boom und einem neuen, jüngeren Publikum. Die Königsklasse wächst, aber längst nicht in jedem Markt.

Deutschland ist das beste Beispiel dafür, dass ein einst starkes Interesse ebenso stark sinken kann, auch wenn das diverse Gründe hat. Trotz des weltweiten Erfolgs hat ein Märchen wie das von Antonelli zwei Seiten.

Doch bei aller drohenden Langeweile heißt die große Hoffnung Verstappen. Und Red Bull.

Denn das beeindruckende Comeback des Ex-Champions deutet an, dass es 2027 tatsächlich spannender werden könnte. Denn der einstige Weltmeister-Rennstall hat sich zurückgekämpft, agiert mindestens auf Augenhöhe mit Mercedes. Das kam für diese Saison zu spät, könnte aber im kommenden Jahr zum Duell Antonelli gegen Verstappen führen.

Andrea Kimi Antonelli und Max Verstappen.

Bild: Sports Press Photo


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Antonelli und Verstappen: Ein Duell, das die F1 braucht

Es wäre ein Duell, das die Formel 1 dringend gebrauchen könnte. Der junge Überflieger gegen den erfahrenen Ausnahmekönner. Zwei Generationen, zwei Charaktere, ein großes Ziel. Und ein Titelkampf, der diesen Namen dann auch verdient.

Denn so beeindruckend Antonellis Titelfahrt war: Ein großer Champion macht noch keine große Saison. Dafür braucht es jemanden, der ihn dauerhaft herausfordert. Der ihn unter Druck setzt, ihm Siege streitig macht und ihn zwingt, an seine Grenzen zu gehen. Jedes einzelne Mal. Bei dem es nicht reicht, auf Ergebnis zu fahren.

Antonelli hat bewiesen, dass er Weltmeister kann. Jetzt braucht die Formel 1 einen Gegner, der ihm das Leben schwer macht.

Damit aus einem Märchen ein echter Krimi wird.

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