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Formel 1

Formel 1: Kimi Antonellis WM-Märchen ist katastrophal für die Königsklasse - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Andreas Reiners

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Videoclip • 01:16 Min


Kimi Antonelli kann in Austin Weltmeister werden. Seine Erfolgsgeschichte ist wunderbar, für die Formel 1 aber leider katastrophal. Ein Kommentar.

Manchmal muss man sich noch vergewissern. Noch einmal nachschauen. Dann wird einem klar: Ja, Kimi Antonelli ist 20 Jahre alt. Beziehungsweise jung.

Auf der Strecke sieht man das so gut wie gar nicht. Der Italiener fährt dem WM-Titel in der Formel 1 so souverän und abgeklärt entgegen, als hätte er in den vergangenen Jahren nie etwas anderes getan.

Er ist nicht nur dabei oder mittendrin, sondern gibt in einem Feld mit Superstars wie Max Verstappen, Lewis Hamilton, Fernando Alonso oder Titelverteidiger Lando Norris den Ton an.

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Kimi Antonelli in der Formel 1: Wunderbare Erfolgsgeschichte

Diese Erfolgsgeschichte lässt sich nicht nur wunderbar erzählen.

Sie verdient auch jede Menge Respekt, weil so ein Titelkampf kein Selbstläufer ist. Kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer in der Motorsport-Königsklasse nach 23 Rennen und diversen Sprints ganz vorne ist, hat das Prädikat Weltmeister verdient. Auch wenn das Auto das beste im Feld ist.

Punkt. Nein, Ausrufezeichen.

Das Problem: Was für Antonelli, das seit über 70 Jahren auf einen Champion wartende Italien und Mercedes ein Märchen ist, sollte bei der Formel 1 für Kopfzerbrechen sorgen. Denn ein Titelkampf, der im Grunde ein ganzes Jahr nicht wirklich einer war, ist für die Königsklasse auf Dauer eine Katastrophe.

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Antonelli: Wunderkind als Alleinunterhalter

Antonelli, das Wunderkind, ist in dieser Saison der Alleinunterhalter.

Keine Frage: Die Rennen haben in diesem Jahr sechs verschiedene Sieger erlebt, aktuell hat Verstappen in seinem Red Bull das Kommando übernommen, setzt die Ausrufezeichen und wäre, wenn die Saison vor fünf WM-Läufen begonnen hätte, Spitzenreiter.

Doch Fakt ist auch: Fünf Siege in den ersten sechs Rennen, konstante Top-Resultate danach und nur zwei Nuller haben dafür gesorgt, dass Antonelli an der Spitze nie groß gefährdet war. Auch, weil sein Teamkollege George Russell weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

So gab es nicht einmal einen Mercedes-Kampf auf Augenhöhe.

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Formel 1: Antonelli in Austin bereits Champion?

Das Ergebnis: Antonelli kann sich Ende Oktober in Austin zum Weltmeister krönen. Ein Szenario: Gewinnt Antonelli in Texas, dürfte Russell höchstens Neunter werden. Aktuell liegt er 102 Zähler zurück. Hamilton, der mit 111 Punkten Rückstand folgt, maximal Fünfter.

Es muss also einiges zusammenkommen, damit die dann noch folgenden fünf Rennen nicht noch einmal ordentlich an Reiz einbüßen. Und selbst wenn es sich noch etwas zieht, werden sich auch die restlichen Rennen ziehen. Man wartet, bis es endlich offiziell ist. Antonelli wäre dann der jüngste Weltmeister der Geschichte, er würde Sebastian Vettel auslösen, der bei seinem ersten Titelgewinn 2010 bereits 23 Jahre alt war. Eine tolle Nummer.

Doch der letzte Kick, der fehlt.

Man möchte einem Helden zujubeln. Mit ihm mitfiebern. Hoffen, bangen, feiern, trauern. Doch wenn der sich quasi nur selbst schlagen kann, ist der Reiz schnell weg. Man will den Kampf auf der Strecke, zwei oder mehr Fahrer, die um die Krone fahren und sich nichts schenken. Ein Hin und Her, ein Auf und Ab - und keinen Start-Ziel-Sieg.

Überlegener Weltmeister in der Formel 1 kein neues Phänomen

Langjährige Fans der Formel 1 kennen das Szenario, das die Serie von einem Team und oft auch von nur einem Fahrer dominiert wird. Potenzielle Langeweile war schon immer ein Faktor, vor allem nach der Einführung eines neuen Reglements.

Doch die Zeiten haben sich ein Stück weit geändert, die Formel 1 profitiert immer noch vom Netflix-Boom und einem neuen, jüngeren Publikum. Die Königsklasse wächst, aber längst nicht in jedem Markt. Deutschland ist das beste Beispiel dafür, dass ein einst starkes Interesse ebenso stark sinken kann, auch wenn das diverse Gründe hat. Trotz des weltweiten Erfolgs hat ein Märchen wie das von Antonelli zwei Seiten.

Doch bei aller drohenden Langeweile heißt die große Hoffnung Verstappen. Und Red Bull.

Denn das beeindruckende Comeback des Ex-Champions deutet an, dass es 2027 tatsächlich spannender werden könnte. Denn der einstige Weltmeister-Rennstall hat sich zurückgekämpft, agiert auf Augenhöhe mit Mercedes. Das kommt für diese Saison wohl zu spät, könnte aber im kommenden Jahr zum Duell Antonelli gegen Verstappen führen.

Andrea Kimi Antonelli und Max Verstappen.

Bild: ANP


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Antonelli und Verstappen: Ein Duell, das die F1 braucht

Es wäre ein Duell, das die Formel 1 dringend gebrauchen könnte. Der junge Überflieger gegen den erfahrenen Ausnahmekönner. Zwei Generationen, zwei Charaktere, ein großes Ziel. Und ein Titelkampf, der diesen Namen dann auch verdient.

Denn so beeindruckend Antonellis Titelfahrt ist: Ein großer Champion macht noch keine große Saison. Dafür braucht es jemanden, der ihn dauerhaft herausfordert. Der ihn unter Druck setzt, ihm Siege streitig macht und ihn zwingt, an seine Grenzen zu gehen. Jedes einzelne Mal. Bei dem es nicht reicht, auf Ergebnis zu fahren.

Antonelli hat bewiesen, dass er Weltmeister kann. Jetzt braucht die Formel 1 einen Gegner, der ihm das Leben schwer macht.

Damit aus einem Märchen ein echter Krimi wird.

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