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Alexander Zverev und sein Team: Warum die Familie Schlüssel und Streitpunkt zugleich bleibt
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von ran.deran Mehr Sport
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Alexander Zverev setzt seit Jahren auf ein außergewöhnlich enges Team aus Familie und Vertrauten. Doch genau diese Konstellation sorgt immer wieder für Diskussionen - denn mehrere prominente Trainer konnten sich daneben nicht dauerhaft etablieren.
Alexander Zverev ist der erfolgreichste deutsche Tennisspieler der Gegenwart.
Aber auch wenn Tennis ein Einzelsport ist, hat Zverev ein großes Team hinter sich: Vater Alexander Senior ist weiterhin sein wichtigster Trainer, Bruder Mischa kümmert sich als Manager um zentrale organisatorische Fragen und Mutter Irina gehört ebenfalls zum engsten familiären Umfeld.
Dazu kommt mit Freundin Sophia Thomalla eine wichtige Bezugsperson abseits des Tennisplatzes. Diese enge Verzahnung aus Familie, Sport und Privatleben ist seit Jahren ein prägendes Thema rund um Zverev.
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Der Zverev-Clan: Wer macht was im Team Sascha?
Anders als bei vielen Topspielern besteht Zverevs Kernteam zu großen Teilen aus Menschen, die ihn bereits seit seiner Kindheit begleiten.
Das sorgt für Vertrauen und Kontinuität - wirft aber gleichzeitig die Frage auf, ob neue Impulse von außen ausreichend Raum zur Entfaltung bekommen.
Vater Alexander Zverev Senior: Konstante als Haupttrainer
Alexander Zverev Senior ist die prägendste Figur in der sportlichen Entwicklung seines Sohnes. Der ehemalige sowjetische Davis-Cup-Spieler arbeitete schon früh mit Sascha und begleitet ihn bis heute als Haupttrainer. Unter seiner Anleitung entwickelte er sich vom hoch veranlagten Junior zum Weltklassespieler.
Die Tennisexpertise liegt bei den Zverevs in der Familie: Beide Eltern waren selbst professionelle Tennisspieler. Während Vater Alexander zunächst vor allem Mischa trainierte, arbeitete Mutter Irina anfangs stärker mit Sascha.
Die Zusammenarbeit mit seinem Vater ist damit nicht nur eine berufliche Partnerschaft, sondern basiert auch auf jahrzehntelanger gemeinsamer Erfahrung. Unter Zverev Senior gelang Sascha unter anderem der Sprung zur Nummer zwei der Weltrangliste, dazu gewann er 2020 Olympia-Gold und 2026 erstmals einen Grand-Slam-Titel bei den French Open.
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Bruder Mischa Zverev: Vom Sparringspartner zum Manager
Mischa Zverev ist weit mehr als nur der große Bruder. Der ehemalige Top-25-Spieler ist heute ein wichtiger Bestandteil von Saschas Team und fungiert gemeinsam mit Sergei Bubka als dessen Manager. Gleichzeitig kann ihn Mischa bei Turnieren auch sportlich unterstützen: Der 38-Jährige steht nach Angaben seines Vaters weiterhin mit auf dem Platz, trainiert mit seinem Bruder und übernimmt teilweise auch eine Trainerrolle.
Seine eigene Profikarriere macht ihn dabei zu einem besonderen Ansprechpartner. Mischa kennt den Tour-Alltag aus eigener Erfahrung und weiß, welchen Belastungen ein Spitzenspieler ausgesetzt ist. Er ist damit zugleich Familienmitglied, ehemaliger Konkurrent und professioneller Berater.
Mutter Irina Zverev: Das mentale Fundament
Auch Irina Zverev spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung ihres Sohnes zum Grand-Slam-Sieger. Die ehemalige sowjetische Spitzenspielerin war in Saschas Jugend stärker in dessen Training eingebunden und prägte insbesondere seine Technik. Zverev selbst betonte rückblickend, dass seine Mutter einen entscheidenden Anteil an seiner Rückhand hatte.
Heute steht sie weniger im Vordergrund als ihr Mann und Mischa, gehört aber weiterhin zum engen familiären Umfeld auf der ATP-Tour. Bei Spielen ihres Sohnes ist Irina in der Regel aber nicht vor Ort, weil sie während der Matches von Sascha zu nervös ist.
Sophia Thomalla: Freundin unterstützt Zverev bei vielen Turnieren
Auch Sophia Thomalla gehört seit Jahren zu Zverevs engstem persönlichen Umfeld. Die beiden sind seit 2020 ein Paar und führen aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen häufig eine Fernbeziehung. Zverev hat seine Partnerin als wichtige Unterstützung beschrieben: "Sophia ist jemand, der mir Frieden und Sicherheit gibt. Mit ihr im Rücken spiele ich besonders gut."
Im April 2026 erklärte Zverev zudem, dass die Distanz für das Paar inzwischen zum Alltag gehöre: "Es ist für uns nach fünf Jahren normal. Wir kennen es ja nicht anders." Thomalla ist dennoch regelmäßig bei seinen Matches dabei und begleitet ihn damit auch durch die Höhen und Tiefen seiner Karriere.
Das Ex-Trainer-Dilemma: Warum scheiterten Lendl, Ferrero & Co.?
Zverev hat immer wieder versucht, sein familiäres Umfeld durch prominente externe Trainer zu ergänzen. Dauerhafte Partnerschaften entstanden daraus bislang jedoch nicht.
Juan Carlos Ferrero: Der heutige Trainer von Carlos Alcaraz arbeitete rund sechs Monate mit Zverev. Die Zusammenarbeit endete 2018. Ferrero kritisierte später unter anderem Zverevs mangelnde Konstanz und Ablenkungen abseits des Platzes.
Ivan Lendl: Mit dem ehemaligen Weltranglistenersten gewann Zverev 2018 die ATP Finals. Trotzdem war die Zusammenarbeit nach weniger als einem Jahr beendet. Lendl erklärte bei seinem Abschied, Zverev habe damals mit Problemen abseits des Platzes zu kämpfen gehabt, die eine gemeinsame Arbeitsweise erschwerten.
David Ferrer: Der Spanier stieß 2020 zum Team und arbeitete mit Zverev unter anderem vor dessen erstem Grand-Slam-Finale bei den US Open. Anfang 2021 wurde die Zusammenarbeit beendet. Ferrer betonte, es habe keinen Streit gegeben und der Zeitpunkt sei schlicht nicht der richtige gewesen.
Toni Nadal: Auch der Onkel und langjährige Trainer von Rafael Nadal brachte sich zuletzt zeitweise ein. Zverev besuchte die Nadal Academy und trainierte dort mit ihm. Eine dauerhafte Trainerpartnerschaft entstand daraus bislang aber nicht. Noch im Sommer 2026 bereitete sich Zverev erneut in der Nadal Academy auf die US-Hartplatzsaison vor und erhielt dabei Unterstützung von Toni Nadal.
Genau hier liegt der Kern der Diskussion um Zverevs Team: Externe Trainer haben ihm über die Jahre durchaus neue Impulse gegeben, doch keine dieser Kooperationen hielt dauerhaft. Gleichzeitig blieb sein Vater weiterhin die Konstante.
Kritiker wie Boris Becker sehen darin ein mögliches Problem. Becker argumentierte, dass sich ein externer Trainer nur schwer in das enge Familienkonstrukt hineinbewegen könne.
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Alexander Zverev: Richtige Mischung gesucht
Die Familie ist bei Alexander Zverev weit mehr als nur ein gewöhnlicher Teil seines Teams. Sie bildet das Fundament seiner Karriere - und genau darin liegt zugleich auch die Herausforderung. Vater Alexander Senior ist seit Jahren die sportliche Konstante, Mischa verbindet Management und Tenniswissen, Mutter Irina hat Saschas technische Entwicklung früh geprägt.
Dass Zverev trotz mehrerer prominenter Trainerwechsel über die Jahre immer wieder zu diesem Kern zurückkehrt, spricht für das enorme Vertrauen in seine Familie. Gleichzeitig zeigt die Zusammenarbeit mit Lendl, Ferrero, Ferrer und zuletzt Toni Nadal aber auch, dass Zverev durchaus von externen Impulsen profitieren kann.
Die entscheidende Frage ist deshalb weniger, ob die Familie Teil seines Teams bleiben sollte, sondern wie viel Raum sie einem zusätzlichen Blick von außen in Zukunft lässt. Nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph bei den French Open 2026 hat Zverev zwar bewiesen, dass sein Weg zum Erfolg funktioniert - die Diskussion um die richtige Mischung aus Vertrautheit und Veränderung dürfte ihn aber weiter begleiten.
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