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NFL-Analyse: Dolphins, Texans, Chargers und Co. - so schlecht sind die sieglosen Teams wirklich
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von Maximilian Stegmaier-LängeNFL
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Fünf NFL-Teams haben nach vier Spieltagen noch nicht gewonnen. Einfach nur Pech oder absolut verdient auf Kurs Nummer-eins-Pick im NFL Draft – wie schlecht sind die sieglosen Teams wirklich?
Zwei gute Nachrichten vorweg: Es benötigt zwar ein mittelgroßes Wunder, aber auch mit vier Niederlagen aus den ersten vier Saisonspielen kann man in der NFL noch die Playoffs erreichen. Und mindestens eins der bisher sieglosen Teams wird am fünften Spieltag endlich seine Niederlagenserie beenden – denn die Tennessee Titans empfangen am Sonntag die Houston Texans.
Aber das war es auch schon mit guten Nachrichten, den zur Wahrheit gehört auch, dass es bisher nur ein einziges Team in der NFL-Geschichte gab, das sich aus dem 0-4-Sumpf wieder herausgezogen und die Playoffs geschafft hat.
Sind die Dauerverlierer der NFL-Saison 2026 wirklich so schlecht, wie es ihre Bilanz behauptet? ran hat die Analyse zu den Los Angeles Chargers, Houston Texans, Tampa Bay Buccaneers, Tennessee Titans und Miami Dolphins.
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Los Angeles Chargers: Noch nicht aufgegeben, aber im Sturzflug
Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass dieses eine Team, das nach 0-4-Start die Playoffs erreicht hat, die San Diego Chargers von 1992 sind – also die Franchise, die inzwischen nach LA umgezogen ist. Allerdings benötigen die Los Angeles Chargers weniger ein gutes Omen, sondern vielmehr einen brutalen Turnaround, wenn sie den hohen Erwartungen irgendwie noch gerecht werden wollen, die die NFL-Welt vor der Saison in sie hatte.
Das Team von Jim Harbaugh ging als Playoff-Kandidat in die Spielzeit. Die Hoffnungen ruhten vor allem darauf, dass der neue Offensive Coordinator Mike McDaniel bei einem so talentierten Quarterback wie Justin Herbert ein neues Level freispielen würde. Schließlich hatte er genau das schon mit einem weit weniger begnadeten Tua Tagovailoa in Miami geschafft.
Das Gegenteil war bisher der Fall: Herbert wirkt phasenweise fahrig, wie ein rechtshändiger Tua mit etwas mehr PS im Wurfarm. Das Resultat: sechs Interceptions, nur 16,8 Punkte pro Spiel. Eine desolate O-Line sorgt dafür, dass der Quarterback wohl mehr blaue Flecken am Körper hat (12 Sacks) als Touchdowns auf dem Konto (4).
Wenig deutet auf Besserung hin. Immerhin: Gegen schludrige Bills provozierten die Chargers fünf Ballverluste und spielten lange um den Sieg mit. Und die Schlussphase gegen die Seahawks, als es fast nochmal spannend wurde, könnte als Hinweis interpretiert werden, dass das Team sich immerhin noch nicht aufgegeben hat.
Doch unterm Strich ist dieser Saisonstart enttäuschend und aufgrund von Niederlagen gegen die Arizona Cardinals und Las Vegas Raiders auch nicht mit einem schweren Spielplan begründbar. Die Chargers hatten von den fünf Teams die größte Fallhöhe – und befinden sich immer noch im Sturzflug.
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Houston Texans - besser als ihre Bilanz und Wendepunkt in Sicht
Wie die Chargers waren auch die Texans vor der Saison Playoff-Kandidaten. Auch in Houston ist dementsprechend die Enttäuschung über den Katastrophenstart riesig. Die Bilanz sieht bescheiden aus, doch die einzelnen Spiele erzählen eine andere Story.
Demeco Ryans Team hat gegen die Bills, Colts und Cowboys jeweils nur mit einem Score Unterschied verloren. Und selbst bei der 6:20-Niederlage gegen die Bengals schränkte die im vergangen Jahr so hochgelobte Defensive die Wirkungskreise von Joe Burrow ausreichend ein, um der eigenen Offensive eine Chance zu geben.
Die Texans sind besser als ihre Bilanz, aber sie brauchen für das Comeback-Wunder einen C.J. Stroud in der Form seines phänomenalen Rookie-Jahres 2023. Sie müssen hoffen, dass Receiver Nico Collins fit bleibt. Und sie benötigen ihre 2025er-Defensive zurück, denn mit aktuell 27,3 kassierten Punkten pro Spiel gehören sie zu den schwächsten Teams der Liga.
Der Spielplan meint es gut mit Houston: Das Loser-Duell gegen die Titans in Nashville muss der Wendepunkt sein. Es folgen Partien gegen die Jaguars, Giants, Chargers, Browns und erneut Colts. Doch ein weiterer Last-Minute-Einbruch und die Saison ist gelaufen.
Tampa Bay Buccaneers - schwache Division als Hoffnung
Kein Baker Mayfield, keine Chance auf ein Comeback? Das wäre zu einfach. Denn schon vor dem Ausfall des Quarterbacks wegen einer Daumenverletzung am dritten Spieltag sahen die Bucs nicht wie ein Playoff-Kandidat aus.
Vier Teams in der Super-Bowl-Ära haben eine Saison komplett ohne Sieg beendet – darunter 1976 auch die Buccaneers. 13 Spiele bieten noch viele Chancen, aber Stand jetzt spricht nichts dafür, dass Tampa bald eine positive Bilanz aufweisen könnte.
Fairerweise muss man sagen: Alle vier Niederlagen der Bucs waren One-Score-Games. Jedoch muss man hinzufügen, dass Tampa Bay trotz seiner Schwächen und nicht wegen seiner Stärken am Ende immer als Verlierer vom Feld ging. Die Offensive torpediert mit 16 Sacks, neun Ballverlusten und nur sechs Touchdowns das, was die Defensive sich vor allem gegen den Lauf erarbeitet.
Der ungedraftete Backup-Quarterback Jalon Daniels ist eine schöne Geschichte, aber seine übermotivierten Würfe – drei Interceptions bei 30 Pässen – werden die Buccaneers weiter Spiele kosten, während Mayfield noch bis zu fünf Wochen fehlen könnte.
Einziger Lichtblick: Trotz 0-4-Bilanz sind die Playoffs noch nicht so weit weg wie bei Texans und Chargers, denn Tampa Bay spielt immer noch in der NFC South und haben alle Division-Duelle noch vor sich. Diese Vierer-Tabelle führen aktuell die Panthers mit zwei Siegen und zwei Niederlagen an.
Tennessee Titans - Talent ist nicht genug
Stell dir vor, du spielst in der besten Footballliga der Welt und nicht mal der Sender fürs Wetter in den USA würde deine Partie übertragen wollen. Willkommen in der Welt der Titans. Niemand hat von Tennessee unter Neu-Cheftrainer Robert Saleh und nach einer schwachen Saison 2025 erwartet, Wunder zu vollbringen.
Aber der zweite 0-4-Start nacheinander nagt am Selbstvertrauen in Tennessee. Mit dem vierten Pick im NFL Draft 2026 holten die Titans Wide Receiver Carnell Tate, der am vierten Spieltag mit 145 Yards sein Potenzial und seine Chemie mit Quarterback Cam Ward aufblitzen ließ. Aber Ward und Tate sind der Beweis, dass zwei hohe Draftpicks ein Team noch nicht zum Playoff-Kandidaten machen.
Aus Salehs Sicht sind es die eigenen Fehler, die die Titans Spiele kosten. Das ehrt ihn, denn wie zu seiner Zeit bei den New York Jets stellt er sich vor seinen jungen Quarterback, der sich wegen durchwachsener Leistungen großer Kritik ausgesetzt sieht. Ward ist nicht Zach Wilson, aber in seinem zweiten Jahr muss der Spielmacher bald Fortschritte machen. Bislang zeigt er diese nicht konstant genug, als dass bei den Fans Hoffnung aufkeimen könnte.
In den Titans steckt drin, was draufsteht, bis die beiden vermeintlichen Grundpfeiler des Teams auch so spielen wie Shootingstars.
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Miami Dolphins - mit dem jüngsten Team zum Nummer-eins-Pick?
In Sachen Erwartungshaltung starteten die Dolphins am anderen Ende des Spektrums – so weit entfernt von den Chargers wie nur denkbar. Ihre Bilanz ist dieselbe, aber bei Miami haben wenige Experten etwas anderes vorhergesagt. Der Rebuild läuft.
Und gerade deshalb fällt es nicht schwer, auch die kleinen Erfolge zu feiern. Die Dolphins haben gegen die wieder erstarkten Chiefs nur 24 Punkte zugelassen und von Super Bowl MVP Kenneth Walker III nur 70 Rushing Yards eingeschenkt bekommen. Sie haben Kyler Murray viermal gesackt und in Linebacker Jacob Rodriguez einen vielversprechenden Draftpick gelandet, der als Defensive Rookie of the Year gehandelt wird.
Auf der Offensiv-Seite sind jedoch selbst kleine Erfolge rar. Nach dem Saisonaus von Running Back und Schlüsselspieler De'Von Achane lastet noch mehr Druck auf den Schultern von Quarterback Malik Willis. Der ist aber mit seiner dritten und womöglich letzten echten NFL-Chance selbst schon genug beschäftigt. Dass er die langfristige Lösung in Miami ist, darf infrage gestellt werden.
Die Dolphins sind das jüngste Team der Liga und bauen ihre Stars von morgen gerade erst neu auf. Und sie sind trotz beherzten Einsatzes auf Kurs Nummer-eins-Pick. Und vielleicht hört ihr Quarterback der Zukunft dann auf den Namen Arch Manning oder Dante Moore.
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