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NFL: Fünf Deutsche schaffen Sprung ins Practice Squad
Veröffentlicht:
von Mike StiefelhagenNFL
NFL: Donald zurück, Jacobs raus! Fans über neue Roster
Videoclip • 01:34 Min
Für fünf deutsche Footballprofis lebt der Traum von Einsätzen in der NFL weiter. Lorenz Metz, Paul Rubelt, Julius Welschof, Kilian Zierer und Niklas Henning haben nach den Roster Cuts einen Platz im Practice Squad erhalten.
Nach dem Aus bei der Reduzierung der Kader auf 53 Spieler gibt es für fünf deutsche Profis ein Happy End. Alle wurden von ihren bisherigen Teams in den jeweiligen Practice Squad aufgenommen.
Lorenz Metz bleibt bei den New England Patriots, Paul Rubelt bei den Tampa Bay Buccaneers und Julius Welschof bei den Pittsburgh Steelers. Kilian Zierer erhält bei den Jacksonville Jaguars eine weitere Chance, während Niklas Henning seine Entwicklung bei den Las Vegas Raiders fortsetzen darf.
Die fünf Spieler gehören damit zwar nicht zum aktiven 53-Mann-Kader, trainieren aber weiterhin vollständig mit ihren Teams. Zudem können Practice-Squad-Spieler für einzelne Partien in das Spieltagsaufgebot berufen oder dauerhaft in den aktiven Kader aufgenommen werden.
Gemeinsam mit Amon-Ra St. Brown, Brandon Coleman und Marlin Klein stehen damit acht Profis mit deutschen Wurzeln bei einem NFL-Team unter Vertrag.
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Lorenz Metz bleibt bei den New England Patriots
Lorenz Metz geht weiter für die New England Patriots auf die Jagd nach seinem ersten NFL-Einsatz. Der Offensive Tackle war zunächst im Zuge der Kaderreduzierung entlassen worden, kehrt aber in den Practice Squad des amtierenden AFC-Champions zurück.
Der gebürtige Bayer war erst im Januar 2026 nach New England gewechselt. Zuvor verbrachte Metz die Spielzeiten 2024 und 2025 im Practice Squad der Tampa Bay Buccaneers. Seine erste NFL-Chance hatte der frühere Spieler der Cincinnati Bearcats 2023 bei den Chicago Bears erhalten.
Der 2,06 Meter große Offensive Lineman kam während seiner College-Laufbahn in 43 Partien zum Einsatz und stand dabei 27-mal in der Startformation. Seine Vielseitigkeit könnte ihm in New England helfen, da Metz sowohl als Tackle als auch als Guard eingesetzt werden kann.
Für Metz besteht sogar die Chance auf ein besonderes Spiel: Die Patriots eröffnen am 9. September bei den Seattle Seahawks die neue NFL-Saison. Die Partie ist die Neuauflage des vergangenen Super Bowls, den Seattle gegen New England gewann.
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Welschof geht in sein drittes Steelers-Jahr
Auch Julius Welschof bleibt seinem bisherigen Team erhalten. Die Pittsburgh Steelers statteten den Linebacker bereits zum dritten Mal in Folge mit einem Platz im Practice Squad aus.
Welschof kam nach dem NFL Draft 2024 als ungedrafteter Free Agent nach Pittsburgh. Seitdem versucht der gebürtige Miesbacher, sich einen Platz im aktiven Kader zu erarbeiten. In einem Regular-Season-Spiel kam er bislang nicht zum Einsatz.
Während der Preseason setzte Welschof mehrfach positive Akzente. Unter anderem gelang ihm gegen die Green Bay Packers ein Sack. Für einen Platz im 53-Mann-Kader reichte es angesichts der starken Konkurrenz um T.J. Watt und Alex Highsmith trotzdem nicht.
Vor seinem Wechsel in die NFL spielte Welschof am College für die Michigan Wolverines und die Charlotte 49ers. Seine Saison 2023 in Charlotte war nach vier Einsätzen verletzungsbedingt vorzeitig beendet.
Paul Rubelt darf weiter auf sein NFL-Debüt hoffen
Für Paul Rubelt geht das erste NFL-Jahr bei den Tampa Bay Buccaneers weiter. Der Offensive Tackle hatte nach dem Draft 2026 als ungedrafteter Rookie bei den Buccaneers unterschrieben und gehörte während der gesamten Vorbereitung zum Team.
Rubelt absolvierte sechs Spielzeiten an der University of Central Florida und kam dort in 60 Partien zum Einsatz. 22-mal stand er in der Startformation. Mit einer Körpergröße von 2,08 Metern gehört der gebürtige Frankfurter zu den größten Spielern der gesamten Liga. Während seiner College-Zeit erhielt er deshalb den Spitznamen "Tall Paul".
Tampa Bay führt Rubelt als Teilnehmer des International Player Pathway Programs. Dadurch kann er einen zusätzlichen Platz im Practice Squad einnehmen, ohne gegen das reguläre Limit des Teams zu zählen.
In der Preseason erhielt der Rookie viel Spielzeit. Besonders beim Sieg gegen die Kansas City Chiefs stand Rubelt über die gesamte Partie auf dem Feld und sammelte insgesamt 60 offensive Snaps. Der Sprung in den aktiven Kader gelang zunächst trotzdem nicht.
Zierer setzt seine Reise bei den Jaguars fort
Kilian Zierer bleibt bei den Jacksonville Jaguars. Der Offensive Lineman war bereits während der Saison 2025 zum Practice Squad der Franchise gestoßen und erhält über das International Player Pathway Program erneut einen zusätzlichen Kaderplatz.
Der gebürtige Münchner spielte am College für Auburn und stand in der Saison 2022 in allen zwölf Partien als Left Tackle in der Startformation. Nach dem NFL Draft 2023 unterschrieb er als ungedrafteter Free Agent bei den Houston Texans.
Seitdem hat Zierer mehrere Stationen durchlaufen. Neben Houston stand er bereits bei den Atlanta Falcons, Cleveland Browns und San Francisco 49ers unter Vertrag, bevor ihn Jacksonville im Oktober 2025 verpflichtete.
Auf seinen ersten Einsatz in der regulären Saison wartet der 26-Jährige weiterhin. Über den Practice Squad kann er sich im Training erneut als mögliche Verstärkung für die Offensive Line empfehlen.
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Henning entscheidet sich für den NFL-Weg
Eine der ungewöhnlichsten Geschichten des deutschen Quintetts schreibt Niklas Henning. Der bei München geborene und in Kanada aufgewachsene Offensive Tackle spielte am College für die Queen’s University in Ontario.
Henning begann seine College-Laufbahn als Tight End, wechselte später aber in die Offensive Line. Im CFL Draft 2026 wurde er von den Toronto Argonauts sogar an zweiter Stelle ausgewählt.
Der 23-Jährige entschied sich jedoch für seine Chance in der NFL. Nach einem Probetraining im Rookie Minicamp erhielt er im Mai einen Vertrag bei den Las Vegas Raiders und überzeugte die Verantwortlichen anschließend ausreichend für einen Platz im Practice Squad.
Die Raiders führen den 1,98 Meter großen und rund 130 Kilogramm schweren Rookie als Tackle. Anders als Metz, Rubelt, Welschof und Zierer belegt Henning keinen zusätzlichen Platz über das International Player Pathway Program, sondern einen regulären Practice-Squad-Platz.
So funktioniert der Practice Squad
Ein NFL-Team darf grundsätzlich bis zu 16 Spieler in seinen Practice Squad aufnehmen. Kommt ein qualifizierter internationaler Spieler hinzu, kann ein zusätzlicher 17. Platz geschaffen werden.
Die Profis nehmen am normalen Trainingsbetrieb teil und helfen unter anderem bei der Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Sie gehören jedoch nicht automatisch zum Spieltagskader.
Ein Practice-Squad-Spieler kann während einer Saison bis zu dreimal vorübergehend für eine Partie in das aktive Aufgebot berufen werden. Anschließend müsste ihn das Team fest in den 53-Mann-Kader aufnehmen, damit er weitere Spiele bestreiten kann.
Garantiert ist der Platz allerdings nicht. Practice Squads können während der gesamten Saison verändert werden. Zudem dürfen andere Franchises die Spieler unter bestimmten Voraussetzungen für ihren eigenen aktiven Kader verpflichten.
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