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Basketball

Ex-Lakers-Profi Bonga: "Dann kommt dabei halt LeBron James heraus"

Veröffentlicht:

von Oliver Jensen

ran Mehr Sport

Basketball-WM - Deutsche Stars callen: "Medaille ist drin!"

Videoclip • 01:02 Min


Der deutsche Nationalspieler Isaac Bonga spricht im Exklusiv-Interview mit ran über seine Zeit in der NBA, über LeBron James und den Aufschwung des deutschen Basketballs.

Isaac Bonga spielte in der NBA für die Los Angeles Lakers, Washington Wizards und Toronto Raptors. Heute ist der 2,03 Meter große Forward in Griechenland für Panathinaikos Athen aktiv.

Derzeit verweilt der 26-Jährige bei der deutschen Nationalmannschaft. Bei der Vorbereitung auf den Supercup in Hamburg sprach der 26-Jährige mit ran über die Nationalmannschaft und die NBA.

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Isaac Bonga: Deutscher Basketball wird immer besser

ran: Herr Bonga, Sie sind mit der deutschen Nationalmannschaft Welt- und Europameister geworden. Im nächsten Jahr haben sie die Chance, ihren WM-Titel zu verteidigen. Ist das das Ziel?

Isaac Bonga: Ich glaube, das nächste Jahr ist noch ein bisschen weit in der Zukunft. Für uns ist immer wichtig, dass wir im Hier und Jetzt bleiben, dass wir in diesem Moment eine gute Chemie entwickeln und ein gutes Gefühl bekommen. Was in der Zukunft passiert, wird man dann sehen.

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ran: Der deutsche Basketball bringt inzwischen immer mehr Spieler auf NBA-Niveau hervor. Sie selbst haben mehrere Jahre in der NBA gespielt. Was sagt diese Entwicklung über den deutschen Basketball aus?

Bonga: Ich glaube, man merkt einfach, dass der deutsche Basketball im internationalen Vergleich von Jahr zu Jahr besser wird. Es kommt immer mehr Talent aus der Jugend nach. Auch von der Qualität her sieht man das: Wir haben sehr viele EuroLeague-Spieler und sehr viele gute NBA-Spieler. Und man merkt bei internationalen Turnieren generell, dass die europäischen Teams immer besser werden.

ran: Sie kennen den deutschen Basketball, haben selbst in der NBA gespielt und sind inzwischen in der EuroLeague für Panathinaikos Athen aktiv. Wie unterschiedlich sind diese Basketballwelten?

Bonga: Es ist schon ein bisschen unterschiedlicher Basketball. Am Ende ist Basketball Basketball, aber in manchen Ländern wird zum Beispiel physischer gespielt. Generell wird Basketball immer schneller und positionsloser. Deshalb gibt es schon sehr, sehr viele Ähnlichkeiten, aber eben auch viele Unterschiede.

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Bonga: "Der Wechsel von LeBron James hat mich überrascht"

ran: Bei den Los Angeles Lakers haben Sie gemeinsam mit LeBron James gespielt. Er ist mittlerweile 41 Jahre alt und spielt noch immer auf höchstem Niveau. Was macht ihn so besonders? Sie haben ihn schließlich auch im Trainingsalltag und bei seinen täglichen Routinen erlebt.

Bonga: Sie haben das Stichwort schon gesagt: Routine. Ich glaube, so eine Routine, die er wirklich immer beibehält – selbst an Tagen, an denen es vielleicht sehr schwer ist, sie durchzuziehen –, ist etwas Besonderes. Dazu kommt seine Mentalität und dass er sehr, sehr viel an sich und auch an seinem Kopf arbeitet. Wenn man das alles miteinander verbindet und jahrelang jeden einzelnen Tag macht, dann kommt dabei halt LeBron James heraus.

ran: Und wie haben Sie LeBron James abseits des Basketballfeldes als Menschen erlebt?

Bonga: Super. Natürlich war es in meinem ersten Jahr eine große Hilfe, dass ich mit Moritz Wagner noch einen anderen Deutschen bei den Lakers hatte. Aber auch LeBron war jemand, der den anderen immer geholfen hat, auch mir. Deswegen: auf jeden Fall ein cooler Mensch.

ran: LeBron James hat sich nun noch einmal für einen Wechsel entschieden und ist zu den Philadelphia 76ers gegangen. Was haben Sie gedacht, als Sie davon erfahren haben?

Bonga: Das hat mich selbst auch überrascht. Deswegen bin ich auf jeden Fall gespannt, wie das jetzt in der kommenden Saison wird.

Bild: Jensen


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Bonga drückt Kollegen in der NBA die Daumen

ran: Welchem NBA-Team drücken Sie eigentlich besonders die Daumen? Eher Ihren ehemaligen Mannschaften oder vor allem den Teams, bei denen deutsche Nationalmannschaftskollegen spielen?

Bonga: Meistens sind es tatsächlich die Teams mit den Deutschen. Natürlich ist Orlando so ein Team, oder jetzt auch die Charlotte Hornets mit Dennis (Schröder). Generell sind es meistens die Mannschaften, bei denen unsere Nationalmannschaftskollegen spielen.

ran: Mit Hannes Steinbach und Christian Anderson Jr. sind 2026 zwei junge deutsche Nationalspieler von den Charlotte Hornets gedraftet worden. Was ist die größte Herausforderung, wenn man als Rookie in die NBA kommt? Was würden Sie den beiden aus Ihrer eigenen Erfahrung mitgeben?

Bonga: Einfach alles zu genießen. Die Höhen zu genießen, aber auch die Tiefen, die auf jeden Fall kommen werden. Ich glaube, das Coole bei Christian und Steinbach ist, dass Dennis Schröder jetzt auch da ist. Damit haben sie jemanden, der schon sehr erfahren in der Liga ist und sehr viel durchgemacht hat. Er kann sie vom ersten Tag an fast schon an die Hand nehmen und ihnen wirklich zeigen, wie es in der NBA läuft und worauf es ankommt.

Dennis Schröder geht immer mit gutem Beispiel voran

ran: Wer hat diese Rolle damals bei Ihnen übernommen und Sie als jungen Spieler bei den Los Angeles Lakers an die Hand genommen?

Bonga: Das waren ein paar Leute, um ehrlich zu sein. Ich hatte zum Beispiel Rajon Rondo, der mir immer wieder bei verschiedenen Sachen geholfen hat. Und wie gesagt Moritz Wagner: Dadurch, dass wir beide Rookies waren, war es für uns generell cool, noch einen anderen Deutschen dabeizuhaben, mit dem man wenigstens manchmal Deutsch reden konnte. Das ist schon ein großer Unterschied.

ran: Mit Isaiah Hartenstein ist ein weiterer NBA-Spieler bei der Nationalmannschaft dabei, auch wenn er derzeit verletzt ist. Welchen Einfluss kann er perspektivisch auf diese Mannschaft haben und welche Qualitäten bringt er mit?

Bonga: Seine Erfahrung, seine Größe, seine Rim Protection und seinen Basketball-IQ. Er hat auf jeden Fall sehr, sehr viele Stärken und ein Skillset, mit dem er uns helfen kann. Ihn jetzt hier bei der Mannschaft zu haben, ist natürlich auch gut für die Teamchemie. Ich glaube, das ist auch eine Sache, die dem Coach sehr wichtig ist: dass wir uns im Sommer sehen, Zeit miteinander verbringen und miteinander spielen. Das ist wirklich wichtig.

ran: Dennis Schröder ist seit Jahren der Führungsspieler dieser Nationalmannschaft. Was zeichnet ihn als Führungspersönlichkeit aus?

Bonga: Man hat es ja zum Beispiel beim letzten Fenster gesehen, als er mitgespielt hat: Er ist immer da und er ist jemand, der mit allen redet. Wirklich jemand, der auf und abseits des Parketts mit gutem Beispiel vorangeht und ein Vorbild für uns ist. Das hat man in der Vergangenheit gesehen und sieht es auch heute noch: Er ist immer einer, der diesen Schritt nach vorne macht.

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